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Die Silberne Kamera geht an Libby Law

Jubel kann so schön sein!  Selbst fotografisch festgehalten…


Jubel kann so schön sein!  Selbst fotografisch festgehalten spürt man noch den kurzen Moment des Triumphes, die Sekunde, in der man weiß: Geschafft! Man ist ganz oben! Perfekt eingefangen hat einen solchen Moment die neuseeländische Fotografin Libby Law. Sie überzeugte die Jury mit ihrem Beitrag und kann sich über den ersten Platz bei der diesjährigen Auflage des Medienpreises „Die Silberne Kamera“ freuen. Am Samstagabend (22. Juli) wurde sie nach dem Finale im Sparkassen-Youngsters-Cup im Rahmen des CHIO Aachen im Hauptstadion mit dem begehrten Medienpreis ausgezeichnet, ebenso der zweitplatzierte Arnd Bronkhorst (NED) und Eric Knoll (FRA) auf Platz drei. Als Laws Sieg über die Stadionlautsprecher verkündet wurde, hatte sie selbst allen Grund zum Jubel und verdrückte vor Freude das eine oder andere Tränchen.

Vergeben wurden die Preise von Hubert Herpers, Mitglied des Verbandsvorstandes des Rheinischen Sparkassen & Giroverbandes, und Wolfgang Mainz, Aufsichtsratsmitglied des Aachen-Laurensberger Rennvereins e. V.

Der renommierte Medienpreis für das beste Pferdefoto des Jahres wird vom Aachen-Laurensberger Rennverein e. V. gemeinsam mit der Sparkasse Aachen und dem Rheinischen Sparkassen- und Giroverband jährlich für das beste internationale Pferdesportfoto vergeben. Der Erstplatzierte erhält 2500 Euro, der Zweite 1000 Euro und der Dritte 500 Euro.

Die Jury bestand in diesem Jahr aus Christophe Bricot (Vorjahressieger), Rob Ehrens (Bundestrainer der niederländischen Springreiter), Andreas Müller (Geschäftsführer Zeitungsverlag Aachen), Erich Timmermanns (Direktor Werbung & Öffentlichkeitsarbeit Sparkasse Aachen) und Frank Kemperman (Vorstandsvorsitzender des ALRV). Sie standen vor der schwierigen Aufgabe, aus 101 Einsendungen von Fotografen aus aller Welt das beste Pferdesportfoto auszuwählen.

Christian Ahlmann Schnellster im Springen mit Siegerrunde

Nach Platz zwei im Preis von Nordrhein-Westfalen war…


Nach Platz zwei im Preis von Nordrhein-Westfalen war Christian Ahlmann schon wieder halbwegs versöhnt mit einem Aachen-Wochenende, auf dass er sich so gefreut hatte und das so gar nicht wunschgemäß begann. Nach dem heutigen Tag dürfte er noch ein Stückchen glücklicher sein.

Im Sattel des in den vergangenen Monaten stets sehr erfolgreichen Zangersheiders Caribis Z sicherte sich Ahlmann die Springprüfung mit Siegerrunde. Für letztere benötigte Ahlmanns Schimmelhengst gerade mal 44,33 Sekunden. Damit ließ er die Selle Francais-Stute Ulysse des Forets des Schweizer Olympiasiegers Steve Guerdat locker hinter sich, die nach 44,54 Sekunden ins Ziel kam. Irlands Spezialist für schnelle Runden, Bertram Allen, musste sich auf seiner 13-jährigen Kannan-Tochter Molly Malone V nach strafpunktfreien 44,81 Sekunden mit Rang drei begnügen.

Ahlmann war nicht der einzige deutsche Reiter im Geld. Platzieren konnten sich auch Laura Klaphake auf Silverstone G an achter Stelle (4/46,23), Christian Kukuk und Limonchello NT auf Rang neun (4/46,23) sowie Felix Haßmann auf Balzaci als Zehnter (4/46,96).

Preis der Liselott und Klaus Rheinberger Stiftung – Anne Meulendijks schafft den Hattrick in der U25-Tour

Als Holländische Meisterin war Anne Meulendijks mit großen…


Als Holländische Meisterin war Anne Meulendijks mit großen Erwartungen aus dem CHIO-Partnerland 2017 nach Aachen zur U25-Dressurtour, Preis der Liselott und Klaus Rheinberger Stiftung, gereist. Die Hoffnungen haben sich voll erfüllt.

Drei Prüfungen geritten, drei Prüfungen gewonnen und dazu noch die Premiere des U25-Nationenpreises der Dressurreiter. Mehr ging nicht für die 23-jährige Anne Meulendijks bei ihrem ersten Auftritt in der Aachener Soers. Im Sattel ihres zwölfjährigen United-Sohnes MDH Avanti lieferte sie heute eine überlegene 78,20 Prozent-Kür im Finale der U25-Tour.

Meulendijks und Avanti sind schon lange ein erfolgreiches Team. 2013 holten sie Teamgold und Platz vier in der Einzelwertung bei den Europameisterschaften der Jungen Reiter in Compiègne. 2014 folgte Silber mit der Mannschaft und Gold in der Einzelwertung. Im Jahr darauf wechselten sie in die Altersklasse U25 und eilen seither weiter von Erfolg zu Erfolg. Heute besiegelten sie ihren elften Sieg in Folge in den vergangenen Monaten.

Platz zwei in Aachen ging an den erst 19-jährigen Juan Matute Guimon auf Don Diego Ymas. Der sehr gefühlvoll einwirkende Spanier hatte sich 2015 mit einem Schlag ins Licht der Öffentlichkeit geritten, als er völlig überraschend die Kür bei den Europameisterschaften der Junioren in Vidauban gewann. Kür reiten ist also sein Ding. Heute belohnten die Richter seinen Auftritt mit 75,90 Prozent.

Dritte wurde eine Dauerrivalin der Siegerin und Teamkollegin, Maxime van der Vlist auf Bailey. In den beiden vorangegangenen Prüfungen der U25-Tour in der Soers waren die beiden jeweils Zweite. Mit 75,150 Prozent mussten sie sich nun dem Spanier geschlagen geben.

Das deutsche Trio belegte die Plätze fünf, sechs und elf. Bianca Nowag konnte sich mit ihrer einstigen U21-Europameisterin in der Kür, der Fidermark-Tochter Fair Play BB, Rang fünf mit 72,225 Prozent freuen. Dahinter landete mit 70,975 Prozent Juliette Piotrowski auf Sir Diamond, Mitglied des siegreichen Teams bei der ersten U25-Europameisterschaft in Hagen. Lisa-Maria Klössinger und FBW Daktari wurden Elfte mit 70,425 Prozent.

XXXL Pallen Marathon an Christoph Sandmann und „das ideale Gespann“

Die Strecke für den XXXL Pallen Marathon hatte…


Die Strecke für den XXXL Pallen Marathon hatte es in sich! Da waren sich die Vierspänner-Fahrer einig. Am besten wurden Deutschlands Christoph Sandmann und sein Gespann damit fertig. In der Nationenpreis-Wertung konnte Deutschland sich deutlich verbessern. Im Preis der Familie Richard Talbot ist die Spitze unverändert.

Acht Hindernisse erwarteten die Fahrer und ihre Quartette vor den Wagen. Auf dem Weg dorthin war eine Wegestrecke zu absolvieren. Schon die forderte die Pferde. Und auch die Hindernisse in Aachen haben es in sich. Entscheidend für die Wertung sind die Zeiten, die die Fahrer in den Hindernissen brauchen. Die werden in Strafpunkte umgerechnet, so dass der Fahrer mit den wenigsten Minuspunkten gewinnt. Das war heute Christoph Sandmann, der dieselben vier Pferde in Aachen angespannt hat, mit denen er auch bei den Deutschen Meisterschaften in Riesenbeck siegreich gewesen war. „Das ideale Gespann im Gelände!“, lobte Bundestrainer Karl-Heinz Geiger.

Christoph Sandmann berichtete zwar, dass er im letzten Hindernis eine ungeplante Volte einlegen musste. Seine Nettozeit von sieben Minuten und 25,36 Sekunden war aber trotzdem unerreicht. Umgerechnet bedeutete das 111,34 Minuspunkte für ihn und den zweiten Sieg einer Aachener Prüfung nach der gestrigen „Jagd um Punkte“.

Platz zwei ging nach Belgien, an Edouard Simonet, der sieben Minuten, 33,79 Sekunden benötigte. Dritter wurde Hollands Nummer eins im Fahrsport, Ijsbrand Chardon, mit sieben Minuten und 34,08 Sekunden.

 

Nationenpreis- und Einzelwertung

Nachdem die Deutschen nach der Dressur noch recht enttäuschend auf dem fünften Platz lagen, setzten sie im Gelände erfolgreich zur Aufholjagd an und liegen nun mit 341,510 Minuspunkten hinter den führenden Holländern (326,510) und vor dem belgischen Team (342,870).

In der Einzelwertung der kombinierten Prüfung, dem Preis der Familie Talbot, ist Boyd Exell nach seiner überlegenen Dressur und dem vierten Platz heute im XXXL Pallen Marathon weiter klar in Führung mit 152,70 Minuspunkten in Summe. An zweiter Stelle rangiert Dauerrivale Ijsbrand Chardon (162,48). Belgiens Edouard Simonet liegt auf Bronze-Kurs (164,41).

Christoph Sandmann konnte sich dank seines herausragenden Marathons von Platz neun nach der Dressur auf Rang fünf vorschieben. Die Entscheidungen in Mannschafts- und Einzelwertung fallen morgen im Kegelfahren. Unter Umständen im wörtlichen Sinne. Aber Christoph Sandmann hat je gestern schon bei der „Jagd um Punkte“ bewiesen, dass die Bälle bei ihm in aller Regel liegen bleiben.

Lambertz Nationenpreis für Deutschlands Dressurreiter, Laura Graves besiegt Isabell Werth im MEGGLE-Preis

Aller guten Dinge sind drei – aber mit…


Aller guten Dinge sind drei – aber mit dem Lambertz Nationenpreis können die Deutschen sich bereits Mannschaftsentscheidung Nummer vier beim CHIO Aachen 2017 auf die Fahnen schreiben. Und Laura Graves konnte sich pünktlich zu ihrem 30. Geburtstag freuen, nach vielen vergeblichen Versuchen, endlich ihr großes Ziel erreicht zu haben.

Der Lambertz Nationenpreis 2017 setzte sich zusammen aus Grand Prix und Grand Prix Special, dem MEGGLE-Preis. Schon nach Teil eins waren die Deutschen auf Siegkurs. Heute hieß es dann fürs Team: Titel bestellt, Titel abgeholt. Isabell Werth und Weihegold, Sönke Rothenberger mit Cosmo, Dorothee Schneider auf Sammy Davis Jr. sowie Hubertus Schmidt und Imperio sammelten in beiden Prüfungen 471,046 Punkte und ließen damit die US-Amerikaner (450,392) und die Schweden hinter sich (437,635).

Für die USA ritten Adrienne Lyle/Salvino (73,608 Prozent), Kasey Perry-Glass/Goerklintgaards Dublet  (71,608), Olivia Lagoy-Weltz/Lonoir und Laura Graves/Verdades (81,824). Die schwedische Equipe bildeten Malin Nilsson/Bon-Ami (72,294), Juliette Ramel/Buriel K.H. (im Grand Prix Special nicht gestartet), Therese Nilshagen/Dante Weltino (74,784) und Patrik Kittel/Delaunay (74,157).

„Wir haben ein starkes und erfahrenes Team“, erklärte Deutschlands Equipechef Klaus Roeser, der das Siegen ja gewohnt ist. Und das, obwohl heute doch so einiges nicht ganz nach Plan lief. Hubertus Schmidts Imperio musste sich heute untypischerweise mit 69,451 Prozent begnügen, nachdem er sich unter anderem im ersten starken Trab – eigentlich die Paradelektion des Trakehner Hengstes – einmal deutlich herausgehoben hatte und Schmidt sich zudem einmal verritt. Danach waren Dorothee Schneider und Sammy Davis Jr. an der Reihe. Der bildschöne Rappe konnte die Erwartungen mit einer 75,261 Prozent-Runde voll erfüllen. In der Einzelwertung des MEGGLE-Preises war das Rang sechs. Dorothee Schneider: „Ich bin sehr stolz auf mein Pferd! Vor vier Monaten war er international noch ein Niemand. Und nun gehörte er in Aachen zum Nationenpreisteam.“ Außerdem konnte die Mannschaftsolympiasiegerin sich darüber freuen, dass der elfjährige in Bayern gezogene San Remo-Sohn heute schon viel sicherer war in der beeindruckenden Atmosphäre des Deutsche Bank-Stadions. „Er wollte das heute mit mir zusammen machen!“, so Schneider.

Die Grand Prix-Sieger Isabell Werth und Weihegold waren die nächsten auf der Starterliste. Für die Oldenburger Don Schufro-Tochter war es der erste Grand Prix Special seit den Olympischen Spielen in Rio. Das Weltcupfinale, das sie im Frühjahr in Omaha gewann, wird bekanntlich in der Kür entschieden. Das habe sie heute zu spüren bekommen, berichtete Isabell Werth. Im ersten starken Trab schlich sich ein Taktfehler ein, in die erste Piaffe kam die Rappstute etwas zögerlich und dann passierte auch noch ein massiver Fehler in den fliegenden Wechseln zu zwei Sprüngen. Die Richter gaben trotzdem noch 81,059 Prozent war vorläufig die Führung bedeutete.

Aber dann kamen die Herausforderer aus Übersee und setzten sich vor die Dressurkönigin. Laura Graves‘ Verdades war heute gut drauf. „Er (Verdades, Anm. d. Red) hat heute gesagt: ,Ah es geht rechts herum, ich weiß, es ist der Grand Prix Special, Mami!‘“ Nach einem weitgehend fehlerfreien Ritt standen 81,824 Prozent auf der Tafel. Der Sieg. Endlich! „Ich habe es so oft versucht“, gab Graves ehrlich zu und schob hinterher: „Das war ziemlich ermüdend!“ Heute habe ihr Pferd ihr ein wunderbares Geburtstagsgeschenk gemacht.

Das hatte Isabell Werth ja bereits gestern an ihrem Ehrentag von Zweitpferd Emilio im Lindt-Preis bekommen. Weshalb es heute nicht hatte sollen sein, konnte sie erklären. Den Kommentar von Laura Graves aufgreifend meinte sie: „Also, bei uns war es heute nicht so, dass Weihe beim Abwenden sagte: ,Ach, das möchtest Du von mir, Mutti!‘“ Stattdessen habe sie gespürt, dass die Stute lange keinen Special mehr gegangen war: „Ich habe gemerkt, dass sie unsicher war. Uns fehlte das Selbstvertrauen vom Grand Prix.“ Werth gratulierte Laura Graves von Herzen, setzte aber mit Blick auf die morgige Kür um den Deutsche Bank Preis gleich darauf hinterher: „Aber ich will auch gewinnen!“

Zwischen Werth und Graves war noch Sönke Rothenberger als letzter Reiter des deutschen Teams am Start. Er und sein zehnjähriger Cosmo begannen ganz stark. Doch im starken Schritt erschrak der KWPN-Wallach und sprang zur Seite. Es war aber wirklich nur eine Sekunde, die er abgelenkt war, danach marschierte er gelassen weiter über die Diagonale. Wer in diesem Moment nicht hingesehen hatte, hätte gar nichts bemerkt. Doch zu diesem Versehen gesellten sich noch Aussetzer in den fliegenden Wechseln von Sprung zu Sprung sowie Taktfehler in der Trabtour. 78,314 und Platz drei sind ein gutes Ergebnis, aber es wäre wohl mehr drin gewesen. Rothenberger: „Ich bin vor allem enttäuscht von mir selbst! In den Einerwechseln habe ich mich nicht genug konzentriert.“ Ob er zu viel gefeiert habe, wurde er gefragt – „Ne, gar nicht. Das war wahrscheinlich der Fehler!“ Das kann er ja jetzt nachholen nach dem zweiten Sieg in Folge im Lambertz Nationenpreis beim CHIO Aachen.

Finale von Deutschlands U25 Springpokal der Stiftung Deutscher Spitzenpferdesport, Preis der Familie Müter an Maurice Tebbel

In Deutschlands U25 Springpokal werden Parcourshelden von Morgen…


In Deutschlands U25 Springpokal werden Parcourshelden von Morgen gemacht. Das Finale beim CHIO 2017 ging an Maurice Tebbel, einen, der seit Donnerstag bereits zu den ganz Großen zählt.

Maurice Tebbel, 23 Jahre jung, hatte am Donnerstag Abend mit zwei Nullrunden maßgeblich zum deutschen Sieg im Mercedes-Benz Nationenpreis beigetragen. Heute ging es wieder um eine Entscheidung, das Finale von Deutschlands U25 Springpokal der Stiftung Deutscher Spitzenpferdesport, Preis der Familie Müter. Für dieses Springen hatte Tebbel auf die junge Garde in seinem Stall gesetzt, den erst achtjährigen Rheinländer Hengst Don Diarado v. Diarado. Vorsichtig, vermögend und kein bisschen guckig, so beschreibt Tebbel seinen Hengst. Also alles, was das Springreiterherz sich wünschen kann. Und Maurice steuerte den Braunen routiniert über alle Klippen des wirklich anspruchsvollen Drei-Sterne-Parcours. Sechs Paare hatten das Stechen erreicht, der Sieger kam fast drei Sekunden schneller ins Ziel als seine Konkurrenten.

Platz zwei belegte Marisa Braig im Sattel des Zangersheider Wallachs Pablito van Erpekom v. Pablo v. Berkenbroeck mit einer fehlerfreien 52,07 Sekunden-Runde. Dank einer ebenfalls fehlerfreien Runde reihte sich Alexander Potthoff trotz der langsamsten Zeit der Stechteilnehmer (55,92 Sekunden) mit der Oldenburger Quidam‘s Rubin-Tochter Quinara als Dritter ein.

2017 ist Maurice Tebbels Aachen-Jahr, könnte man sagen. Erst der Nationenpreis und heute nun das Finale im U25 Springpokal. „Hier in Aachen ein Springen zu gewinnen, das ist immer etwas besonderes!“, so der überwältigte Sieger.

 

Jedem eine Chance

Heinrich-Hermann Engemann, der die deutschen Springreiter zusammen mit Otto Becker als Bundestrainer betreut, sagt: „Wir haben in Deutschland das Glück, dass wir viele Nachwuchsreiter haben, die aus Pferdefamilien kommen. Das macht vieles einfacher. Von einigen Teilnehmern in dieser Prüfung sind schon die Eltern in Aachen geritten.“ So auch vom Sieger. Engemann weiß aber auch: „Die Konkurrenz bei uns ist unheimlich groß. Es gibt sehr viele talentierte junge Reiter und wir versuchen, ihnen allen eine Chance zu geben. Serien wie der U25 Springpokal bieten allen die Möglichkeit, sich zu beweisen.“ Der Erfolgstrainer berichtet, dass viele Equipechefs anderer Nationen Deutschland um das nahtlose Fördersystem beneiden, das die Reiter vom Children- und Ponyalter bis in die Weltspitze begleitet. Die U25-Tour ist sozusagen das Bindeglied zwischen der Junge Reiter-Zeit und dem ganz großen Sport. Maurice Tebbels Aachen-Bilanz und auch die weiteren Erfolge der bisherigen Sieger in Deutschlands U25 Springpokal (z.B. Denis Nielsens Deutscher Meister-Titel 2015 und Guido Klattes sechster Platz beim Weltcup-Finale 2017) sind das beste Beispiel, dass das funktioniert.

Was man mitbringen muss, wenn man ganz nach oben will? „Ganz ohne Talent geht es nicht“, betont Engemann. „Man kann Reiten lernen. Aber man braucht auch Instinkt. Es ist nicht alles planbar. Vieles muss man auch intuitiv entscheiden. Dieses Bauchgefühl ist ganz wichtig. Hinzu kommt die Bereitschaft, für den Erfolg zu arbeiten, Konsequenz und auch die Fähigkeit, Selbstkritik zu üben. Die Persönlichkeit spielt eine nicht unerhebliche Rolle.“

Schwarz-Rot-Gold-Festival im DHL-Preis

Mission possible! „Wir holen uns den Cup zurück“,…


Mission possible! „Wir holen uns den Cup zurück“, war die Ansage von Bundestrainer Hans Melzer für den DHL-Preis gewesen. Seine Reiter haben geliefert.

Ingrid Klimke mit Horse Ware Hale Bob OLD, Michael Jung auf La Biosthetique-Sam FBW, Sandra Auffarth mit Opgun Louvo – das Dreamteam hat mal wieder gesiegt. Und Zuwachs bekommen. Josefa Sommer und der selbst gezogene und ausgebildete Hamilton haben bei ihrem ersten Auftritt in der Soers die Erwartungen voll erfüllt. „Es ist unglaublich, hier dabei zu sein, mit diesen drei Helden!“, so ihr kurzes und doch beredtes Fazit auf dem Podium der Pressekonferenz, nachdem sie im Gelände eine Runde ohne Hindernis-, lediglich mit einigen Zeitfehlern geliefert hatte. „Josefa war heute unser Pathfinder und das hat sie super gemacht!“, lobte der Bundestrainer die Newcomerin.

Mit 107 Minuspunkten siegte das deutsche Team mit überwältigendem Vorsprung vor den Vorjahressiegern aus Australien, die es auf 152,60 Minuspunkte brachten. Für das Team sprach der in der Einzelwertung mit dem Holsteiner CP Qualified Drittplatzierte Shane Rose: „Es ist keine Schande, Platz zwei hinter den Deutschen zu belegen. Dieses Team ist seit Jahren nicht aufzuhalten. Ich freue mich total und bin dankbar, hier in Aachen reiten zu können. Die Bedingungen, wie sich um uns gekümmert wird – ich wünschte, es gäbe mehr Turniere wie dieses auf der Welt.“ Mit ihm in der Mannschaft ritten Christopher Burton auf Nobilis (Platz sechs/40,60 Minuspunkte), Katja Weimann auf BP Cosmopolitan (Rang 22/74,50) sowie Emma McNab mit Fernhill Tabasco (Rang 28/85,40).

Rang drei belegten mit 160,60 Minuspunkten in Summe die Schweden, die nur mit drei Paaren angetreten waren, sich also kein Streichergebnis leisten durften. Das benötigten sie aber auch gar nicht. Die Olympia-Silbermedaillengewinnerin von London 2012, Sara Algotsson Ostholt, wurde mit Reality Elfte (47,80), direkt vor ihrer Teamkollegin Louise Svensson Jähde auf Wieloch‘s Utah Sun (48,20). Niklas Lindbäck und Focus Filiocus wurden 20. (64,60 Minuspunkte).

 

Ingrid Klimkes zweiter Sieg

Reitmeisterin Ingrid Klimke hat zum zweiten Mal in ihrer Karriere den DHL-Preis gewonnen. Nachdem sie ihre Weltmeisterin SAP Escada FRH, Partnerin ihres Erfolges 2015, vor wenigen Monaten in die Zucht verabschiedet hat, ist Bobby die Nummer eins, mit bürgerlichem Namen Horseware Hale Bob OLD. Und der tut wirklich alles, was in seinen Möglichkeiten steht, um diesem Status gerecht zu werden. Nach einer Dressur Marke Klimke (34,50 Minuspunkte) passte Bobby gut auf, dass im Springen und im Gelände kein weiterer Minuspunkt sein Gesamtergebnis beschmutzte und sicherte seiner Reiterin so den Sieg.

Gerade mal zwei Zehntel trennten die dreifachen Olympiasieger Michael Jung und La Biosthetique-Sam FBW vom Siegerpaar. Über den Kurs war im Vorfeld viel diskutiert worden. Bundestrainer Hans Melzer sagte im Vorfeld: „Championatswürdig! Es wird schwierig sein, in der Zeit zu bleiben.“ Das gelang vier Reitern. Im Nachhinein erklärte Melzer nun: „Die Bedingungen waren top, der Boden super! Da kann man dann auch schneller reiten, ohne dass man Verletzungen riskiert.“

Michael Jung sagte: „Ich fand das Gelände nicht schwieriger als in den Vorjahren. Dadurch, dass der Beginn verändert wurde, konnte man schneller losreiten und kam so gut rein.“ Ingrid Klimke, die als letzte dran war und alleine auf dem Vorbereitungsplatz auf ihren Start warten musste, bestätigte: „Bobby wäre am liebsten direkt hinter Sam hinterher und hat am Anfang so losgelegt, dass wir erst viel schneller waren als geplant.“ Aber viel Galopptraining zuhause hatte dafür gesorgt, dass die beiden bis zum Schluss noch genug Energie hatten, um den Sieg sicher ins Ziel zu bringen.

Der drittplatzierte Shane Rose beschrieb: „Der Kurs war so aufgebaut, dass die Pferde umso sicherer wurden, je besser man ritt. Die schwierigen Abfragen waren dann kein Problem mehr.“

Turnierleiter Frank Kemperman sprach dem Aufbauer Rüdiger Schwarz und seinem Team einen großen Dank aus, die dafür gesorgt hatten, dass pünktlich zum heutigen Geländetag Teilnehmer und Zuschauer ideale Bedingungen vorfanden. Außerdem konnte er berichten, dass bei den sechs Paaren, die vorzeitig ausscheiden mussten, Reiter und Pferde wohlauf sind.

Flash Quotes

Emilio schenkt Isabell Werth den Lindt-Preis zum Geburtstag

Ihren 48. Geburtstag feierte Dressurkönigin Isabell Werth beim…


Ihren 48. Geburtstag feierte Dressurkönigin Isabell Werth beim CHIO Aachen 2017 wie es sich gehört: Mit einem Sieg. Und zwar dem im Lindt-Preis, dem Grand Prix Special.

Isabell Werth konnte man heute doppelt gratulieren, zum Geburtstag und zum Sieg im Lindt-Preis mit Emilio. Wobei, von einer Tageszeitung auf ihren Geburtstag angesprochen, wiegelte sie ab: „Bei uns auf dem Land hat jeden Tag `ne Kuh Geburtstag.“ Sie kann eben nicht nur Reiten, sie hat auch Humor. Und vor allem ein echtes Kämpferherz. „Ja, die Scharte vom Mittwoch, die wollten wir auswetzen“, gab die sechsfache Olympiasiegerin unumwunden zu. Im Grand Prix waren sie und ihr westfälischer Ehrenpreis-Sohn nämlich noch nicht in Bestform gewesen und mussten sich mit Rang zwei begnügen. Heute lief es wieder wie am Schnürchen, 78,275 Prozent. Gut, ein paar kleine Ecken und Kanten gab es schon in der Aufgabe, z.B. einen zu kurz gesprungenen fliegenden Wechsel. Ob das daran lag, dass Emilio sich vor seinem Schatten erschreckt hat? „Nee, das war ich, da war ich ein bisschen vor der Bewegung. Ist ja nicht so wie bei den Nichtschwimmern, bei denen immer die Badehose Schuld hat!“

 

Die Wundertüte

Platz zwei belegten mit 76,686 Prozent die beiden Grand Prix-Sieger, Helen Langehanenberg und Damsey FRH. „Ich bin überglücklich, nicht ganz so sprachlos wie vorgestern, aber überglücklich“, so die Mannschaftsweltmeisterin, deren Aachen-Fazit 2017 lautet: „Weit mehr als ich erwartet habe!“ Seit eineinhalb Jahren reitet sie den Hannoveraner Hengst Damsey. Und die beiden werden immer besser. Wo sie glaubt, dass die Reise noch hingeht? „Damsey ist eine totale Wundertüte. Er überrascht uns immer wieder. Und ich denke, von seiner Grundqualität hat er keine Limits.“ Da freuen wir uns auf Aachen 2018!

 

Das Stehaufmännchen

Rang drei ging wie schon im Grand Prix an die Dänin Anna Kasprzak auf ihrem 18-jährigen Donnerhall-Sohn Donnperignon. Der Dunkelfuchs hatte länger pausiert und meldet sich in Aachen in super Form zurück. Seine 18 Lenze sieht man ihm überhaupt nicht an. Im Gegenteil, manche sagen, so gut hätten sie den in Finnland gezogenen Wallach noch nie gesehen. 74,824 Prozent vergaben die Richter.

Neusser Quadrille toppt den Preis des Handwerks

Pferdesportler aus Neuss haben beim CHIO 2017 einen…


Pferdesportler aus Neuss haben beim CHIO 2017 einen Lauf. Nachdem das deutsche Team um die Voltigiergruppe des RSV Neuss-Grimlinghausen den Nationenpreis der Turner auf dem Pferderücken gewonnen hat, siegte heute das Quartett des Kreisverbands Neuss im Quadrillen Championat Aachen, dem Preis des Handwerks.

Kahra Alena Baumann auf Dance with me, Kerstin Lehmann mit Hermanito, Anke Roeb auf Waldero‘s Dream sowie Sabrina Stocks im Sattel von Filou le Bon konnten sich heute zusammen mit ihrer Mannschaftsführerin Anja Mede an dem einmaligen Gefühl erfreuen, im Deutsche Bank Stadion der Aachener Soers eine goldene Schleife an die Kandare gesteckt zu bekommen. 17,5 Punkte gaben die Unparteiischen, eine 8,0 für die A- und eine 9,5 in der B-Note.

Lediglich zwei Zehntel trennten die Ersten von den Zweitplatzierten. Silber ging an den Kreisverband Krefeld mit Christina Dahl/Las Vegas, Nicole Louven/Laurino, Angela Bißels/Faunus sowie Simone Weichert/Copyright, angeführt von Tanja Liepack.

Und Bronze wurde gewissermaßen ein Heimspiel für den Kreisverband Aachen unter der Leitung von Dr. Sandra Schermesser. Jennifer Bücken/Don Destillo, Katrin Sophie Lüthke/Bentley R, Ricarda Mombach/Imero und Monique Breuer/Djamilo sammelten 16,3 Zähler.

Etwas überraschend war das Abschneiden des Titelverteidigers, des Kreisverbands Wesel unter der Ägide von Helmi Abeck. Abeck und ihre Truppe sind Quadrillenspezialisten. Im vergangenen Jahr hatte die Reitlehrerin noch gebeichtet, dass sie sich gar nicht mehr erinnern kann, wie häufig sie den Preis des Handwerks beim CHIO mit ihren Reitern schon gewonnen hat. Diesmal belegten sie „nur“ Rang vier mit 16,2 Punkten. 2018 gibt es Revanche!

DHL-Preis – Mission „Wir holen uns den Cup zurück!“ ist angelaufen

Einen super Start erwischten die deutschen Vielseitigkeitsreiter im…


Einen super Start erwischten die deutschen Vielseitigkeitsreiter im DHL-Preis beim CHIO Aachen. Nach Dressur und Springen liegt das Team deutlich in Führung. Aber der Weg zum Sieg führt morgen über einen Kurs, der es in sich hat.

Das Ziel ist klar: „Ansage ist, wir wollen die Trophäe zurück!“, so Vielseitigkeitsbundestrainer Hans Melzer heute am Rande des laufenden Wettbewerbs beim DHL-Preis. Er hat ein gutes Gefühl, dass das klappen könnte. Seine Teamreiter, Ingrid Klimke auf Horseware Hale Bob OLD, Michael Jung mit La Bioshetique-Sam FBW, Sandra Auffarth mit Opgun Louvo sowie Josefa Sommer auf Hamilton – belegen nach Dressur und Springen in dieser Reihenfolge die Plätze eins, zwei, drei und 14. Für seine Mission hatte der Trainer sich offenbar an dem Erfolgsmodell des Kollegen Becker aus dem Springreiterlager orientiert: Drei alte Hasen (die versilberte Olympiamannschaft von Rio, Klimke, Jung, Auffarth) plus ein Newcomer (Sommer) ergeben einen Nationenpreis-Sieg.

Allerdings hat Aufbauer Rüdiger Schwarz den Reitern für morgen einige Aufgaben auf die Wiesen der Aachener Soers gestellt. Hans Melzer: „Das Gelände ist mit einem Championatskurs vergleichbar, reell schwer. Ich denke aber, null zu reiten, wird nicht das Problem. Das Kriterium wird es sein, in der Zeit zu bleiben. Das wird nicht einfach!“

Der Vorsprung der Deutschen ist beachtlich. Mit 105 Minuspunkten nach Dressur und Springen sind sie Overnight-Leader vor den Vorjahressiegern aus Australien (122,70) und den Schweden (135,80). Für die Australier sieht es zudem auch in der Einzelwertung viel versprechend aus. Shane Rose und CP Qualified liegen mit 36,70 Minuspunkten an vierter, Christopher Burton und Nobilis an siebter Stelle (40,60). Mit ihnen im Team reiten Emma McNab auf Fernhill Tabasco (45,40) und Katja Weimann auf BP Cosmopolitan (66,50).

Für die Schweden starten Sara Algotsson Ostholt auf Reality (10./41,80 Minuspunkte), Louise Svensson Jähde mit Wieloch‘s Utah Sun (11./42,20) sowie Niklas Lindbäck im Sattel von Focus Filiocus (23./51,80).

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