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DIE SILBERNE KAMERA GEHT AN ERIC KNOLL

Pferdesport hat viele Gesichter. Pferdesport erzählt spannende Geschichten…


Pferdesport hat viele Gesichter. Pferdesport erzählt spannende Geschichten und: Pferdesport kann unheimlich emotional sein. Dies bewies beim Weltfest des Pferdesports, CHIO Aachen, am Samstagabend (21. Juli) erneut die Verleihung der „Silbernen Kamera“ im Hauptstadion, bei der das beste Pferdefoto des Jahres gekürt wurden.

Gewinnen konnte natürlich nur einer. Überzeugt hatte die Jury – bestehend aus Juan Matute Guimón (Dressurreiter, Spanien), Andreas Müller (Geschäftsführer Zeitungsverlag Aachen), Erich Timmermanns (Direktor Werbung & Öffentlichkeitsarbeit Sparkasse Aachen), Fotograf Michael Strauch und dem ALRV-Vorstandsvorsitzenden Frank Kemperman – der französische Fotograf Eric Knoll mit seinem Beitrag. Denn sein Foto, welches den Springreiter Philipp Weishaupt gemeinsam mit seinem Pferd beim Überspringen eines Hindernisses im Pariser Grand Palais während des internationalen Reitturniers „Le Saut Hermès“ zeigt, stach aus den insgesamt 116 eingesendeten Beiträgen hervor. Bereits im vergangenen Jahr erreichte Knoll bei der Verleihung der Silbernen Kamera den dritten Platz, nun landete er ganz oben auf dem Podest.

Platz zwei ging an die Aachener Fotografin Luz Müller, über den dritten Platz konnte sich Annette Dölger aus Braunschweig freuen. Vergeben wurden die Preise von Thomas Pennartz, Geschäftsführer des Rheinischen Sparkassen- und Giroverbands in Düsseldorf, und Wolfgang Mainz, Aufsichtsratsmitglied des Aachen-Laurensberger Rennvereins e. V. (ALRV).

Der renommierte Medienpreis für das beste Pferdefoto des Jahres wird vom Aachen-Laurensberger Rennverein e. V. gemeinsam mit der Sparkasse Aachen und dem Rheinischen Sparkassen- und Giroverband jährlich für das beste internationale Pferdesportfoto vergeben. Der Erstplatzierte erhält 2500 Euro, der Zweite 1000 Euro und der Dritte 500 Euro.

CHIO Aachen: Schnell, schneller, Lavazza

Sechs Dreier-Teams mit den besten Spring- und Vielseitigkeitsreitern…


Sechs Dreier-Teams mit den besten Spring- und Vielseitigkeitsreitern der Welt zusammen mit jeweils einem der international besten Vierspännerfahrer  – das sind die Protagonisten, die im Lavazza-Cup gegeneinander antreten, wenn es nach dem Staffelprinzip gegen die Uhr geht. Die Sieger 2018 waren ein deutsch-französisches Trio mit einem Olympiasieger in ihrer Mitte.

 

Michael Jung auf Chocolat machte den Anfang, übergab an Denis Nielsen auf Taquadriga, der nahm die Beine in die Hand, sprang auf die Kutsche des Franzosen Benjamin Aillaud, und der ließ seine vier PS marschieren. In insgesamt 147,35 Sekunden hängte Team sechs Team eins ab, wo Ingrid Klimke und Parmenides über die festen Hindernisse flogen, der Schweizer Alain Jufer auf Casinjo Ex Z die bunten Stangen in Angriff nahm und sein Landsmann Jerome Voutaz seine Kutsche durch die Soers fliegen ließ. Das Ergebnis: 152,67 Sekunden. Über Rang drei freuten sich Buschreiter Andreas Ostholt auf Pennsylvania, Springer Emanuele Gaudiano (ITA) mit Herco van het Overlede Goed und an den Leinen Chester Weber (USA).

CHIO Aachen: Doppel-Erfolg für die Stephex Stables im Sparkassen-Youngsters-Cup-Finale

In der ersten Prüfung des Sparkassen-Youngsters-Cup 2018 hatte…


In der ersten Prüfung des Sparkassen-Youngsters-Cup 2018 hatte Daniel Deußer mit Killer Queen die Nase vorn gehabt und sein Arbeits- und Stallkollege bei den Stephex Stables, Lorenzo de Luca (ITA), wurde Zweiter auf Evita van’t Zoggehof. Im Finale drehte de Luca den Spieß um.

 

Elf Paare hatten das Stechen im Sparkassen-Youngsters-Cup erreicht, zehn blieben auch hier fehlerfrei. Vor voll besetzten Rängen lieferten sich die besten Reiter der Welt mit der Crème de la Crème des vierbeinigen Parcoursnachwuchses bis zum Schluss ein packendes Finale. Der Italiener Lorenzo de Luca und die achtjährige belgische Sportpferdestute Evita van’t Zoggehof v. Golden Hawk legten mit 39,21 Sekunden eine Zeit hin, die quasi nicht einholbar erschien. Aber die schärfste Konkurrenz aus dem eigenen Stall, Daniel Deußer mit der BWP-Stute Killer Queen, sollte noch kommen. Und sie gaben auch wirklich alles! Doch es reichte nicht: 39,77 Sekunden, Platz zwei. Noch zwei weitere Paare schafften es nach de Luca, unter der magischen 40-Sekunden-Marke in diesem Stechen zu bleiben: Christian Ahlmann auf Cornwall und Martin Fuchs (SUI) mit Karel VDB. Doch auch sie schafften es nicht. Ahlmann wurde auf dem westfälischen Schimmel Dritter mit 39,90 Sekunden, Fuchs Vierter mit 39,97 Sekunden.

 

Es sei ein schwieriger Parcours gewesen für die jungen Pferde, berichtete Lorenzo de Luca später. Aber hier sehe man auch die Qualität der jungen Pferde, wie sie mit einem Wassergraben umgehen, und wie sie sich auf dem großen Platz behaupten. Seit Anfang 2018 hat Lorenzo de Luca Evita unter dem Sattel und er hält große Stücke auf sie. Sie soll auf jeden Fall bei ihm bleiben. „Der heutige Sieg war für alle beteiligten besonders schön, weil der Züchter der Stute zum ersten Mal zugeschaut hat.“

 

Apropos Züchter – sowohl Evita als auch ihre Stallkollegin Killer Queen kommen aus gutem Hause. Evitas Großmutter, die Selle Français-Stute Fragrance de Chalus v. Jalisco brachte z.B. auch den in Aachen ebenfalls gut bekannten Hengst Mylord Carthago (Pénélope Leprevost/FRA) sowie auch noch diverse weitere internationale Sportpferde und gekörte Hengste. Killer Queens Mutter Derly Chin de Muze war mit dem Kanadier Eric Lamaze 2012 bei den Olympischen Spielen in London am Start. Und nicht nur diese beiden haben berühmte Vorfahren. Christian Ahlmanns Hengst Cornwall ist ein Sohn von Marcus Ehnings Championatspferd Cornado NRW.

CHIO Aachen: Zweiter Sieg in Folge für Ahlmanns Caribis Z im Allianz-Preis

A wie Ahlmann, A wie Allianz-Preis – schon…


A wie Ahlmann, A wie Allianz-Preis – schon 2017 hatte Christian Ahlmann mit Caribis Z in dem 1,55 Meter-Springen mit Siegerrunde die Nase vorn. Genau ein Jahr später wiederholten sie diesen Erfolg.

 

47,75 Sekunden brauchten Christian Ahlmann und der nun elfjährige Caribis Z für die Siegerrunde. Bei 48,04 Sekunden stoppte die Uhr für den zweitplatzierten Hans-Dieter Dreher auf Berlinda. Luciana Diniz (POR) und Camargo wurden Dritte nach einer 50,34 Sekunden-Runde.

 

Christian Ahlmann hatte sich nichts Bestimmtes vorgenommen für das heutige Springen, sagte aber: „Für Caribis Z war das heute der Große Preis.“ Der Zangersheider Hengst war lange verletzt. Aachen ist erst sein viertes Turnier dieses Jahr. „Insofern war ich überrascht, dass alles schon so funktionierte“, so Ahlmann. Allerdings räumt er auch ein: „Caribis fühlt sich besonders wohl auf dem Platz. Es gibt Pferde, die haben hier in Aachen noch mal 20, 30 Prozent mehr Leistungsvermögen, und andere werden hier ganz klein.“ Wie sich das anfühlt, beschreibt der Bronzegewinner mit der Mannschaft bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro so: „Wenn man ins Stadion einreitet, bekommen alle Pferde erst einmal große Augen und wissen gar nicht, wo sie hin sollen. Manche legen das während des gesamten Parcours nicht ab. Andere legen den Schalter um, sobald es Richtung Sprung geht. Pferde wie Cöster und Codex (seine ehemaligen Erfolgspferde, Anm. d. Red.) haben sich auf diesem Platz sofort wohlgefühlt. Das kann man ihnen nicht beibringen. Entweder das ist da, oder nicht.“ Insofern stehen die Chancen wohl gut, dass Caribis Z in die Fußstapfen dieser erfolgreichen Pferde von Ahlmann tritt. Er selbst ist da zuversichtlich und nennt in diesem Zusammenhang auch die Namen Tokyo und Clintrexo, mit denen er hier ebenfalls am Start ist. Einer von letzteren soll morgen im Rolex Grand Prix an den Start gehen. Noch rechnet Ahlmann sich keine großen Chancen mit ihnen aus. „Aber sie sind auf einem sehr guten Weg und ich habe die Hoffnung, dass sie im nächsten Jahr so weit sind!“

CHIO Aachen: Oranje-Fahrer überragend im Preis der schwartz GmbH

An den Niederländern ist beim CHIO Aachen 2018…


An den Niederländern ist beim CHIO Aachen 2018 kein Vorbeifahren. Die Vierspänner aus dem Nachbarland haben heute im Marathon um den Preis der schwartz GmbH die ersten drei Plätze belegt und halten auch in der Nationenpreiswertung weiter die Führung.

 

Koos de Ronde ist bekannt als starker Geländefahrer und wurde seinem Ruf heute voll gerecht mit 110,77 Minuspunkten. Auf den Plätzen zwei und drei folgte das Vater-Sohn-Duo Bram und Ijsbrand Chardon. Wobei der Junior seinen Vater mit 113,54 Minuspunkten schon wieder hinter sich ließ. Ijsbrand Chardon brachte es auf 114,98 Minuspunkte. Gestern, nach seinem Sieg in der Jagd um Punkte, hatte Bram Chardon noch erklärt, er fühle sich gut vorbereitet auf die Herausforderungen heute im Aachener Marathon – dem ersten seines Lebens. Da hat er nicht zu viel versprochen.

 

In der Mannschaftswertung liegen die Niederlande mit 312,80 Minuspunkten vor Deutschland (329,140) und Belgien (334,010). Für Deutschland lieferte Georg von Stein die beste Geländeleistung als Vierter mit 115,74 Minuspunkten. Michael Brauchle endete mit 118,72 Minuspunkten als Neunter. Mareike Harm lieferte das Streichergebnis auf Rang 16 (132,88).

 

In der Gesamtwertung um den Preis der Familie Richard Talbot führt weiterhin Boyd Exell, der ja mit gebrochenem rechten Sprunggelenk am Start ist. Er war im Gelände nicht ganz so flott unterwegs, wie sonst, wurde Siebter. Darauf angesprochen, ob er Schmerzen gehabt habe, lautete die Antwort: „Im Marathon hat man keine Schmerzen!“ Nur die Harten kommen auf den Wagen!

Ihm auf den Fersen sind in der Einzelwertung Ijsbrand und Bram Chardon. Immerhin hier hat der Vater noch die Hosen an. Boyd Exell hat 152,13 Minuspunkte auf dem Konto, Ijsbrand Chardon 157,87 Zähler und Bram Chardon 159,14 Punkte.

 

Der Tag heute im Marathon um den Preis der schwartz GmbH war nicht für jemanden mit gebrochenem Bein eine Herausforderung! Hochsommerliche Temperaturen erforderten eine hervorragende Kondition und auf dem Kurs waren so viele Zuschauer unterwegs, dass heute Morgen zum ersten Mal keine weiteren Karten mehr verkauft werden konnten. Das sind sich die Fahrer einig: Aachen ist etwas Besonderes! Die vielen Zuschauer fordern von den Pferden besondere Konzentration. Um es mit Michael Brauchle zu sagen, dessen Gespann durch verletzungsbedingte Ausfälle geschwächt war: „In Aachen reicht es nicht, 80 Prozent zu fahren. Hier muss man 100 Prozent geben!“

Jeanine Nieuwenhuis holt Preis der Liselott und Klaus Rheinberger Stiftung in die Niederlande

Aller guten Dinge sind drei für Jeanine Nieuwenhuis,…


Aller guten Dinge sind drei für Jeanine Nieuwenhuis, die heute die Kür der U25-Tour um den Preis der Liselott und Klaus Rheinberger Stiftung für sich entschieden hat.

 

Die Niederländerin Jeanine Nieuwenhuis und ihr 13-jähriger KWPN-Wallach TC Athene haben schon bei Europameisterschaften siegreich, in Rotterdam und Amsterdam. Aber in Aachen waren sie bislang noch nie am Start gewesen. Der erste Eindruck? „Ich kam rein und dachte: ,Wow, das ist anders als alles, was ich vorher gemacht habe!‘“ Offenbar musste die 23-Jährige den Schock erst einmal verdauen, denn sie steigerte sich von Prüfung zu Prüfung. In der Intermédiaire II für den Nationenpreis wurden sie und TC Athene Vierte, im Kurz-Grand Prix waren sie Zweite und heute in der Kür siegten sie mit 78,075 Prozent.

 

Platz zwei ging an einen Stammgast aus Spanien: Juan Matute Guimon. 76,515 Prozent erhielten er und sein 15-jähriger Hannoveraner Don Diego Ymas. Als der 20-Jährige zum ersten Mal in der Soers ritt, war er 16 Jahre jung. Insofern weiß er, wovon er spricht, wenn er sagt: „Es war super! Wie immer! Es ist immer so ein Vergnügen, hier zu reiten.“ Aachen war super wie immer, bei seinem heutigen Auftritt sah er noch Luft nach oben: „Ich habe eine neue Kür, die bin ich hier zum ersten Mal geritten. Das Timing mit der Musik war darum noch nicht ganz ideal.“ Das erste Mal geritten? Aber doch gewiss schon mal im Training?! „Nein, noch nie.“ Ganz schön cool! Aber er und Don Diego Ymas sind auch schon seit Jahren ein eingespieltes Team. „Wir kennen uns in- und auswendig. Das hilft natürlich!“

 

Beste Deutsche auf Rang drei war Lisa-Maria Klössinger mit Daktari. Mit 76,30 Prozent mussten die beiden sich nur knapp geschlagen geben. Lisas Antwort auf die Frage, wie ihr Ritt war, lässt sich nicht zitieren, nur beschreiben: breites Grinsen, Daumen hoch.

 

Jil-Marielle Becks und Damon’s Satelite, die auch für sie selbst überraschend sowohl die Intermédiaire II als auch den Kurz-Grand Prix gewinnen konnte, wurde heute Vierte mit 75,10 Prozent.

Richard Vogel mit Masterplan zum Kindheitstraum im U25 Springpokal

Klar, in Aachen reiten, davon träumt beinahe jedes…


Klar, in Aachen reiten, davon träumt beinahe jedes pferdebegeisterte Kind. Aber wohl nur wenige verfolgen ihren Wunsch so zielstrebig wie Richard Vogel, der heute das Finale von Deutschlands U25-Springpokal der Stiftung Deutscher Spitzenpferdesport, Preis der Familie Müter, für sich entschied.

 

In Mannheim, Wiesbaden und Balve wurden Deutschlands talentierteste Springreiter unter 25 Jahren gesichtet. Die besten durften dieses Wochenende beim CHIO Aachen antreten. Die Starterliste wimmelt nur so von Namen, die sich auch bereits im großen internationalen Sport bewiesen haben, wie z.B. Laura Klaphake und Maurice Tebbel, die beide am Donnerstag Abend zum Siegerteam im Mercedes-Benz Nationenpreis gehörten.

 

Aber auch die hatten heute keine Chance gegen den 21-jährigen Richard Vogel im Sattel des zehnjährigen Hannoveraners Solitaer. Der Bereiter im Stall von Ludger Beerbaum und sein Schimmel flitzten in uneinholbaren 41,25 Sekunden durchs Stechen und hängten damit die beiden frisch gebackenen EM-Mannschaftssilbermedaillengewinner der Jungen Reiter ab, Cedric Wolf auf Cho Chang J (der auch Silber in der EM-Einzelwertung holte) und Justine Tebbel mit Light Star.

 

Der Erfolg von Richard Vogel war alles andere als ein Zufall. „Ich habe mich die ganze Saison mit Solitaer auf dieses Springen vorbereitet. Jedes Mal, wenn ich ihn geritten bin, dachte ich an Aachen“, so der gebürtige Baden-Württemberger. „Es war neu für mich, dass man auf Turniere geht, nicht um zu gewinnen, sondern um sich auf ein bestimmtes Ziel vorzubereiten – das gehört zu den vielen Dingen, die ich bei Ludger Beerbaum gelernt habe.“

Schon als kleiner Junge habe er davon geträumt, eines Tages in Aachen zu reiten. Seine verstorbene Mutter kam aus einer Pferdeliebhaberfamilie. Seine ersten Deutschen Meisterschaften ritt er auf einem Pferd aus der Zucht seines Opas. Der Vater hat Richards Leidenschaft zwar unterstützt, war aber selbst kein Reiter. Wohl aber Richards Onkel, der mit Philipp Weishaupt bekannt ist und seinem Neffen so den Kontakt in den Stall Beerbaum vermitteln konnte. Richard stellte sich vor und durfte bleiben. Zu dem Zeitpunkt hatte er bereits eine abgeschlossene Pferdewirtausbildung. Dafür hat er ein Jahr vor seinem Abitur die Schule geschmissen – gegen den Widerstand seiner Familie. „In der Hinsicht bin ich ein ziemlicher Sturkopf. Ich war eben sicher, dass es das ist, was ich machen will!“

 

Nun hat Richard sein Jahresziel erreicht. „Jetzt geht der normale Alltag weiter. Dass ich hier reiten durfte, war ja Gutwill meines Chefs, Ludger Beerbaum. Mit einem Pferd vier Tage auf dem Turnier – das ist ja wie Urlaub.“ Das Pferd ist nicht irgendein Pferd. Solitaer wurde noch von Dietrich Schulze gezüchtet, dem verstorbenen Mann von Ludger Beerbaums langjähriger Mäzenin Madeleine Winter-Schulze. Richard: „Da saß noch einer im Himmel, der mir die Daumen gedrückt hat.“ Hat geholfen!

O-Töne Lambertz Nationenpreis

Isabelle Werth Ich bin absolut glücklich heute. Nach…


Isabelle Werth

Ich bin absolut glücklich heute. Nach meinem ersten Tag in Aachen haben wir alles noch einmal genau analysiert. Gestern haben wir dann einiges umgestellt. Mit Emilios Training und seinem Warm-up war ich danach sehr zufrieden. Ich war etwas überrascht am Donnerstag und es tut mir letztlich Leid für Emilio. Denn ich war nicht aufmerksam genug, um auf ihn einzugehen. Daher war dies komplett mein Fehler. Heute ist es dafür sehr gut gelaufen. Wir haben uns sehr sicher gefühlt und keine größeren Fehler gemacht. Ich habe nicht erwartet, dass ich am Ende ganz vorne stehe. Vielleicht liegt es daran, dass ich heute Geburtstag habe (lacht). Wir sind auf jeden Fall sehr glücklich, das wir den Nationenpreis gewonnen haben.

 

Helen Langehanenberg

Schon am Donnerstag dachte ich: Besser geht es nicht! Aber es geht offensichtlich doch noch besser. Ich reite ja erst wieder seit dreieinhalb Wochen, unser letzter Test war im Februar. Manchmal ist eine Pause halt nicht unbedingt schlecht (lacht). Ich habe heute den gesamten Test genossen. Wir haben uns sehr sicher gefühlt und alles ist uns leicht von der Hand gegangen.

 

Dorothee Schneider

Ich bin auch sehr glücklich mit unseren bisherigen Leistungen. Und heute hatte ich einmal einen Test ohne Hasen (lacht). Es ist schon sehr gut mit der Piaffe Passage losgegangen. Mein Pferd ist zurzeit äußerst fit!

 

Jessica von Bredow-Werndl

Ich sitze hier mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Denn ich freue mich, morgen im Freestyle reiten zu dürfen und zu zeigen, dass wir eine sehr gute Piaffe reiten können. Heute hat allerdings die Kommunikation zwischen mir und Dalera nicht so gut geklappt. Wir sind heute bei der Piaffe etwas ins Straucheln geraten und das kostet halt viele Punkte! Darüber hinaus war das der erste Grand Prix Spécial in Daleras Leben, denn sie ist noch ein sehr junges Pferd. Aber ich glaube, sie hat die Atmosphäre hier in Aachen bislang genossen und hat sich als sehr cool erwiesen. Ich bin stolz auf sie!

CHIO Aachen: Lambert Nationenpreis an Deutschland, Rollentausch bei den Favoritinnen

Der erste Teil des Lambertz Nationenpreises der Dressurreiter,…


Der erste Teil des Lambertz Nationenpreises der Dressurreiter, der Grand Prix, endete anders als allgemein erwartet: Führung für die USA vor Deutschland. Aber nach dem Grand Prix Spécial um den MEGGLE-Preis war die deutsche Dressurwelt wieder in Ordnung. Vor allem für Isabell Werth.

 

Isabell Werths Emilio machte seiner Reiterin heute ein 79,128 Prozent-Geburtstagsgeschenk im MEGGLE Preis, dem Grand Prix Spécial, zugleich zweiter Teil des Lambertz Dressurnationenpreises. Doppelter Grund zur Freude für die erfolgreichste Dressurreiterin aller Zeiten! Zweite wurde Helen Langehanenberg auf Damsey mit persönlichem Spécial-Rekord von 79,021 Prozent, gefolgt von der US-Reiterin Kasey Perry-Glass auf Dublet mit 78,787 Prozent.

 

Die beiden weiteren deutschen Teamreiterinnen, Dorothee Schneider auf Sammy Davis Jr. und Jessica von Bredow-Werndl mit Dalera BB, belegten die Plätze sechs (76,404) und sieben (76,255). Damit war Deutschland der Sieg im Lambertz Nationenpreis nicht zu nehmen. Mit insgesamt 464,251 Punkten setzten sie sich gegen die USA (459,371) und Dänemark (444,106) durch. Dabei hatte es zunächst gar nicht danach ausgesehen.

 

Denn im Grand Prix hatte das eigentlich stärkste deutsche Paar, Isabell Werth mit Emilio, einen rabenschwarzen Tag erwischt, landete abgeschlagen auf Rang 17 und machte damit den Weg frei für die USA. Übrigens hat Isabell Werth nach vielem Grübeln die Ursache für Emilios scheinbare Dienstverweigerung gefunden: „Ich hatte das Kandarengebiss gewechselt. Es war eine ganz normale Kandare, aber doch etwas schärfer als die Babykandare, mit der ich ihn zuletzt geritten bin. Er hat sich daran gestoßen und war beleidigt.“ Inzwischen ist das Vertrauen wieder hergestellt. Trotzdem sagt Werth: „Ich fühle mich sehr schuldig und es tut mir sehr leid für Emilio, dass ich nicht genügend in ihn hinein gehorcht habe!“ Aber der westfälische Ehrenpreis-Sohn hat seiner Reiterin offenbar verziehen: „Heute war er wieder Emilio und wir beide wieder ein Team!“ Allerdings hätte Werth, die nach dem missglückten Grand Prix schon als zwölfte Starterin ins Viereck musste, nicht gedacht, dass sie am Ende der Prüfung immer noch vorne stehen würde. „Da haben meine Kollegen auch mitgeholfen. Das war wohl ein Geburtstagsgeschenk“, schmunzelte die seit heute 49-Jährige.

 

Wenn die Kollegen mitgeholfen hätten, dann wäre das nur fair, denn im vergangenen Jahr hatte sie umgekehrt ihrer ärgsten Konkurrentin Laura Graves (USA) denselben Gefallen getan. Da fiel der MEGGLE-Preis nämlich auf den 22. Juli, und das ist Laura Graves‘ Geburtstag, die damals zum ersten Mal Werth schlagen konnte. Die Hausaufgaben, die Werth nach dem Grand Prix gemacht hat, stehen nun Laura Graves bevor. Ihr Verdades hatte heute nämlich einen ähnlich schwarzen Tag wie Emilio am Donnerstag, erhielt nur 74,085 Prozent und endete auf Rang elf.

 

Helen Langehanenberg staunte nach ihrem zweiten Platz auf dem Hannoveraner Damsey FRH: „Donnerstag dachte ich schon, besser geht es nicht. Aber offensichtlich geht es doch!“ Ihr Damsey habe sich super frisch angefühlt und sie selbst habe das Gefühl gehabt, alles sei ganz einfach – und das trotz der Hitze. Was für ein Comeback für die Mannschaftseuropameisterin, die erst vor vier Wochen ihre Tochter Finja zur Welt gebracht hat und vor einer Woche von Bundestrainerin Monica Theodorescu erfahren hat, dass sie in der Mannschaft reiten soll!

 

Tolle Auftritte hatte in der Soers auch die US-Amazone Kasey Perry-Glass mit dem dänischen Wallach Goerklintgaards Dublet. Zwei Richter hatten sie sogar auf Rang eins. Perry-Glass und der elegante Dunkelbraune waren 2016 erstmals in Europa am Start und hatten hier viel beachtete Auftritte. Ihr Einsatz in Aachen 2017 verlief allerdings eher enttäuschend. Und nun haben sie sogar die EM-Dritten Cathrine Dufour und Cassidy hinter sich lassen können. Da sage noch einer, Dressur sei langweilig …

CHIO Aachen: DHL-Preis mit Gefühlsachterbahn für Krajewski und Teamsieg für Neuseeland

Nach den ersten beiden Teilprüfungen des DHL-Preises, des…


Nach den ersten beiden Teilprüfungen des DHL-Preises, des Aachener Vielseitigkeitsnationenpreises, sah alles noch nach einem Erfolg auf ganzer Linie für Deutschland aus. Doch das heutige Gelände brachte einige Überraschungen mit sich – vor allem für Julia Krajewski.

 

Vor dem Gelände lag Julia Krajewski mit ihren beiden Pferden an der Spitze der Einzelwertung und das Team in Führung im Nationenpreis. Als erstes musste die deutsche Nachwuchs-Bundestrainerin mit ihrem Mannschaftspferd auf die Strecke, Vier-Sterne-Sieger Samourai du Thot, zu dem Zeitpunkt noch Zweiter der Einzelwertung. Die ersten Sprünge der Geländestrecke klappten problemlos. Doch an Hindernis Nummer 16, dem SAP-Komplex, war die Reise zu Ende. Sam verweigerte – nicht einmal, nicht zweimal, sondern dreimal am ersten Sprung der Kombination. „Ich weiß nicht, was passiert ist“, so die ratlose Krajewski. „Er ist sehr intelligent und denkt sehr selbstständig. Man muss ihn einhundertprozentig auf seiner Seite haben.“ Ob er das heute nicht war? „Ich bin mit einem sehr guten Gefühl losgeritten. Aber unterwegs haben wir uns irgendwie verloren. Das werden wir jetzt analysieren.“

 

Für die deutsche Mannschaft war Sams Ausfall schon ein herber Schlag. Und wie Julia Krajewski später sagte: „Dann kam zum Pech auch noch Unglück hinzu.“ Denn Kai Rüders Colani Sunrise weigerte sich ganze 40 Sekunden lang, die Startbox zu verlassen, die beiden Vorjahressieger Ingrid Klimke und SAP Hale Bob OLD hatten ebenfalls einen Vorbeiläufer an am ersten Element von Hindernis 16 und bei Andreas Dibowski und Corrida hatten gestern im Springen einen rabenschwarzen Tag erwischt. So endete die Mannschaft auf Rang fünf.

 

Die Nationenpreiswertung ging an das Team Neuseeland mit Tim Price auf Cekatinka, die zugleich Dritte der Einzelwertung waren, Clarke Johnstone auf Balmoral Sensation, Sir Mark Todd und Kiltubrid Rhapsody sowie Blyth Tait im Sattel von Havanna vor den Mannschaften aus Frankreich und Schweden.

 

Der zweifache Einzelolympiasieger Mark Todd fasste seinen Eindruck vom Gelände nach seinem Ritt zusammen: „Es ist ein schwieriger Kurs, um schnell zu gehen. Möglicherweise gibt es ein oder zwei Reiter, die innerhalb der erlaubten Zeit bleiben. Es ist ein technischer Kurs mit schwierigen Hindernisfolgen. Er ist kurvenreich und es geht viel bergauf und bergab. Aber die Trasse ist absolut perfekt. Auf dem Untergrund springen die Pferde gerne. Ein großes Kompliment an die Organisation!“

 

Einzelwertung

 

Mark Todds Einschätzung bezüglich der Ritte innerhalb der erlaubten Zeit sollte sich als goldrichtig erweisen. Tatsächlich gelang es nur einem Reiter, ohne Zeitstrafpunkte aus dem Cross zu kommen: dem Australier Christopher Burton auf der Oldenburger Stute Quality Purdey. Nach Dressur und Springen lagen die beiden noch an fünfter Stelle. Doch dank ihrer fehlerfreien Geländerunde arbeiteten sie sich noch auf Rang zwei vor. Burton: „Mein Pferd hat einen super Job gemacht! Ich liebe sie einfach!“ Auch er bestätigte, dass Hindernis 16 a die schwierigste Aufgabe heute war. „Aber Hut ab vor Rüdiger Schwarz! Er ist ein sehr guter Aufbauer.“

 

Der Grund, warum Julia Krajewskis Tag heute neben viel Frust auch viel Freude bereithielt, heißt Chipmunk und ist ein zehnjähriger Hannoveraner. Bei vier Starts in 2018 hat der Wallach nun drei Siege (alle auf Drei-Sterne-Niveau) sowie einen zweiten Platz auf dem Konto. Den dritten Sieg bescherte er seiner Reiterin heute. Für sie war es die erste Herausforderung, die Enttäuschung mit Samourai du Thot erst einmal beiseite zu schieben und sich auf den nächsten Start zu konzentrieren. „Ich weiß, die beiden sind total verschieden und nur weil es mit dem einen nicht geklappt hat, heißt das ja nicht, dass es mit dem anderen auch nicht geht“, beschreibt sie ihre Gedanken vor dem Start mit Chipmunk. Was Chipmunk auszeichnet? „Er will einfach immer alles richtig machen. Er ist ein sehr ehrliches Pferd. Er hat so eine Einstellung als wollte er sagen, ,Los, lass es und einfach machen, alles ist gut!‘“ Aber Krajewski war vor dem Start auch klar, das Chipmunk noch nie einen technisch so anspruchsvollen Kurs gesprungen ist. Doch „Chip“ hat einmal mehr bewiesen, dass auf ihn Verlass ist. Und als er nach einer problemlosen Runde die letzten Hindernisse im großen Stadion ansteuerte, wurden er und seine Reiterin von 25.000 Menschen begeistert empfangen. Da können einem schon mal die Tränen kommen. Erst recht, wenn man ein solches Gefühlsauf- und -ab hinter sich hat. „Die Ehrenrunde habe ich definitiv erst einmal gebraucht, um ich zu sammeln“, so Krajewski. „Das ist das Größte, hier ins Stadion zu galoppieren, von den Leuten getragen zu werden und zu spüren, dass er wirklich alles für mich machen würde … “

 

Chipmunk war nicht ganz innerhalb der erlaubten Zeit geblieben. Aber nach einer super Dressur, hatte das Paar einen so großen Vorsprung in der Gesamtwertung, dass ihnen der Sieg mit 26,10 Minuspunkten sicher war. Chris Burton und Quality Purdey beendeten die Prüfung mit ihrem Dressurergebnis von 26,70 Minuspunkten. Tim Price und Cekatinka wurden mit 30,30 Minuspunkten Dritte.

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