News

Newsfeed

Hollands Anne Meulendijks ungeschlagen bei ihrer Aachen-Premiere im U25-Preis der Liselott und Klaus Rheinberger Stiftung

Schon in der Intermédiaire II im Preis der…


Schon in der Intermédiaire II im Preis der Liselott und Klaus Rheinberger Stiftung 2017, der U25-Tour auf dem Dressurviereck beim CHIO Aachen, war die Holländerin Anne Meulendijks die Beste. Heute gab es eine weitere goldene Schleife im Grand Prix der Serie.

Für die noch nicht ganz 24 Jahre junge Anne Meulendijks ist der CHIO 2017 ihre Premiere in der Soers. Wie das so ist? „Aufregend“, „spannend“, „überwältigend“, „unfassbar“ – die Adjektive, mit denen die nationale Meisterin aus dem aktuellen CHIO-Partnerland ihre Gefühle, Gedanken und Eindrücke beschreiben wollte, nahmen kein Ende. Trotz aller Überwältigung behielt Anne die Nerven. Schon in der Intermédiaire II hatten sie und ihr zwölfjähriger KWPN-Wallach MDH Avanti mit ihrem Ergebnis den Löwenanteil zum holländischen Sieg im ersten U25-Nationenpreis beim CHIO Aachen beigetragen. Heute setzten die beiden noch einen drauf. Die Richter vergaben 72,279 Prozent. Annes Taktik? „Alles wie immer machen. Wir brauchen unsere Routine.“ Dazu gehört es offenbar auch, in Siegerehrungen ganz rechts zu stehen. Gerechnet hatte Anne mit diesem Erfolg nicht. Wohl aber hatte sie es gehofft.

Allerdings war der Sieg ein knapper. Wie schon in der Intermédiaire II waren Maxime van der Vlist und der Negro-Sohn Bailey den beiden vor ihnen Platzierten dicht auf den Fersen. 72,233 Prozent lautete ihr Ergebnis. Hinter Anne und Maxime reihte sich mit Denise Nekeman im Sattel von Boston STH noch eine dritte Holländerin an der Spitze der Platzierung ein (71,236 Prozent). Damit haben die Mädels ihren Nationenpreissieg im Nachhinein noch einmal bestätigt.

Die drei deutschen Reiterinnen, Lisa Maria Klössinger auf Daktari, Bianca Nowag mit Fair Play BB sowie Juliette Piotrowski auf Sir Diamond wurden in dieser Reihenfolge Vierte (69,721), Fünfte (69,256) und Sechste (68,721).

Der „Master of Faster“ siegt im Preis von Nordrhein-Westfalen

Der US-Amerikaner Kent Farrington ist die Nummer eins…


Der US-Amerikaner Kent Farrington ist die Nummer eins der Weltrangliste der Springreiter und bekannt für schnelle Stechen. Warum, hat er beim CHIO Aachen im Preis von Nordrhein-Westfalen am Freitag eindrucksvoll demonstriert.

Wo andere zaudern, gibt Kent Farrington noch einmal Gas. Und mit dem 16-jährigen KWPN-Wallach Uceko v. Celano hat er ein Pferd unter dem Sattel, dem diese Taktik liegt: „Er hat einen großen Galoppsprung und kann jedes Hindernis aus vollem Tempo nehmen“, beschreibt Farrington die Vorzüge seines Schimmels. „Daher liegen Grasplätze wie dieser ihm.“ Und so sicherte sich dieser eigentlich eher kleine und unauffällige Wallach im Preis von Nordrhein-Westfalen seinen ersten großen Sieg in Aachen. 46,65 Sekunden benötigten die beiden für den zweiten Umlauf. Wenn es nach Farrington geht, erst der Anfang – als er anschließend zur Pressekonferenz erschien, bat er Turnierleiter Frank Kemperman, seinen Namen doch gleich auf dem Podium stehen zu lassen für alles, was da noch kommt …

Platz zwei im Parcours-Highlight des CHIO-Freitags hat Christian Ahlmann heute mit einem bescheidenen Start ins Turnier versöhnt. Am Mittwoch waren er und sein 17-jähriges Erfolgspferd Taloubet Z nämlich – wie einige andere Kollegen auch – Opfer des Unwetters geworden, das sich über NRW entlud. Taloubet war so geschockt, dass er zweimal verweigerte. Eigentlich völlig untypisch für diesen Galoubet A-Sohn, mit dem Ahlmann bereits so ziemlich alles gewonnen hat! „Das war so schade! Er ist super in Form, wie ein junges Pferd. Und ich hatte mich auf dieses Wochenende so gefreut!“ Zu Recht, wie er dann ja heute mit einer fehlerfreien 47,14 Sekunden-Runde zeigen konnte.

Gerade mal sechs hundertstel Sekunden langsamer und damit Dritte war bei ihrem Soers-Debüt die Deutsche Meisterin Simone Blum. Nachdem ihr Spitzenpferd, die zehnjährige Askari-Tochter DSP Alice sich bei einem anderen Turnier leicht vertreten hatte, stand ein Fragezeichen über ihrem ersten Aachen-Start. Umso glücklicher sei sie nun, hier an den Start gehen zu können und über die heutige Platzierung. Und ihr Pferd auch, auch wenn die Fuchsstute auf dem Abreiteplatz doch noch recht beeindruckt von der Kulisse war, wie ihre Reiterin verriet. „Aber die Siegerehrung hat sie sehr genossen!“ Und das ist ja die Hauptsache!

Cian O‘Connor gewinnt sein Lieblingsspringen, den Preis der Sparkasse

Das Jagdspringen über Gräben und Wälle um den…


Das Jagdspringen über Gräben und Wälle um den Preis der Sparkasse ist eine jener Besonderheiten, die das Weltfest des Pferdesports, den CHIO Aachen, ausmachen. Der Sieger 2017 kommt aus einem Land, in dem Jagdreiten Tradition hat und heißt Cian O‘Connor.

Der Ire erklärte, er habe diese Prüfung schon „vier- oder fünfmal“ gewonnen, so genau weiß er das selbst nicht mehr. Aber eines weiß er ganz genau: „Ich liebe diese Art traditioneller Springen mit Naturhindernissen. Und das Publikum findet es auch super. Das ist wichtig! All das macht Aachen zu dem ohne Zweifel besten Turnier der Welt!“

Partner seines heutigen Erfolgs war der zwölfjährige, in der Schweiz gezogene Conteur-Sohn Copain du Perchet CH, ein Pferd, von dem Cian O‘Connor sagt: „Er springt gerne über Naturhindernisse, kann aber auch die Große Tour gehen, ein echter Allrounder.“ Sein größter Vorteil sei sein großer Galoppsprung. „Ich kann immer einen Galoppsprung weniger machen, ohne dass er die Balance verliert.“ Das spart Zeit. Seine heutige Bestzeit: 68,42 Sekunden.

Rang zwei ging nach einer 68,70 Sekunden-Runde an Philipp Rüping und Chalypsa, die am Mittwoch schon den Preis des Handwerks hatten für sich entscheiden können. Danach hatte Rüping erklärt, Zeitspringen seien genau das Ding seiner Mecklenburger Chacco-Blue Tochter. Und er selbst freute sich, bei seinem ersten Aachen-Start direkt eine goldene Schleife eingeheimst zu haben. Nun hat er auch noch eine silberne.

Dritter wurde der Chilene Samuel Parot im Sattel des Selle Francais-Wallachs Quick du Pottier v. Hurlevant de Breka in 70,36 Sekunden.

Christoph Sandmann, der Punktejäger Nummer eins

Man könnte sagen, Vierspänner-Fahrer Christoph Sandmann hat heute…


Man könnte sagen, Vierspänner-Fahrer Christoph Sandmann hat heute erfolgreich Lotto gespielt.

Der Deutsche Meister der Vierspänner sicherte sich nämlich die „Jagd um Punkte“, einen Kegelfahrwettberb, bei dem die Fahrer sich ihren Kurs selbst zurecht legen können. Alle Hindernisse haben einen bestimmten „Punktwert“ und dürfen maximal zweimal gefahren werden. Zudem gibt es einen Joker, ein besonders schwieriges Hindernis, bei dem die Fahrer wenn es gut läuft 200 Punkte gewinnen können – oder eben auch verlieren, wenn sie einen Fehler machen.

Der Joker der „Jagd um Punkte“ beim CHIO Aachen 2017 war ein extrem schmales Hindernis, bei dem keine Kegel aufgestellt wurden, sondern Stangen auf dem Boden lagen. „Die konnte ich vom Bock aus gar nicht sehen“, berichtete der Sieger, „es war also ein Lotteriespiel.“ Sandmann hatte quasi sechs Richtige. Mit 1900 Punkten verdrängte er den US-Amerikaner Chester Weber auf Rang zwei (1800 Punkte). Dritter wurde der Tscheche Jiri Nesvacil jr. mit 1790 Zählern. Sandmanns Teamkollege Georg von Stein belegte Rang vier (1760).

Sandmann und von Stein fahren zwar im Nationenpreis zusammen in einer Mannschaft, allerdings zählte die „Jagd um Punkte“ nicht zu dieser Wertung, sondern war eine eigene Prüfung. Der Nationenpreis wird morgen mit dem XXXL Pallen Marathon fortgesetzt.

Mercedes Benz-Nationenpreis – Deutschland macht‘s nochmal!

In Aachen werden Geschichten geschrieben und Helden gemacht!…


In Aachen werden Geschichten geschrieben und Helden gemacht! So wie am Abend des Mercedes-Benz Nationenpreises beim CHIO Aachen 2017, als Deutschland zum zweiten Mal hintereinander diese Traditionsprüfung gewinnen konnte.

Und wie! Keinen einzigen Fehlerpunkt musste sich die Mannschaft von Bundestrainer Otto Becker anrechnen lassen. Becker hatte heute auf drei erfahrene Paare gesetzt – Marcus Ehning mit Pret a Tout, Philipp Weishaupt und LB Convall, Marco Kutscher mit Clenur – sowie einen Youngster: Maurice Tebbel, 23 Jahre jung. Sein Pferd: Chacco‘s Son, auch erst zehnjährig. Diese beiden avancierten heute Abend zu den Helden von Aachen. Doppelnull beim ersten Nationenpreis-Auftritt in der Soers! Nicht mal in die Nähe einer Stange kamen sie. Es war, als wüsste Chacco‘s Son, worum es geht. Die Rechnung des Bundestrainers war aufgegangen. „Es ist einfach unglaublich!“, freute er sich, „ich bin so stolz auf die Truppe! Hier in Aachen zu gewinnen, ist einfach etwas Besonderes. Und Maurice – als er zum zweiten Mal null durchs Ziel ritt, musste ich mir fast ein Tränchen wegwischen.“ Es war ein emotionaler Abend in Aachen.

Vor allem auch für Maurice Tebbel. Schon im ersten Umlauf riss er nach dem letzten Hindernis die Arme jubelnd in die Luft und anschließend seinem Chacco‘s Son um den Hals. „Man träumt natürlich davon, aber wenn es dann so gut läuft, das ist einfach unbeschreiblich.“ Maurice konnte es offenbar noch gar nicht so richtig glauben, was da gerade passiert war. Zumal er bei der Besichtigung des Parcours vor allem einen Gedanken hatte: „Hoch!“ Da sei man froh, ein Pferd wie Chacco‘s Son zu haben, zollte er seinem vierbeinigen Partner Respekt. Die beiden kennen sich in- und auswendig. Als Fohlen kam der Hengst zu Tebbels. Maurice hat ihn selbst bei der Körung vorgestellt und ihn über Jungpferdeprüfungen in den großen Sport gebracht. Schon im vergangenen Jahr waren sie hier in Aachen in der großen Tour am Start und wurden auf Anhieb Zweite im Preis von Nordrhein-Westfalen. Und nun saß er auf dem Podium der Pressekonferenz des Mercedes-Benz Nationenpreises, Seite an Seite mit seinem großen Vorbild Marcus Ehning. Als Sieger. Mehr geht nicht. Außer vielleicht am Sonntag. Denn dann wird er im Rolex Grand Prix erneut angreifen.

Marcus Ehning war nicht minder glücklich über seine zwei fehlerfreien Runden mit Pret a Tout. Aber er kennt diese Situation ja schon, 2016 lief es nämlich genau so. Ach nein, nicht ganz: „Es ist eine Schande, dass Ludger (Beerbaum, Anm. d. Red.) nicht mehr dabei ist! Jetzt bin ich der älteste hier!“

Ein „rundum perfekter Tag“ war dies heute vor allem auch für Philipp Weishaupt. Der hatte nämlich auch noch Geburtstag und stellte fest: „Dieser Sieg ist das beste Geburtstagsgeschenk ever!“ Außerdem haben sicherlich noch nie 40.000 Leute für ihn „Happy Birthday“ gesungen, so wie heute, als er auch das letzte Hindernis im zweiten Umlauf fehlerfrei überwunden und damit den Sieg für Deutschland gesichert hatte. Darüber hinaus sah sein fantastischer L.B. Convall so aus, als könne er am Sonntag seinen Vorjahreserfolg im Rolex Grand Prix von Aachen definitiv noch einmal wiederholen.

Einzig bei Marco Kutscher und Clenur lief es nicht so richtig rund. Zu Abwürfen gesellte sich im ersten Umlauf auch noch eine Verweigerung am Wassergraben. Kutscher nahm es mit Humor: „Ich muss mich bei meinen Teamkollegen bedanken. Mein Job war es heute, das Ganze spannend zu machen!“

 

Pattsituation

Platz zwei teilten sich zwei Teams, die USA und die Schweiz mit jeweils acht Fehlerpunkten. Nachdem in Runde eins noch einige Teams mit fehlerfreien Ritten glänzten, häuften sich die Fehler in Runde zwei. Allerdings waren die Reiter sich einig, dass der Parcours von Frank Rothenberger zwar knifflig, aber fair war.

Für die Schweiz ritten Werner Muff auf Daimler (0/0), Martin Fuchs mit Clooney (4/8), Nadja Peter Steiner mit Saura de Fondcombe (0/8) sowie Steve Guerdat und Hannah (0/0). Equipechef Andy Kistler betonte, wie stolz er auf sein Team sei, vor allem die Quotenfrau im Team. Für sie war es nämlich der allererste Aachen-Start. „Klar wäre es super gewesen, zu gewinnen. Aber Platz zwei ist auch fantastisch!“, so Kistler.

Das sah auch Robert Ridland, der Equipechef der USA, so. Er hatte Kent Farrington aus Gazelle (8/0), Elizabeth Madden mit Coach (8/8), Laura Kraut auf Zeremonie (0/0) sowie McLain Ward mit HH Azur (0/0) an den Start gebracht. Sein Fazit stand für das, was 40.000 Zuschauer mit nach Hause genommen haben: „Was wir hier gesehen haben, war Sport auf dem allerhöchsten Niveau. Besser geht es nicht. Und wir sind dankbar, dabei sein zu können!“

Flash Quotes

Klimke, Auffarth, Jung und Sommer im Team für den DHL-Preis, Ostholts Corvette nach der Verfassung raus

Die Buschis sind da! Heute war die Verfassungsprüfung…


Die Buschis sind da! Heute war die Verfassungsprüfung der Vielseitigkeitsreiter, die im CICO3* um den DHL-Preis an den Start gehen wollen. Für alle anderen wird es ab Freitag spannend.

Andreas Ostholt war mit zwei Pferden nach Aachen gereist. Seine potenzielle EM-Partnerin Corvette kam allerdings nicht durch die Verfassungsprüfung. So startet der Warendorfer nun mit Pennsylvania. Wie er gehen auch Leonie Kuhlmann auf Cascora, Kai Rüder mit Colani Sunrise und Jörg Kurbel auf Entertain You als Einzelreiter für Deutschland an den Start.

Für die Mannschaft hat Bundestrainer Hans Melzer den dreifachen Olympiasieger Michael Jung mit Paradeross La Biosthetique Sam FBW aufgestellt, außerdem die Doppel-Weltmeister Sandra Auffarth mit Opgun Louvo, die Mannschaftseuropameister Ingrid Klimke und Horseware Hale Bob OLD sowie Josefa Sommer mit Hamilton.

Vierspänner-König Boyd Exell denkt nicht ans Abdanken im Preis der Martello Immobilienmanagement GmbH & Co. KG, Fahrer der Niederlande im Nationenpreis vorn

Wer den Preis der Familie Richard Talbot gewinnen…


Wer den Preis der Familie Richard Talbot gewinnen will, also die Einzelwertung des Nationenpreises der Vierspänner, der muss an Boyd Exell vorbei. Und wer in der Mannschaftswertung vorne sein will, der muss die Holländer schlagen. Beides erscheint dieses Jahr schwierig. Zumal die deutschen Fahrer einen mäßigen Auftakt erwischt haben in der Dressur, dem Preis der Martello Immobilienmanagement GmbH & Co. KG.

Schon gestern sicherte sich Boyd Exell die Aufwärmrunde für die Fahrer. Heute, im Preis der Martello Immobilienmanagement GmbH & Co. KG, der ersten Teilprüfung im Nationenpreis der Vierspänner und der Einzelwertung um den Preis der Familie Richard Talbot, setzte er noch einen drauf. Mit 37,99 Minuspunkten sicherten sich der in den Niederlanden beheimatete Australier und sein Gespann schon mal die Dressur. Und der in dieser Saison noch ungeschlagene Exell ist bekannt dafür, dass er in allen drei Teilprüfungen eine Klasse für sich ist …

Auf Platz zwei liegt der US-Amerikaner Chester Weber mit 38,87 Minuspunkten. Danach folgen die drei holländischen Mannschaftsfahrer, Koos de Ronde (46,13), Ijsbrand Chardon (48,96) und Theo Timmerman (49,20).

Mannschaftswertung

14 Mal haben die Holländer den Nationenpreis der Vierspänner beim CHIO Aachen gewonnen. Seit 2008 sind sie unbesiegt. Und auch dieses Jahr sieht es zumindest nach der Dressur so aus als wollten sie sich auch in diesem Jahr die Butter nicht vom Brot nehmen lassen. Mit insgesamt 95,090 Minuspunkten führen sie vor Frankreich (103,950) und Belgien (108,430).

Die Deutschen rangieren an fünfter Stelle mit 111,30 Minuspunkten. Die beste Dressur fuhr Mareike Harm, die heute Siebte wurde (49,97). Allerdings fährt sie nicht fürs Team. Die drei Mannschaftsmitglieder Michael Brauchle, Christoph Sandmann und Georg von Stein landeten – in dieser Reihenfolge – auf den Plätzen 17, 9 und 13. Allerdings liegen ihre Stärken ohnehin vor allem im Marathon und im Kegelfahren. Das können sie dann beim XXXL Pallen Marathon und dem Preis der Heitkamp & Thumann Group am Samstag und Sonntag unter Beweis stellen.

Deutsche Dressurreiter übermächtig im Preis der Familie Tesch

Runde eins im Lambertz Nationenpreis der Dressurreiter, der…


Runde eins im Lambertz Nationenpreis der Dressurreiter, der Grand Prix um den Preis der Familie Tesch, war eine klare Sache. An Werth & Co. war kein Vorbeikommen.

„Wir sind sehr zufrieden“, lautete das Fazit von Deutschlands Dressurbundestrainerin Monica Theodorescu nach dem heutigen Grand Prix um den Preis der Familie Tesch, der ersten Wertungsprüfung im Lambertz Nationenpreis der Dressurreiter. Kein Wunder. Ihr Team führt mit Weile vor der Konkurrenz. Eine Tagesanalyse im Telegrammstil: Dorothee Schneider legte mit Aachen-Debütant Sammy Davis Jr. als erste Teamreiterin gut vor (74,529 Prozent). Hubertus Schmidt und Imperio hatten Pech und blieben unter den Erwartungen (71,371). Sönke Rothenberger und Cosmo verpassten die 80 Prozent, weil der Reiter ein Problem beim Zählen hatte (78,757) und Isabell Werth ritt mit Weihegold eine Prüfung, zu der ihr eigentlich nur einfiel: „Alles Tippitoppi!“, 83,171 Prozent.

236,457 Punkte stehen auf dem Konto der führenden Favoriten vor der Entscheidung im MEGGLE-Preis, dem Grand Prix Special am Samstag. Dahinter rangieren die USA mit 222,842 Punkten, für die Aachen das Saisonhighlight ist. Das Team bilden Adrienne Lyle/Salvino (71,814 Prozent), Kasey Perry-Glass/Goerklintgaards Dublet (68,929), Olivia Lagoy-Weltz/Lonoir (71,514) sowie Laura Graves und Verdades (79,514).

Auf dem dritten Platz liegen derzeit die Dänen mit 218,457 Punkten. Hier reiten Daniel Bachmann Andersen/Blue Hors Don Olymbrio (68,614 Prozent), Anders Dahl/Selten HW (68,886), Agnete Kirk Thinggaard/Jojo AZ (72,157) und Cathrine Dufour/Cassidy (77,414).

Vorteil Werth

Die Einzelwertung ging an Isabell Werth vor der US-Amerikanerin Laura Graves. Letztere, die Weltcup-Zweite von Omaha, hatte im Vorfeld des CHIO angekündigt, Isabell Werth schlagen zu wollen. Der erste Anlauf scheiterte unter anderem an Fehlern in den Fliegenden Wechseln zu zwei Sprüngen. Graves knapper Kommentar: „Wir versuchen es im Grand Prix Special erneut!“ Es seien Fehler gewesen wie sie einfach passieren. „Unglücklicherweise ist das der Sport.“

Isabell Werth war rundum zufrieden mit ihrer Runde. Kleine Irritationen nahm sie auf ihre Kappe. Vor allem sei sie stolz auf „Weihe“ alias Weihegold, die seit ihrem Sieg beim diesjährigen Weltcup-Finale Pause hatte und hier in Aachen ihr erstes Freiluftturnier geht. „Sie war absolut fokussiert.“ Fazit: So kann es weitergehen!

Sönke Rothenberger wurde Dritter. Von den 80 Prozent sind er und sein mit nun zehn Jahren ja noch junger KWPN-Wallach Cosmo nicht mehr weit entfernt. Möglicherweise wären die sogar heute schon drin gewesen, hätte der Reiter nicht versäumt, das Rückwärtsrichten zu üben, wie die Bundestrainerin schmunzelnd anmerkte. Und dann hat der Mannschaftsolympiasieger sich auch noch bei den Zick-Zack-Traversalen verzählt. „Das ist doppelt ärgerlich, weil die Noten für diese Lektion zweifach zählen“, so Rothenberger. Dem gegenüber standen ausgesprochene Highlights in seiner Prüfung, z.B. die fliegenden Wechsel von Sprung zu Sprung, für die mehrere Richter eine 10,0 gaben.

Apropos Richter – Isobel Wessels (GBR) erklärte als Vorsitzende des Richterkollegiums, dies sei ein „absolut phänomenaler Tag“ für sie und die weiteren Unparteiischen gewesen, an dem auch die schwächeren Ritte ihre Höhepunkte hatten und insgesamt sehr harmonisch geritten wurde.

Flash Quotes

STAWAG-Preis an die Aachen-Liebhaberin Beezie Madden

Ja, der Parcours im STAWAG-Preis hatte seine Tücken,…


Ja, der Parcours im STAWAG-Preis hatte seine Tücken, gab die US-Amazone Elizabeth „Beezie“ Madden zu. Gleichwohl war sie diejenige, die die Klippen am besten zu umschiffen wusste.

Im Sattel des elfjährigen Quintero-Sohnes Breitling LS nahm die zwiefache Mannschafts-Olympiasiegerin der Konkurrenz fast drei Sekunden ab. Fehlerfrei in 66,01 Sekunden fegten die Gäste aus Übersee durch die Soers. „Ich liebe Aachen, es ist immer eine Ehre hier reiten zu dürfen. Und hier zu gewinnen, ist etwas ganz besonderes“, so Madden.

Der aktuell supererfolgreiche Felix Haßmann hatte seinen Westfalen Balzaci gesattelt, mit dem er bei seinen zwei letzten Turnieren jeweils den Großen Preis gewinnen konnte. Für den Sieg reichte es heute nicht, aber für die silberne Schleife nach fehlerfreien 68,59 Sekunden.

Rang drei ging an eine weitere Reiterin aus den USA, Laura Kraut, auf der KWPN-Stute Whitney, einer Indoctro-Tochter, die den Parcours ohne Abwurf und nach 69,86 Sekunden beendete.

Das zweit- und drittbeste deutsche Ergebnis lieferten übrigens die Shooting Stars des deutschen Springsports, Laura Klaphake und Maurice Tebbel.

Tebbel und die Hannoveraner Calmé-Tochter Camilla PJ wurden Sechste. Laura Klaphake und Silverstone G v. Diamant de Semilly belegten Rang acht. Am Morgen hatte Co-Bundestrainer Heinrich-Hermann Engemann noch geschwärmt: „Das ist eine Augenweide, wie die da drüber springen!“ Ganz offensichtlich sieht es nicht nur gut aus, sondern ist auch erfolgreich!

Philipp Weishaupt und „die Intelligente“ im Sparkassen-Youngsters-Cup vorn

Wie war das? Ein gutes Pferd springt nur…


Wie war das? Ein gutes Pferd springt nur so hoch wie es muss? Philipp Weishaupt kann das bestätigen. Mit Call me Eva hat er nämlich genau so ein Pferd unter dem Sattel. Die bescherte dem Rolex Grand Prix-Sieger von 2016 heute im Sparkassen-Youngsters-Cup einen weiteren Triumph in der Soers.

Acht Jahre alt ist die Hannoveraner Chacco-Blue-Tochter Call me Eva. Seit zwei Jahren hat Philipp Weishaupt sie unter dem Sattel. „Sie ist kein Pferd, das unheimlich abfliegt“, so der Bereiter im Stall Beerbaum in Reitersprache. Mit anderen Worten: Call me Eva springt nicht spektakulär, sondern rational. Und genau das ist ihre Stärke: „Sie ist unheimlich intelligent, richtig clever!“ Auf diese Art und Weise siegte sie heute mit einer fehlerfreien 60,29 Sekunden-Runde in der zweiten Teilprüfung des Sparkassen-Youngsters-Cup, der über insgesamt drei Prüfungen geht.

Das Nachsehen hatte – wie auch schon in der ersten Prüfung am Mittwoch – Belgiens Gregory Wathelet auf dem hoch talentierten Holsteiner Sandro Boy-Sohn Sandero (0/60,90). Dritter wurde der große Sieger von gestern, Kanadas Eric Lamaze, auf der BWP-Stute Jewel v. Kannan (0/62,84).

Der Sieger vom Mittwoch, Spaniens Sergio Alvarez Moya auf dem erst siebenjährigen KWPN-Wallach G & C Wolf v. Harley hatte heute einen Abwurf. Der Reiter hatte am Mittwoch erklärt, dass er in Aachen die Qualität der Pferde erkennen könne. Ähnlich sieht es auch der Sieger von heute, Philipp Weishaupt: „Es ist ganz unterschiedlich, wie die Pferde auf das Aachener Stadion reagieren. Manche genießen es, hier richtig galoppieren zu können. Andere werden schüchtern. Und meiner Erfahrung nach ändert sich das auch nicht mehr großartig.“ Call me Eva gehöre definitiv zu der Sorte, der solche Rasenplätze liegen. Weishaupt ist überzeugt: Das wird eine für die große Tour!

.