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CHIO Aachen: Henrik von Eckermann mit Leihpferd zum Turkish Airlines-Preis von Europa

Mehrfach schon hatte der Schwede Henrik von Eckermann…


Mehrfach schon hatte der Schwede Henrik von Eckermann sich in Aachen gut platzieren können. Aber noch nie hat es für einen Sieg in einer der Hauptprüfungen gereicht. Heute, im Turkish Airlines-Preis von Europa, war es so weit – und das auf einem Pferd, das er sich eigens für „das Turnier der Turniere“ (seine Worte) ausgeliehen hat.

 

Die Rechnung von Parcourschef Frank Rothenberger war voll aufgegangen – zehn bis zwölf Paare hatte er sich für das Stechen um den Turkish Airlines-Preis von Europa gewünscht. Elf Reiter blieben fehlerfrei im Normalparcours. Mit dabei: Henrik von Eckermann auf Castello, einem erst zehnjährigen Westfalen v. Cristallo.

Für die beiden ist Aachen erst das dritte gemeinsame Turnier. Sie kennen sich allerdings schon eine ganze Weile länger – der Schimmel gehört der schwedischen Familie Tovek, deren Tochter Evelina seit gut einem Jahr von Henrik von Eckermann trainiert wird. Als Henrik von Eckermann Castello das erste Mal international ritt, qualifizierte er sich mit dem Sieg im Großen Preis beim CSIO5* von Sopot, Polen, auf Anhieb für den Rolex Grand Prix von Aachen. Er wusste: Wenn er hier beim CHIO eine Chance haben will, dann mit Castello. Also fragte er die Familie Tovek, ob sie ihm das Supertalent noch einmal leihen würden. Und nun ist er hier. Und hat den ersten großen Sieg in der Tasche. Für ihn keine Überraschung: „Er passt so etwas von gut auf diesen Platz mit seinem Vermögen und seinem großen Galoppsprung!“ Das war es auch, was ihm heute im Stechen half: „Ich kann Wendungen sehr eng reiten und weiß, mein Pferd könnte auch noch aus dem Stand einen großen Oxer springen.“ So stoppte die Uhr für die beiden bei 47,30 Sekunden.

 

Zu schnell für die Weltcup-Sieger des Jahres 2017, McLain Ward (USA) und HH Azur, die Thunder van de Zuuthoeve-Tochter, die ihren Reiter auch schon zu Mannschaftssilber bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro getragen hatte. Sie verfügt über dieselben Fähigkeiten wie Castello, musste sich heute aber um 0,26 Sekunden geschlagen geben – Platz zwei.

Dritter wurde ein sehr glücklicher Marcus Ehning auf seinem „Herzenspferd“, wie er den 13-jährigen westfälischen Hengst Funky Fred nennt. Mit der Mutter des bunten Fuchses, der Stute Panama, war Marcus Ehning sein erstes CHIO geritten. Ein paar Jahre später startete er hier mit For Pleasure, dem Vater von Funky Fred. Und nun feiert der selbst gezogene Sohn hier Erfolge, diesmal Rang drei im Turkish Airlines-Preis von Europa. Was für Ehning wichtig war: „Zwei Nullrunden geben einem ein sicheres Gefühl für die kommenden Tage.“

 

Nicht nur mit einem sicheren Gefühl, sondern geradezu beflügelt dürfte von heute an der Mann auf Platz vier hier in der Soers springen: der Ire Darragh Kenny. Nachdem er vor wenigen Stunden schon den Preis des Handwerks hatte für sich entscheiden können, erklärte er im Anschluss an die Parcoursbesichtigung für den Turkish Airlines-Preis von Europa: „Der Kurs ist tough! Um hier zu bestehen, braucht man ein Superpferd!“ Ob er mit dem zehnjährigen Schweden Westbrook ein solches unter dem Sattel hat, konnte er zu dem Zeitpunkt nur erahnen. Er hatte den Wallach nämlich vor heute noch nie auf einem Turnier geritten. Die Antwort, was sein Reiter von ihm zu halten hat, gab Westbrook ihm mit der schnellsten Vier-Fehler-Runde im Stechen.

 

Zwei Stürze gab es im Stechen. Der US-Reiterin Laura Kraut mit Confu war nichts passiert. Der Brasilianer Yuri Mansur und der Hannoveraner Hengst Vitiki kamen am DHL-Oxer zu Fall. Der Hengst wurde in die Klinik des CHIO Aachen gebracht und erstversorgt. Er hat sich eine Verletzung des Fesselbeines zugezogen und wurde für die weitere Behandlung in eine Spezialklinik gebracht.

Juliane Barth gewinnt „Das Silberne Pferd“

Juliane Barth gewinnt „Das Silberne Pferd“   Erstmals…


Juliane Barth gewinnt „Das Silberne Pferd“

 

Erstmals wurde der renommierte Medienpreis „Das Silberne Pferd“, der traditionell beim Weltfest des Pferdesports, CHIO Aachen, vergeben wird, als online-Award ausgeschrieben. Der Vielseitigkeits-Blog „julis-eventer.de“ überzeugte letztlich die Jury, die Siegerin heißt Juliane Barth.

Der Name „Das Silberne Pferd“ bleibt bestehen. Das Format des Medienpreises ist nun jedoch ein anderes. Denn ab 2018 wird mit dieser renommierten Auszeichnung der beste „Online-Beitrag“ aus dem zurückliegenden Jahr geehrt. Damit reagieren die Initiatoren der Auszeichnung auf die aktuelle Entwicklung in der Medienlandschaft: Denn auch der Pferdesportjournalismus hat sich gewandelt und bedient sich mittlerweile ganz neuer und spannender digitaler Formate. So wird dieser faszinierende Sport noch lebendiger, noch aktueller und noch persönlicher. Ins Leben gerufen wurde „Das Silberne Pferd“ von Kurt Capellmann und Graf Leopold von Rothkirch. Seit 1986 wird es vom Deutschen Reiter- und Fahrerverband vergeben – seit 2001 in Zusammenarbeit mit dem Aachen-Laurensberger Rennverein e. V.

Die Jury bestand aus Dressurreiterin Nadine Capellmann, Webstar Annica Hansen, Wolfgang Brinkmann (Präsident Deutscher Reiter- und Fahrerverband), Ute Gräfin Rothkirch (Deutscher Reiter- und Fahrerverband) und Michael Mronz (Geschäftsführer Aachener Reitturnier GmbH). Die Jurymitglieder hatten dieses Jahr nicht nur rund 40 Beiträge von Bloggern und Onlinern, sondern auch von Redaktionen, Sportlern, Veranstaltern und Agenturen unter die Lupe genommen. Bewertet hat sie diese unter anderem anhand der Kriterien Kreativität, Qualität, User-Involvement, Zielgruppenaffinität und Relevanz der eingereichten Beiträge. Vom Post bis zur ganzen Webseite waren viele kreative und spannende Beiträge dabei.
Nun wurde Juliane Barth als erste Gewinnerin des „neuen“ Medienpreises am Dienstagabend im Rahmen der Eröffnungsfeier im Hauptstadion geehrt. Die weiteren Platzierungen gingen an: Platz 2: Harriet Jensen für ihr Gesamtkonzept, Platz 3: Gabriele Pochhammer für ihren Blog „Moment Mal!“ auf st-georg.de, Platz 4: Team Kaupp für ihr Gesamtkonzept und Platz 5: Team Marina und die Ponys ebenfalls für ihr Gesamtkonzept.

Der Siegerbeitrag wurde nicht nur mit der Trophäe „Das Silberne Pferd“, sondern auch mit einem Geldbetrag von 3000 Euro geehrt. Der zweitplatzierte Beitrag wurde mit 2000 Euro honoriert, der drittplatzierte mit 1000 Euro, der viert- und fünftplatzierte mit jeweils 500 Euro. Besonderes Bonbon: Experten der RWTH Aachen fertigten einen 3D-Scan von Juliane Barth an, demnächst wird sie zusätzlich noch eine Skulptur von sich selber überreicht bekommen – gefertigt mit einem 3D-Drucker.

Preis der Liselott und Klaus Rheinberger Stiftung

Lauter Premieren Im vergangenen Jahr hatten sich die…


Lauter Premieren

Im vergangenen Jahr hatten sich die U25-Dressurreiter im Preis der Liselott und Klaus Rheinberger Stiftung noch mit Platz zwei hinter den Niederlanden begnügen müssen. In diesem Jahr starteten sie richtig durch.

2017 hatten die Niederlande die Nase vorn gehabt im Nationenpreis der U25-Dressurreiter um den Preis der Liselott und Klaus Rheinberger. Diesmal übernahm Deutschland vom ersten Starter die Führung und gab sie bis zum Schluss nicht mehr her – Sieg für das Trio Jil-Marielle Becks auf Damon’s Satelite, Lisa-Maria Klössinger mit Daktari und Juliette Piotrowski auf Sir Diamond vor Schweden und den Niederlanden. In Aachen vorne zu stehen, war nicht nur für die drei Reiterinnen Neuland, sondern auch für ihren Trainer, Sebastian Heinze. Der sagte: „Aachen hat ja immer einen besonderen Stellenwert. Es ist etwas ganz Besonderes, hier reiten zu dürfen. Und wenn man dann auch noch mit einer gelben Schleife hier raus geht, das ist etwas Einmaliges!“

 

Für Jil-Marielle Becks gab es heute gleich drei „erste Male“: erster Aachen-Auftritt, erste Starterin der Prüfung und das Ganze gekrönt vom ersten Aachen-Sieg. Es heißt ja öfter, als erster Reiter könne man gar nicht gewinnen. Diese vermeintliche Weisheit wurde heute durch die 20-jährige Becks und den selbst gezogenen Damon’s Satelite widerlegt, die nach einer soliden Runde 72,382 Prozent erhielten – ein Ergebnis, das keines der nachfolgenden Paare toppen konnte.

Ja, Aachen sei schon noch mal etwas anderes als alle Turniere auf denen sie bislang geritten ist, gab Jil-Marielle Becks später zu. Für sie ist es außerdem auch noch ihr erstes U25-Jahr und ihr Pferd ist erst zehn Jahre jung. Und dann gleich Aachen reiten … Doch die beiden haben heute bewiesen: Sie sind CHIO-reif. Und wer das ist, kann auch überall sonst bestehen, sagt Bundestrainer Heinze: „Es ist schon noch mal ein Unterschied, wenn die U25-Generation vor Fünf-Sterne-Richtern reitet. Die legen einen anderen Maßstab an. Sie verlangen richtiges Grand Prix reiten.“

 

Gefreut hat sich Sebastian Heinze auch über das Ergebnis der zweiten deutschen Reiterin, der amtierenden U25-Europameisterin Lisa-Maria Klössinger auf Daktari. Der Wallach hatte sich im Mai eine Verletzung zugezogen und seither Turnierpause gehabt. Gerade rechtzeitig zum CHIO wurde er wieder fit. Das Paar hatte schon im vergangenen Jahr zur CHIO-Nationalmannschaft gehört, doch damals hatte der hoch sensible Württemberger sich noch sehr von der Umgebung beeindrucken lassen. Das war jetzt viel besser – obwohl seine Reiterin überzeugt ist: „Er hat sich erinnert. Als wir einritten, bekam er riesengroße Augen!“ Es gelang ihr jedoch, ihm Sicherheit zu vermitteln und die Prüfung mit 71,971 Prozent zu Ende zu reiten. In der Gesamtwertung war das Rang drei hinter Jil-Marielle Becks und dem bestplatzierten schwedischen Paar, Marina Mattsson auf Quartermain (72,029).

 

Lediglich für die dritte im Team, Juliette Piotrowski auf Sir Diamond, lief es heute nicht wie erhofft. „Ich habe mich vor allem über mich selbst geärgert“, so Piotrowski. „Ich hatte ihn die ganze Zeit ein bisschen zu hoch aufgerichtet, so dass er nicht mehr so schön über den Rücken arbeitete wie sonst und wir nicht so viel Ausdruck hatten. Ich hätte das korrigieren müssen, aber ich habe mich nicht so richtig getraut. Aachen ist eben doch noch mal anders.“ Mit 68,706 Prozent belegte das Paar Rang neun. Juliette trug es mit Fassung: „In der Einzelwertung machen wir es besser!“

CHIO Aachen: Preis der VUV – Vereinigte Unternehmerverbände „mit Herzklopfen“ an Dorothee Schneider

„Noch grün“ ist First Romance, der Mannschaftsolympiasiegerin Dorothee…


„Noch grün“ ist First Romance, der Mannschaftsolympiasiegerin Dorothee Schneider zum Sieg im Prix St. Georges trug, dem Preis der VUV – Vereinigte Unternehmerverbände. Was er nicht an Erfahrung mitbringt, macht der Wallach durch sein Talent wett.

 

Es ist das erste Mal, dass der achtjährige Fürst Romancier-Sohn First Romance beim CHIO Aachen an den Start geht. Das hat seine Reiterin gemerkt: „Er fand das alles sehr spannend! Noch fünf Minuten vor dem Einritt hat er sich auf dem Abreiteplatz erschreckt und ich konnte sein Herz durch den Stiefel schlagen fühlen.“ Aber der Wallach ließ sich beruhigen und absolvierte seine Aufgabe wie ein alter Hase – obwohl er seine erste Saison in der schweren Klasse geht und Aachen erst sein zweites internationales Turnier überhaupt ist. „Er war an, aber hat zugehört“, beschreibt Mannschaftsolympiasiegerin Dorothee Schneider ihr Reitgefühl auf dem Youngster. Mit 74,824 Prozent gewannen die beiden den Prix St. Georges, Preis der VUV – Vereinigte Unternehmerverbände. Schneider sagt: „Es ist einfach ein Genuss, ihn zu reiten! Er begeistert mich immer wieder!“ Offensichtlich nicht nur sie, sondern auch die Richter!

Platz zwei ging mit 73,941 Prozent an ein Paar, das Deutschland schon bei den Weltmeisterschaften der jungen Dressurpferde vertreten hat: Stefanie Wolf und die neunjährige Rheinländer Stute Saphira Royal v. San Amour.

WM-Erfahrung hat auch das Pferd auf dem dritten Platz, der neunjährige KWPN-Hengst Eye Catcher v. Vivaldi. Fünf- und sechsjährig gewann er die Bronzemedaille bei den Weltmeisterschaften der jungen Dressurpferde, damals noch unter der Niederländerin Kirsten Brouwer. Inzwischen hat er mit Antonio Laiz Zandio einen spanischen Reiter, der ihn bei ihrem Aachen-Debüt zu 71,441 Prozent ritt.

CHIO Aachen: Preis des Handwerks-Sieger Darragh Kenny – „In Aachen habe ich immer Glück!“

Er reitet erst zum zweiten Mal hier in…


Er reitet erst zum zweiten Mal hier in Aachen, aber gewonnen hat er schon deutlich öfter: der Ire Darragh Kenny, der heute als Sieger im Preis des Handwerks vom Platz galoppierte.

 

Der erste und bislang einzige CHIO Aachen-Besuch des Iren Darragh Kenny ist schon ein Weilchen her: 2014 galoppierte er das letzte Mal durch die Aachener Soers. Seine Bilanz damals: drei Siege. Die feierliche Eröffnungsfeier des CHIO 2018 ist noch keine 24 Stunden her, da hat Kenny seine vierte gelbe Schleife an der Trense. Im Sattel des neunjährigen Cacan war er fast zwei Sekunden schneller als der Rest des Feldes, die um den Preis des Handwerks ritten. „Hier habe ich immer Glück“, strahlte der Ire. Dabei ist Aachen erst das zweite Turnier überhaupt für ihn und Cacan. Der glich die mangelnde Erfahrung durch Qualität aus: „Er ist wirklich ein Superpferd!“

 

Das gilt natürlich auch für die weiteren Platzierten. Platz zwei ging an die Selle Français-Stute Venise du Reverdy unter dem in Belgien beheimateten Ägypter Abdel Saïd. Dritte wurde die Holsteiner Stute Star unter dem Franzosen Thierry Rozier. Die zweite CHIO Aachen Platzierung seines Lebens holte mit Rang vier der Brite Harry Charles auf Controe, frisch gebackener Doppel-Europameister, der hier für die Rolex Academy startet. Fünftes und sechstes Paar auf der Ehrenrunde waren der Brasilianer Pedro Veniss im Sattel von For Felicila sowie Schwedens Henrik von Eckermann und Que Guapo de Hus Z, die auch schon im STAWAG Eröffnungsspringen im Geld gewesen waren.

O-Töne: Simone Blum

O-Töne: Simone Blum Du bist mit drei Pferden…


O-Töne: Simone Blum

Du bist mit drei Pferden in Aachen. Auch „Alice“ ist dabei – sie war verletzt. Wie fühlt sie sich hier in Aachen?

Blum: Sie fühlt sich super und ist unheimlich wild. Ich bin froh, dass wir beide in diesem Jahr dabei sein können.

Wie geht es Alice aktuell?

Blum: Nach ihrer Verletzung war Alice eigentlich wieder relativ schnell im Training. Wir haben ihr allerdings ein bisschen mehr Zeit gegeben, damit sie richtig ausgeheilt ist. Diese Saison klappt soweit alles gut. Alice liebt halt den Springsport. Wenn sie springen darf, um so höher es ist, desto mehr Freude hat dieses Pferd. Sie hat die beste Einstellung, die man sich wünschen kann. Das Rundum-Paket stimmt bei ihr, ich könnte fast keine negativen Dinge nennen.

Welche Erwartungen hast du für diese Saison gerade mit Blick auf Tryon?

Blum: Tryon ist für uns natürlich auch ein großes Ziel. Aber das müssen wir auch ein stückweit auf uns zukommen lassen. Auch wir werden unser Bestes geben, aber gerade im Sport – vor allem wenn man mit Tieren zu tun hat – kann man nicht alles planen.

Und deine Erwartungen an Aachen?

Blum: Alice bin ich gestern im Warm-up geritten. Da war sie auch frisch und wild. Con Touch habe ich im STAWAG Eröffnungsspringen geritten. Wir hatten soweit eine gute Runde mit einem Fehler. Beim Sparkassen-Youngster-Preis hatten wir eine Nullrunde. Er kann hier noch viel lernen. Heute treten wir dann im Turkish Airlines-Preis von Europa an. Toll wäre natürlich auch die Qualifikation für den Rolex Grand Prix – und dann auch noch eine Platzierung zu bekommen, wäre ein großer Traum.

Schaut man sich das Team für den Mercedes-Benz Nationenpreis an, scheint es einen Generationenwechsel im deutschen Springsport gegeben zu haben…

Blum: Ein Umbruch findet ja immer mal wieder statt, da junge Leute nachkommen müssen. Wir müssen ja auch die Chancen bekommen, Erfahrungen zu sammeln. Deswegen finde ich es unheimlich toll, dass wir in Aachen ein sehr junges Team sind. Auch alle anderen großen Namen haben einmal jung angefangen. Außerdem haben wir unheimlich tolle Pferde im Team. Am Schluss braucht man natürlich auch ein bisschen Glück, damit alles funktioniert. Der Druck ist natürlich groß, da die Deutschen ja bereits zwei Mal hintereinander gewonnen haben. An diesen Erfolh wollen wir natürlich gerne anknüpfen.

O-Töne Laura Klaphake

O-Töne: Laura Klaphake Wie war der Auftakt beim…


O-Töne: Laura Klaphake

Wie war der Auftakt beim CHIO Aachen?

Klaphake: Ich habe vier Pferde in Aachen dabei – zwei Pferde für Fünf Sterne, einen Youngster und ein Pferd für die U25-Prüfung. Gestern war ich schon beim Sparkassen-Youngsters-Cup mit Carmina, einem sehr unerfahrenen Pferd, unterwegs. Dafür hat sie es sehr gut gemacht. Denn für die unerfahrenen Pferde ist es hier in Aachen natürlich ganz schön aufregend. Mit Bantou Balou bin ich dann beim STAWAG Eröffnungsspringen geritten. Im Großen und Ganzen bin ich bislang zufrieden.

Ein kleiner Rückblick auf die letzten Monate, in denen bei dir viel passiert ist: Wie hast du das empfunden?

Klaphake: 2017 war ein unglaublich erfolgreiches Jahr für mich. Da habe ich nicht im Geringsten mit gerechnet. Ich habe versucht, an alle Prüfungen möglichst entspannt heranzugehen. Das hat auch meistens gut geklappt. Nach meinem erfolgreichen Ritt beim Rolex Grand Prix in Aachen im vergangenen Jahr durfte ich dann auch nach Göteborg, nach Barcelona fahren. Das waren tolle Erfahrungen!

Bleibst du da cool?

Klaphake: Ich versuche einfach, entspannt zu bleiben. Denn am Ende bin ich keine Maschine und das Pferd ist auch keine Maschine. Wir geben unser Bestes, aber man muss abwarten, wie es ausgeht. Man muss trotzdem schauen, dass man selbst Spaß an der Sache behält, dass die Pferde Spaß an der Sache behalten und dass man zusammen mit dem Pferd ein super Team bildet.

Was sind die Ziele – kurzfristig für den CHIO Aachen und langfristig für die Weltreiterspiele in Tryon?

Klaphake: Beim CHIO Aachen möchte ich mich natürlich für den Rolex Grand Prix qualifizieren, was ja auch schon nicht so einfach ist. Wenn ich das geschafft habe, wäre es natürlich traumhaft, eine Nominierung für Tryon zu erhalten. Aber da müssen am Ende viele Faktoren stimmen. Wir geben auf jeden Fall unser Bestes und dann schauen wir am Ende! Catch me if you can hat auf jeden Fall ein riesengroßes Herz – ich glaube, egal, was ich hier hinstellen würde, sie würde überall drüberspringen. Und wenn es wichtig wird, kann sie sich unheimlich gut fokussieren.

Eröffnungsfeier 2018: Ein chinesisches Sommermärchen in der Soers

Mal leise, mal laut, mal philosophisch, mal kämpferisch…


Mal leise, mal laut, mal philosophisch, mal kämpferisch – die Eröffnungsfeier beim CHIO Aachen war alles andere als eintönig. Im Gegenteil: Farbenfroh und voller Überraschungen!

Das Partnerland China präsentierte ein kulturelles, artistisches und musikalisches Spektakel der Extraklasse! Das ganze vor ausverkauftem Haus. Denn 40.000 Zuschauer, darunter zahlreiche Ehrengäste, ließen sich dieses Open-Air-Schauspiel unter Flutlicht und mit der untergehenden Sonne als Kulisse nicht entgehen. Rund 250 Pferde und rund 1000 Mitwirkende, darunter viele Statisten, machten den 90-minütigen offiziellen Auftakt des Weltfests des Pferdesports zu einem stimmungsvollen Abend.

Aber noch bevor die deutsche Springreiterin Laura Klaphake und ihre chinesische Kollegin Mei Mei Zhu – die einzige chinesische Starterin in diesem Jahr – den CHIO Aachen 2018 mit einer kurzen Begrüßung offiziell eröffneten, wurde zunächst mit einer Gedenkminute eines außergewöhnlichen Springreiters gedacht: Hans Günter Winkler, der Anfang Juli starb. Ein bewegender Moment im Hauptstadion.

Unter dem Motto „Huanying China“ (zu Deutsch: „Herzlich Willkommen“) ging es dann weiter – mit vielen Gruppen, welche die Faszination des Partnerlandes anschaulich auf den „Heiligen Rasen“ zauberten. Nicht nur eine Kung Fu Show mit 60 Kung Fu Kämpfern, eine 100 Reiter und 100 Tänzer umfassende Reit- und Tanzchoreographie im Zeichen von „Yin & Yang“, die Terrakotta Armee sowie Löwen- und Drachentanz waren Teil der Show. Aus Aachen beteiligte sich zudem der Kinderchor der chinesischen Schule, der von Mezzosopranistin Sissi Qi Wang und 150 Kindern mit chinesischen Lampions begleitet wurden. Dazu zeigte der Aachener Traditionsverein der chinesischen Wissenschaftler und Studenten eine getanzte Modenschau, gekleidet in traditionelle chinesische Trachten.

Zu den Highlights des Abends gehörte ohne Frage der Auftritt des Chinesischen Nationalcircus, dessen Artisten auf mit Lampions geschmückten Bühnenwagen u. a. mit Vasenjonglage, Diabolo, Kontorsion, Handstand und Tai-Chi das Publikum für staunende Gesichter sorgten. Mit Kraft, Power und jede Menge Rhythmus im Blut begeisterten auch die Trommlerinnen der Formation „Manao Drums of China“. Bereits die Olympischen Spiele in Peking im Jahr 2008 eröffneten sie mit einem riesigen Trommelwirbel, zehn Jahr später gaben sie in der Soers ebenfalls ihre fesselnden musikalischen Choreografien zum Besten.

Krönender Abschluss der Eröffnungsfeier war ein buntes Großfeuerwerk, das mit lautem Getöse und schillernden Farben in den abendlichen Soerser Himmel entsandt wurde.

Prominente Gäste bei der Media Night

Der Rote Teppich wird beim renommierten Weltfest des…


Der Rote Teppich wird beim renommierten Weltfest des Pferdesports, CHIO Aachen, traditionell den Pferden ausgerollt. Doch an einem Abend verlagert sich das Interesse der Fotografen auf den Eingang des Champions‘ Circle, wenn dort die Gäste aus Medien und Sport, Gesellschaft, Politik und Wirtschaft zur CHIO Aachen Media Night ankommen.

Es ist DER Gala-Abend bei Deutschlands größtem Sportereignis. Und er ist immer auch Laufsteg für viele Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens. Für Lilly Becker war es der erste öffentliche Auftritt nach der Trennung von Gatte Boris Becker. An der Seite von Unternehmer Jens Hilbert kam sie nach Aachen, „es ist eine völlig neue Welt für mich, sehr aufregend und sehr schön.“ Auch Schauspielerin Uschi Glas, Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, Schauspieler Heino Ferch samt Gattin Marie-Jeanette fühlten sich sichtlich wohl, ebenso wie Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet oder Elisabetta Canalis. Das Model war auf Einladung von Co-Gastgeber Hermann Bühlbecker in die Soers gekommen. Alle Gäste genossen nicht nur die Media Night, sondern ließen sich bei der CHIO Aachen-Eröffnungsfeier in den Bann des diesjährigen Partnerlandes China ziehen. Anschließend wurde im Champions‘ Circle bis tief in die Nacht weiter gefeiert – bei erlesenem Catering unter anderem von Star-Koch Harald Wohlfahrt.

CHIO Aachen: Erster Teil des Sparkassen-Youngsters-Cup an Daniel Deußers Killer Queen

Der Name ist furchteinflößend, tatsächlich frisst Daniel Deußers…


Der Name ist furchteinflößend, tatsächlich frisst Daniel Deußers achtjährige Stute Killer Queen jedoch nur Meter im Parcours. Und Hindernisse, die ihr im Weg stehen. So wie heute in der ersten von drei Wertungsprüfungen des Sparkassen-Youngsters-Cup.

 

Klar, der Sparkassen-Youngsters-Cup ist – wie der Name schon sagt – eine Prüfung für junge Pferde. Aber immerhin geht es über 1,40 Meter-Hindernisse. Daniel Deußer und seine belgische Warmblutstute Killer Queen v. Eldorado van de Zeshoek ließen den Parcours allerdings aussehen wie eine Springpferdeprüfung der Klasse A. Lässig galoppierten sie in Bestzeit von 70,57 Sekunden über den Parcours. Daniel Deußer: „Ich habe gar kein Gas gegeben, aber hätte man die Galoppsprünge gezählt, hätten wir mit Sicherheit vier weniger gehabt als die anderen. Sie hat einfach einen Riesengalopp.“

Und nicht nur das, sie hat auch die Einstellung, die Pferde brauchen, um in einem Stadion wie der Soers brillieren zu können: „Sie hat sehr viel Temperament, viel Blut, aber einen unwahrscheinlich guten Kopf“, beschreibt ihr Reiter. „Egal wo, sie springt immer super, lässt sich von nichts beeindrucken.“ Das hat sie heute eindrucksvoll demonstriert – findet Deußer selbst übrigens auch: „So wie sie hier heute drüber gegangen ist, bin ich überzeugt, dass sie in ein, zwei Jahren auch den Preis von Europa oder NRW springt!“

 

Daniel Deußer kann heute mit seinem Stall- und Trainingskollegen Lorenzo de Luca anstoßen. Der Italiener hatte mit der ebenfalls achtjährigen Evita van’t Zoggehof v. Golden Hawk nämlich in Führung gelegen bis Deußer kam und ihn mit seinen 71,34 Sekunden auf den zweiten Platz verwies. Dritter wurde Marcus Ehning auf der westfälischen For Contest-Tochter Filippa K, gefolgt von Christian Ahlmann und Cornwell v. Cornado.

 

Für die Zuchtinteressierten

 

Sowohl der Italiener de Luca als auch Daniel Deußer sind in Belgien zuhause und reiten für die Stephex Stables, denen auch beide Pferde gehören. Und das ist nicht die einzige Gemeinsamkeit. Ihre beiden Stuten sind in Belgien gezogen, die eine ist beim BWP (Belgisch Warmbloedpaard) eingetragen, die andere beim SBS (Belgium Sporthorse). Und beide kommen aus hoch erfolgreichen Stutenstämmen.

Killer Queens Mutter Derly Chin de Muze trug den Kanadier Eric Lamaze 2012 über die olympischen Parcours von London. Und auch die weiteren Mütter Werly Chin, Qerly Chin und Kerly waren international hoch dekoriert.

Evita van’t Zoggehofs Großmutter, die Selle Français-Stute Fragrance de Chalus v. Jalisco brachte z.B. auch den in Aachen ebenfalls gut bekannten Hengst Mylord Carthago (Pénélope Leprevost/FRA) sowie auch noch diverse weitere internationale Sportpferde und gekörte Hengste. Woran man mal wieder sieht: Zucht ist kein Zufall!

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