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Philip Rüping nicht zu schlagen im Preis des Handwerks

Philip Rüping, Bereiter im Stall von Paul Schockemöhle,…


Philip Rüping, Bereiter im Stall von Paul Schockemöhle, ist der erste deutsche Springreiter, der ein Springen beim CHIO 2017 gewinnen konnte. Der Preis des Handwerks war seiner.

Mehr als eine ganze Sekunde nahmen Philip Rüping und seine zehnjährige Mecklenburger Stute Chalypsa v. Chacco-Blue der Konkurrenz ab. Damit krönten die beiden eine ganze Serie guter Platzierungen in den vergangenen Wochen. In den letzten fünf Springen waren sie jedes Mal unter den Top Ten platziert. Und heute dann das Highlight, der Sieg im Preis des Handwerks beim CHIO Aachen.

Für den 33-jährigen Rüping ist dieses Jahr sein erstes CHIO-Jahr – zumindest als Teilnehmer: „Ich war in den vergangenen Jahren immer schon zum Zuschauen hier. Aber hier mitzureiten, das ist schon eine tolle Sache!“ Und dann auch noch gleich zu siegen. Das allerdings überraschte Rüping weniger, denn über sein Pferd sagt er: „Chalypsa hat sich in den vergangenen Monaten sehr gut gemacht. Sie ist sehr beständig geworden.“ Zeitspringen sind gewissermaßen genau ihr Ding: „Sie hat viel Blut und ist eine richtige Kämpferin. Sie will immer alles richtig machen!“

Platz zwei ging an den Niederländer, dem derzeit alles zu gelingen scheint, Harrie Smolders. Wobei – fast alles, wie man heute gesehen hat. Sein Zenius, ein 13-jähriger KWPN-Wallach v. Nabab de Reve, kam nach 61,56 Sekunden ins Ziel. Dritter wurde Mario Stevens im Sattel der elfjährigen Hannoveraner Stute El Bandiata B v. El Bundy. Nach 61,69 Sekunden überquerten die beiden die Ziellinie.

Media Night beim CHIO Aachen: Die Party nach der Party

Von der Party-Band zur Party-Night: Während gestern am…


Von der Party-Band zur Party-Night: Während gestern am späten Abend im Hauptstadion die Hermes House Band am Ende der Eröffnungsfeier noch die letzten Zugaben spielte, begann im „Champions´ Circle“ ein echter CHIO Aachen-Klassiker: Die Media Night.

Schauspielerin Veronika Ferres kam ins Grübeln. Auf was sie sich denn am meisten freute, wollten die Journalisten am Roten Teppich wissen. „Auf die ganzen Pferde und Sportler“, sagte sie, „aber auch auf meinen Freund Michael Mronz. Und darauf, mit der Kutsche ins Hauptstadion zu fahren.“ Hier ehrte sie Isabell Werth mit dem „Silbernen Pferd“, „eine Sportlerin, die ich so sehr verehre“.  Auch Schauspielerin Mariella Ahrens war in die Soers gekommen, ebenso wie der neue Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, Armnin Laschet. Mit-Gastgeber Hermann Bühlbecker hatte die Schauspielerin Isabelle Huppert mit nach Aachen gebracht. Die Gäste aus dem öffentlichen Leben, Sport, Politik, Wirtschaft und Medien hatten zuvor gemeinsam mit 40.000 Zuschauern im ausverkauften Hauptstadion die spektakuläre Eröffnungsfeier rund um das diesjährige Partnerland Niederlande verfolgt. Bis spät in die Nacht wurde dann noch beim erlesenene Catering von „Do&Co“ aus Wien die außergewöhnliche CHIO Aachen-Atmosphäre gefeiert.

Deutsches Team für den Mercedes-Benz Nationenpreis steht

Noch einmal schlafen, dann ist es so weit…


Noch einmal schlafen, dann ist es so weit – am Donnerstag Abend geht es beim CHIO Aachen um den traditionellen Mercedes-Benz Nationenpreis. Bundestrainer Otto Becker hat nun bekannt gegeben, wer die deutschen Farben vertreten darf.

Drei Routiniers und ein Youngster werden für Deutschland antreten: Marcus Ehning, Marco Kutscher, Philipp Weishaupt sowie Maurice Tebbel. Für den 23-Jährigen wird es der erste Start bei „den Großen“ sein. Ein weiteres Nachwuchstalent ist Reservistin: die frisch gebackene Deutsche Amazonen-Meisterin Laura Klaphake, ebenfalls 23 Jahre jung.

Enttäuscht ist die Studentin mit Einser-Abitur aber kein bisschen: „Ich bin stolz, unter die top fünf gekommen zu sein und werde die anderen mental unterstützen!“, so eine gut gelaunte Laura Klaphake.

Und Maurice Tebbel? „Ja, ein bisschen nervös ist man schon“, gibt er zu. „Aber eigentlich habe ich das ganz gut im Griff. Und wenn man hier in Aachen starten kann, dann überwiegt die Freude!“ Aachen wird sein dritter Nationenpreis bei den Senioren. Im Nachwuchsalter hat er schon an „sechs oder sieben“ Europameisterschaften teilgenommen. So genau weiß er das selbst nicht mehr. Ob der Start morgen im Mercedes-Benz Nationenpreis der Höhepunkt seiner bisherigen Laufbahn ist? „Die Nominierung schon. Alles andere müssen wir abwarten. Das hängt davon ab, wie es läuft …“, so der Jungprofi. Auf sein Pferd kann er jedenfalls zählen. Den zehnjährigen westfälischen Hengst Chacco‘s Son kennt er seit der als Fohlen zur Familie Tebbel kam. Zwei Jahre später hat er ihn selbst zur Körung vorgestellt und ist mit ihm den ganzen Weg von den ersten Springpferdeprüfungen bis in den ganz großen Sport gemeinsam gegangen. Die Nationenpreisteilnahme ist für den 23-Jährigen also auch ein echter Ausbildungserfolg.

Der Mercedes-Benz Nationenpreis wird in zwei Umläufen unter Flutlicht ausgetragen. Los geht‘s um 19:30 Uhr. Acht Mannschaften mit je vier Reitern, von denen die drei besten Ergebnisse gewertet werden, treten an. Sieger ist das Team mit der geringsten Fehlerzahl nach den zwei Umläufen. Bei Gleichstand entscheidet ein Stechen. Die Teams selbst können bestimmen, welcher ihrer Reiter sie dabei vertreten soll.

Die Ferres, die Werth und zwei Pferde

Im Oktober kommt Veronica Ferres´ neuer Film „Unter…


Im Oktober kommt Veronica Ferres´ neuer Film „Unter deutschen Betten“ ins Kino. Eine Komödie über eine gefallene Diva, die sich fortan als Putzfrau verdingt. Grund genug für die Schauspielerin, die am Dienstagabend die Eröffnungsfeier und die „Media Night“ beim CHIO Aachen besuchte, einen großen Spaß mitzumachen. Ausstaffiert mit Kittel, Kopftuch und Staublappen polierte sie das „Silberne Pferd“, den Preis, den sie am Abend während der Eröffnungsfeier an Isabell Werth überreichte. Aufmerksam beäugt von Dressur-Superstar Werth und ihrem Top-Pferd „Weihegold“. Der Kittel war Veronica Ferres im Übrigen nicht dreckig genug. „Damit sehe ich ja aus wie eine Ärztin“, schmunzelte sie über das blütenweiße Kleidungsstück. Kurzerhand marschierte sie aus dem Stall 2 bis zu einem großen Haufen Pferdemist. Sprach „genau richtig“ und walkte den Kittel einmal richtig durch den Mist. „Stilecht und, nun ja, leider auch etwas streng riechend“ (Ferres) war nun alles angerichtet für das Foto und ein kurzes Gespräch über Pferd und Film.

Sie sind den Pferden schon lange verbunden…

Ja, ich reite auch selber, seit Kindesbeinen, mein Onkel hatte einen Reitstall, direkt gegenüber von uns. Ich konnte gerade laufen, da saß ich bereits auf dem Pferd, es ist ein großartiger Sport. Ich bin schon mal mit Isabell und Ludger Beerbaum zusammen bei einem Reitturnier zur Eröffnung eingeritten. Das war ein unglaubliches Gefühl. Könnte ich nicht reiten, hätte ich den Auftritt mit Ludger und Isabell im Galopp auch nicht überlebt (lacht).

Und auch den CHIO Aachen kennen Sie bereits.

Stimmt. Ich war tatsächlich schon mal hier, aber das ist ewig her. Was sagen Sie, wann der Verein gegründet wurde? 1898? Ja, so um den Dreh rum war ich schon mal dabei. Nein, im Ernst: Ich freue mich riesig, dass ich hier zu Gast sein durfte, meinen Freund Michael Mronz, den neuen Ministerpräsidenten von NRW Armin Laschet und natürlich die ganzen Sportler treffen durfte.

Und dann sind Sie Kutsche gefahren…

Mit der Kutsche ins Stadion einzufahren und „Das Silberne Pferd“ an die großartige Isabell Werth zu verleihen, war fantastisch, die Stimmung großartig. Isabell ist eine große Persönlichkeit, sie hat die Auszeichnung sehr verdient.

Und vorher haben Sie „Das Silberne Pferd“ höchstpersönlich poliert.

Das war ein großer Spaß. Isabell und ich haben viel gelacht und jede Menge Selfies    . Imponierend übrigens, wie brav und entspannt ihr Pferd „Weihegold“ ist.

Als Putzfrau sind Sie in Ihrem neuen Film ab Oktober zu sehen, worum geht’s?

Der Film ist eine Komödie und großartige Geschichte über die Freundschaft. Es gibt viel zu lachen, es ist die Verfilmung eines Bestsellers „Unter deutschen Betten“. Auf eine sehr komische Art und Weise zeigen wir, wie es wirklich bei den Leuten zu Hause aussieht – einmal quer durch die Gesellschaft. Ich spiele eine Schlagersängerin, die an ihrem Comeback arbeitet und alles geht schief. Die einzige, die noch zu ihr hält, ist ihre eigene Putzfrau. Ich ziehe dann zu ihr in die WG und muss durch die tiefe Schule der Demut lernen, wieder Mensch zu werden. Man sieht die Ferres auf den Knien Klos putzen.

Hier geht’s zum Trailer.

Gewinner des Silbernen Pferdes 2017 im Hauptstadion geehrt

Ein Silbernes Pferd für Isabell Werth! Aus der…


Ein Silbernes Pferd für Isabell Werth! Aus der Hand von Schauspielerin Veronika Ferres nahm die Dressurreiterin im Rahmen der CHIO Aachen-Eröffnungsfeier die Auszeichnung entgegen.

„Das Silberne Pferd“ ist die höchste Auszeichnung, die es im Bereich des Pferdesport-Journalismus gibt. Im Jahre 1986 vom Deutschen Reiter- und Fahrerverband e. V. (DRFV) ins Leben gerufen, wird sie seit 2001 als Gemeinschaftspreis zusammen mit dem Aachen-Laurensberger Rennverein e. V. vergeben. Mit diesem Preis werden vor allem das besondere Engagement und außergewöhnliche Leistungen im Reitsportjournalismus ausgezeichnet. Auch 2017 wurden viele hochkarätige Beiträge in den Kategorien „Print“, „TV“ sowie „Audio/Neue Medien“ eingereicht. Die Bekanntgabe der Gewinner erfolgte im Hauptstadion im Rahmen der CHIO-Eröffnungsfeier: Mareike Kürschner für: „Duo Cool“, erschienen in der „Welt am Sonntag“, Inken Pallas für: „Der goldene Reiter Michael Jung“, gesendet im SWR, sowie Martin Seidemann für: „Gold, Silber, Erleichterung. Die Reiter sind eine Bank“ bei NDR Info.

Überreicht wurden die silbernen Pferdeskulpturen von Schauspielerin Veronica Ferres sowie den erfolgreichen Dressurreiterinnen Isabell Werth und Nadine Capellmann. „Es macht Wahnsinnsspaß, hier zu sein, insbesondere bei dem Traumwetter und diesem Traumpublikum heute Abend. Da schlägt das Herz höher“, so das Resümee der strahlenden Pferdeliebhaberin Veronica Ferres.

Und dann die Überraschung am Ende der Verleihung: Denn Isabell Werth wurde von der Gratulantin zur Geehrten in der Sonder-Kategorie „Persönlichkeit“, eine Auszeichnung, die nicht jedes Jahr verliehen wird. Werth ist die erfolgreichste Dressurreiterin in der Geschichte des Pferdesports. Sie hat alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt im internationalen Dressursport: 6 olympische Goldmedaillen, 7 WM-Titel, 13-malige Europameisterin und 14 Mal Deutsche Meisterin, dazu sage und schreibe 10 Triumphe im Deutsche Bank Preis, Großer Dressurpreis von Aachen. Zudem führt sie ist aktuell die Dressur-Weltrangliste mit ihrem Pferd Weihegold OLD an. Für diese außergewöhnlichen Leistungen im internationalen Dressursport und ihre herausragende Rolle als Botschafterin des Pferdesports wurde sie vom Aachen-Laurensberger Rennverein und dem Deutschen Reiter- und Fahrerverband geehrt.

Eröffnungsfeier 2017: „Hallo“ und „Welkom“ zum großen CHIO-Auftakt

Volle Hütte, tolle Stimmung, was für eine Eröffnung…


Volle Hütte, tolle Stimmung, was für eine Eröffnung des CHIO Aachen 2017. Rund 170 Pferde und 790 Personen, dazu Kutschen, Wohnwagen machten den offiziellen Auftakt des Weltfests des Pferdesports zu einem außergewöhnlichen Abend im Hauptstadion.

„Welkom Nederland“ lautete das Motto an diesem Abend. Und das war nicht nur auf den Tribünen spürbar, sondern auch auf dem „Heiligen Rasen“. Schon vor der Eröffnung stimmte ein nostalgisches Grenzszenario am Dreiländereck auf dem Rasen auf die Show ein. Bilder aus längst vergangenen Zeiten  wurden wieder lebendig: Schmuggler, Zöllner, Barrieren, Schlagbäume und viel mehr. Doch mit der folgenden Dressur- und Springquadrille, die von jungen deutschen und niederländischen Reitern präsentiert wurde, verschwammen diese Grenzen mehr und mehr. Und die etwas unkonventionelle Eröffnungsansprache des Springreiterduos Ludger Beerbaum und Jeroen Dubbeldam hoch zu Ross inmitten der Repräsentanten der teilnehmenden Nationen ließ diese Grenzen voll und ganz schwinden. „Für euch ist das hier ja eigentlich genauso ein Heimspiel wie für uns“, so Beerbaum. Dubbeldam schloss sich an: „Ja, ich fühle mich hier zu Hause. Insbesondere das Publikum zollt jedem Reiter großen Respekt. Das ist großartig.“

Wenn man an die Niederlande denkt, darf das Königshaus natürlich auch nicht fehlen. Dieses entsandte seine Königlichen Stallungen in die Soers, mitsamt prunkvollen Kutschen, Vorreitern und Eskorte, musikalisch begleitet von der niederländischen Polizeikapelle. Etwas rasanter ging es unter dem Motto „Schluss mit lustig“ beim „Kick, Jump & Drive“ zu, bei dem sich ein deutsches und ein niederländisches Team aus Vierspännerfahrern und Springreitern ein spannendes Duell lieferten. Natürlich waren auch wunderschöne Friesen, die bekannteste Pferderasse aus den Niederlanden, mit von der Partie. Sie schlossen sich als große Quadrille zusammen und die niederländische Werbe-Ikone „Frau Antje“ zeigte, dass auch sie im Sattel eines Friesen eine gute Figur macht. Ein vornehmlich orange geschmückter Fahrradkorso, Drehorgeln, Stelzenläufer in Tulpenkostümen und viele weitere Schaubilder verwandelten die Soers tatsächlich kurzerhand in ein Fleckchen „Holland“. Auch der frischgebackene NRW-Ministerpräsident Armin Laschet und sein Amtskollege auf niederländischer Seite – Theo Bovens, Gouverneur von Limburg – ließen sich diesen Spaß nicht entgehen, indem sie sichtlich amüsiert in einer Wohnwagen-Kutsche in die Arena einfuhren. Die 90-minütige Eröffnungsfeier endete mit einem musikalischen Highlight: Die niederländische Partyformation „Hermes House Band“ heizte den Zuschauern zum Schluss noch einmal ordentlich ein. Hartelijk bedankt Nederland!

Alvarez Moya und der Null-Fehler-Garant gewinnen den Sparkassen-Youngsters-Cup

Spaniens Sergio Alvarez Moya siegte im Sparkassen-Youngsters-Cup mit…


Spaniens Sergio Alvarez Moya siegte im Sparkassen-Youngsters-Cup mit seiner Nachwuchshoffnung G & C Wolf und erklärte, warum er in Aachen die Qualität seiner Pferde erkennen kann.

 

Ein äußerst gut gelaunter Sergio Alvarez Moya ließ sich vom Aachener Publikum feiern, nachdem er auf dem erst siebenjährigen KWPN-Wallach G & C Wolf v. Harley VDL in fehlerfreien 65,37 Sekunden recht überlegen den Sparkassen-Youngsters-Cup gewinnen konnte. So richtig erwartet hatte der Spanier diesen Erfolg nicht. Obwohl G & C Wolf im vergangenen Jahr nicht einen einzigen Springfehler gemacht hat, wie Alvarez Moya berichtete. Aber nach der Saison hatte er dem Wallach eine längere Pause gegönnt. „Man neigt dazu, zu früh zu viel mit den guten Pferden zu machen“, erklärte er, „darum habe ich erst einmal keine Turniere mit ihm geritten.“ Aachen ist erst der zweite öffentliche Auftritt in dieser Saison für die zwei. „Ich bin mit ihm vergangene Woche zwei kleine Prüfungen geritten. Das fühlte sich noch nicht so gut an. Er war ein bisschen schreckhaft. Man merkte, dass die Turnierroutine fehlte.“ Heute hingegen sei das ganz anders gewesen: „Er mag dieses Stadion! Daran erkennt man die Qualität eines Pferdes. Die Guten wachsen in so einer Atmosphäre über sich hinaus. Die anderen werden schüchtern und machen sich klein.“ Wolf zählt ganz offensichtlich zu der ersten Kategorie.

 

Dasselbe gilt auch für die Pferde auf den weiteren Plätzen. Zweiter wurde der achtjährige Holsteiner Sandero v. Sandro Boy unter Belgiens Gregory Wathelet. Der Fuchs sprang wunderbar, mit herausragender Technik und dabei immer flüssig nach vorne. Die Uhr stoppte nach 66,99 Sekunden. Ebenso gut anzusehen war die Runde des Drittplatzierten, des achtjährigen Iren HHS Hercules. Die Abstammung des Wallachs ist unbekannt, die Reiterin hingegen gehört zu den VIPs, die seit Jahren in Aachen Erfolge feiern: Beezie Madden aus den USA. Die beiden sind noch nicht lange ein Paar. Das erste gemeinsame Turnier war Mitte Juni in Spruce Meadows, einem weiteren Austragungsort eines der vier Major-Turniere. Dort waren die beiden an drei Wochenenden am Start und auch mehrfach platziert – ein gutes Training für die Soers, denn auch dort gibt es einen großen Rasenplatz. Flotte 67,51 Sekunden im Sparkassen-Youngsters-Cup sprechen dafür, dass das mit der Vorbereitung auf den CHIO Aachen gut geklappt hat.

 

Bester Deutscher war Marco Kutscher im Sattel des ebenfalls achtjährigen Westfalen Hengstes Charco v. Chin Quin. Der Hengst aus russischem Besitz beeindruckte mit großer Vorsicht und lieferte mit 69,70 Sekunden die fünftschnellste Zeit.

Aachen-Neuling gewinnt STAWAG Eröffnungsspringen

Volltreffer für Brasiliens Eduardo Menezes bei seinem CHIO…


Volltreffer für Brasiliens Eduardo Menezes bei seinem CHIO Aachen-Debüt – zum ersten Mal in der Soers, erste Prüfung und gleich ein Sieg!

„Wahnsinn, was hier schon am Dienstag los ist“, staunte der in den USA beheimatete Brasilianer Eduardo Menezes, nachdem er am liebsten noch zehn weitere Ehrenrunden unter dem Applaus der Zuschauer im Hauptstadion der Soers gedreht hätte. Gerade hatte er im Sattel der 13-jährigen Oldenburger Stute Caruschka v. Caspar das Eröffnungsspringen des CHIO Aachen um den STAWAG Preis gewonnen. Und wie! Fast zwei Sekunden lagen zwischen ihm und dem Rest des Feldes. Das war kein Zufall: „Wenn ich reite, will ich gewinnen! Und wenn es nicht klappt, dann liegt es nicht daran, dass ich es nicht versucht hätte“, verriet der 37-Jährige mit einem Augenzwinkern. Caruschka ist sein „Speedpferd“. Sie ist also für die schnellen Springen zuständig. Morgen, im Turkish Airlines-Preis von Europa, setzt Menezes auf Olympiapferd Quintol, mit dem er in Rio 2016 am Start war. Da kann die Konkurrenz sich schon mal warm anziehen!

Lange Zeit hatte es so ausgesehen als würden die Niederländerin Aniek Poels und die elfjährige Cornet Obolensky-Tochter Cosma Go das Rennen machen, nachdem sie fehlerfrei in 61,01 Sekunden über den Parcours gekommen waren. Aber dann kam Eduardo Menezes mit seiner Schimmelstute und fegte nach 59,36 Sekunden durch die Lichtschranke im Ziel. So musste Aniek Poels mit Rang zwei Vorlieb nehmen.

Dritter wurde Stilist Marcus Ehning auf dem Pferd, mit dem er im vergangenen Jahr noch die Finalprüfung im Sparkasse Youngsters-Cup gewonnen hatte, der nun neunjährigen Hannoveraner Tochter Calanda v. Calido. Schon damals sagte Ehning, Calanda könnte sein nächster Superstar sein. Obwohl eigentlich kein Mann großer Worte, schwärmte er damals: „Calanda ist ein fantastisches Pferd!“ Das hat sie heute wieder gezeigt, als sie in 62,16 Sekunden die drittschnellste und dazu noch fehlerfreie Runde lieferte.

Aus deutscher Sicht konnten sich auch Christian Kukuk mit Colestus (Platz fünf), die frisch gebackene Deutsche Meisterin Simone Blum auf Flying Boy (Rang sieben), Holger Hetzel auf Legioner (Zehnter) sowie Markus Beerbaum mit Comanche (Rang 13) platzieren.

Diverse weitere Paare, wie z.B. auch die Donnerstag für den Nationenpreis genannte Laura Klaphake (23), die ihr Aachen-Debüt bei den Senioren gibt, kamen ohne Hindernisfehler ins Ziel, ließen es aber ruhig angehen und nutzten das Eröffnungsspringen für einen guten Auftakt beim Weltfest des Pferdesports.

Große Oranje-Show auf dem Markt gibt Vorgeschmack auf Eröffnungsfeier

Wenn Nachbarn zusammen feiern, dann kann es ganz…


Wenn Nachbarn zusammen feiern, dann kann es ganz schön stimmungsvoll zugehen! Das zumindest bewies am Montagabend der Empfang des diesjährigen CHIO Aachen Partnerlandes Niederlande auf dem proppenvollen Aachener Marktplatz. Dort zeigten die Akteure, was die Niederlande alles zu bieten hat. Viele Aachener Zuschauer und Ehrengäste, darunter Oberbürgermeister Marcel Philipp, ALRV-Präsident Carl Meulenbergh, NRW-Ministerpräsident Armin Laschet und Theo Bovens, Gouverneur der Provinz Limburg, ließen sich dieses Spektakel nicht entgehen. Auch das bestens gelaunte CHIO Aachen-Maskottchen Karli feierte mit den Gästen vor der herrlichen Kulisse des historischen Rathauses. Und die Sonne strahlte mit allen um die Wette. „Wir feiern heute ein Fest unter Freunden“, so brachte es Marcel Philipp auf den Punkt. Warum die Wahl bereits zum zweiten Mal auf das Nachbarland fiel, verriet unterdessen Carl Meulenbergh: „Wir sind immer wieder gefragt worden, ob die Niederlande nicht noch einmal Partnerland des CHIO Aachen werden können.“

Es ist Jahr für Jahr ein Schauspiel der Extraklasse, wenn der prächtige Pferde- und Kutschenkorso vom Turniergelände zum Marktplatz zieht. Vorneweg die Aachener Stadtreiter, die in diesem Jahr royale Verstärkung aus Den Haag bekamen: Zwei edle Kutschen sowie berittene Ehreneskorten aus dem Marstall des niederländischen Königshauses waren Teil des imposanten Trosses. Auch mit dabei: Die „Visitenkarte“ der niederländischen Polizei: Das Königliche Polizeiorchester. Schon bevor sie zu sehen waren, kündigten sie sich mit ihrem lauten Hufschlag auf dem Kopfsteinpflaster an: Herrliche schwarze Friesen – geritten und vor der Kutsche. Sie geleiteten zudem einen ganz besonderen Gast auf den Markt: Frau Antje, die Werbe-Ikone der Niederlande, die – wie könnte es anders sein – Gouda-Häppchen an die Besucher verteilte. Der CHIO Aachen ohne Sport? Undenkbar. Und so schaute auch das niederländische Vierspänner-Team mit Ijsbrand Chardon, Koos de Ronde, Theo Timmermann und Equipe-Chef Harry de Ruyter vorbei. Chardon gab augenzwinkernd schon einen kleinen Ausblick auf den XXXL Pallen Marathon am Turniersamstag: „Das niederländische Team ist natürlich unschlagbar. Im Fußball sind wir zurzeit nicht so gut, wir Fahrer versuchen das wieder gutzumachen.“

Von einer ganz besonderen Freundschaft zwischen Deutschland und den Niederlanden sprach auch der frisch gewählte NRW-Ministerpräsident, der für diesen Empfang eine Stippvisite in seine Heimat unternahm: „Für mich ist das heute ein bewegender Besuch. Schon als Dreijähriger habe ich den CHIO Aachen mit meinen Eltern besucht.“ Theo Bovens, Gouverneur der Provinz Limburg, betonte, dass hier in der Region grenzüberschreitend eine gemeinsame Sprache gesprochen wird: „Dieses Turnier, der Sport, schafft eine noch engere Verbindung zwischen beiden Ländern.“

 

Soerser Sonntag: Volles Haus, tolles Programm

Wer braucht schon Urlaub in der Ferne, wenn…


Wer braucht schon Urlaub in der Ferne, wenn am ersten Wochenende der Sommerferien der „Soerser Sonntag“ im Rahmen des CHIO Aachen 2017 (14. bis 23. Juli) auf das Turniergelände in der Soers lockt? Das dachten sich wohl auch die rund 30.000 Besucher, die heute auf das traditionsreiche Terrain an der Krefelder Straße strömten und durch die Ladenstraßen schlenderten. Das Schöne: Auch das Wetter spielte mit – ein bisschen Sonne, ein paar Wölkchen, angenehme Temperaturen – und das wichtigste: kein Regen.

Der „Tag der offenen Tür“, zu dem der CHIO Aachen-Organisator Aachen-Laurensberger Rennverein e. V. (ALRV) alle Interessierten bei freiem Eintritt auch 2017 einlud, wurde bereits 1998 ins Leben gerufen. Eigentlich war er als einmaliges Event geplant. Gleich bei seiner Premiere kam er bei den Besuchern jedoch so gut an, dass er fester Bestandteil des Weltfests des Pferdesports wurde. Seitdem hat er nichts von seinem Reiz verloren, das bewies auch der heutige Sonntag. Shopping-Vergnügen und kulinarische Genüsse im CHIO Aachen-Village mit mehr als 210 internationalen Ausstellern und zahlreichen Gastronomen auf der einen Seite, ein kunterbuntes Programm an vielen Ecken auf dem Turniergelände auf der anderen Seite – der perfekte Sonntagsausflug für die ganze Familie. „Es ist toll zu sehen, wie sehr die Aachener den Soerser Sonntag annehmen“, so Turnierleiter Frank Kemperman.

Los ging es bereits um 11.30 Uhr mit einem festlichen ökumenischen Gottesdienst unter freiem Himmel im Deutsche Bank Stadion. Die offizielle Eröffnung des „Soerser Sonntags“ mit dem Startschuss für das abwechslungsreiche Rahmenprogramm erfolgte um 13 Uhr auf dem Trainingsplatz Springen. Wer einen der begehrten Plätze am Rande des Grüns ergattert hatte, konnte sich glücklich schätzen. Denn es gab viel zu sehen: Deutsche Reitponys, töltende Isländer und Friesen, eine Show mit Pferden und Falken, ein Mini Traber Rennen, eine rasante Springquadrille, spannende Einblicke in das Training von Fahrpferden mit dem Fahrer Andreas Wintgens und Dog Agility mit Europameisterin Christian Kuko. Insbesondere die kleinen Besucher konnten sich auf weitere Highlights wie Ponyreiten, Kinderschminken, die Spiele- und Aktionsanhänger der Rheinischen Landjugend entlang des Fahrstadions sowie den Besuch des CHIO Aachen-Maskottchens Karli freuen. Dieser bekam in diesem Jahr außerdem Gesellschaft von der ebenso kultigen Maus aus der „Sendung mit der Maus“ – ein Erlebnis für Klein und Groß. Im Rahmen der Charity-Kooperation „Aktion Glücks-Bringer“ haben sich am Soerser Sonntag außerdem die vier Therapiehöfe aus der Region dem Publikum mit einem eigens zusammengestellten Programm präsentiert, während Spendensammler auf dem gesamten Turniergelände für diese Aktion sammelten.

Ein Publikumsmagnet war auch das „Internationale Turnier für traditionelle Anspannungen (CIAT)“, welches vom ALRV in Kooperation mit dem Deutschen Traditionsfahrer Verband e.V. (DTV) veranstaltet wurde. Bereits gestern präsentierten die Fahrer sich in stilvollen Kostümen auf ihren prunkvollen historischen Kutschen auf dem Aachener Markt. Heute folgte Teil zwei. Nach einer 15 Kilometer langen Streckenfahrt durch die Soers und Laurensberg konnten die Besucher im Fahrstadion die kombinierte Gehorsams- und Kegelfahrprüfung im Fahrstadion live erleben.

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