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Den CHIO Aachen direkt vor der Wohnungstür

Von Peter Jegen Natürlich stehen da auch Wohnwagen…


Von Peter Jegen

Natürlich stehen da auch Wohnwagen mit gelben Nummernschildern. Die Niederlande als Partnerland des CHIO Aachen sind aber nicht der einzige Grund dafür, das Weltfest des Pferdesports aus einer mobilen Behausung heraus hautnah zu erleben. Diese Möglichkeit gibt es schon seit Jahren. Und für die Grooms, die Pferdepfleger der weltweit besten Spring- und Dressurreiter, gehört das Campieren bei Turnieren ebenso zum Berufsalltag wie für die Teams im Gespannfahren. Sind die Vierbeiner in den Turnierboxen eingestallt, wohnen die Zweibeiner in den mit luxuriösen Wohnabteilen ausgebauten Transportern.

«Wenn der Schuh drückt, suche ich eine Lösung», sagt Georg Pohen. Schon vor über einem Jahrzehnt wurde der Landwirt angefragt, ob er in seinem Gut Kuckesrath, das in der Soers direkt neben dem Start der Geländeprüfung des Gespannfahrens und der Vielseitigkeit liegt, nicht einige Hindernisrichter einquartieren könne. Gefragt, getan. Zusammen mit dem Aachen-Laurensberger Rennverein entstand die Idee, einen Platz für Wohnwagen und Wohnmobile bereitzustellen, ebenso für Lastwagen der diversen Aussteller auf dem CHIO-Gelände.

Die Möglichkeit, in Gehdistanz zum Hauptstadion zu campieren, sprach sich schnell herum. «Jetzt haben wir auch einige Gäste», sagt Pohen, während er an seinem großen Holztisch vor seiner Haustüre die Nummernschilder zweier Neuankömmlinge notiert. Es handelt sich wie fast immer um Stammgäste. Sie wissen, wie alles funktioniert: 30 Euro pro Nacht zahlen, die Quittung im Wagen gut sichtbar hinter eine Scheibe legen, auf den zugewiesenen Standplatz fahren – und dann nur noch genießen. Wie auf einem ordentlichen Campingplatz gibt es Strom und Wasser, fix eingerichtete Duschen und Toiletten. Das ganz spezielle CHIO Aachen-Ambiente gibt es indes nur hier. Vielseitigkeitsreiter und Gespanne galoppieren und fahren direkt vor der Wohnwagentür vorbei.

Mittendrinn statt nur dabei geht in Sachen Camping beim CHIO freilich noch viel besser. Für die Pferdepfleger ist das Übernachten in mobilen Behausungen Berufsalltag. Diese rollenden Wohnungen stehen mitten auf dem Turniergelände. «Das ist wunderbar und sehr praktisch», sagt Armando Jacobo, während die Oldenburger Schimmelstute Caruschka friedlich neben ihm beim Grasen ist. Der Brasilianer ist Groom bei Eduardo Menezes und hat keinen Grund zum Klagen. Caruschka hat am Dienstag das Eröffnungsspringen des CHIO gewonnen, und schon vor dem Turnier kaufte sein Chef einen ganz neuen Pferdetransporter. Das geht mit hohen siebenstelligen Summen zwar wacker ins Geld, doch ein sogenannter Horsetruck wie jener der Marke Stephex, der im Aachen-Village ausgestellt ist, bietet dafür immer und überall jeden erdenklichen Luxus. Da kauft man mit einem Lastwagen für den Pferdetransport zugleich auch eine Fünfsterne-Unterkunft – und spart sich fortan die Kosten für teure Hotels.

«Küche, Bad, Dusche, Toilette, Wohn- und Schlafbereich, TV, Kühlschrank», zählt Armando Jacobo die Annehmlichkeiten seiner Unterkunft auf. Sichtlich stolz sagt er zudem, bei ihm würde es sogar eine Klimaanlage geben. Der Brasilianer ist das erste Mal als Groom beim CHIO in Aachen. Dass hier der Schutz vor Regen mitunter wichtiger als der Schutz vor Hitze ist, kann er im Gegensatz zu den erfahrenen Campern bei Bauer Pohen noch nicht wissen. Die haben um ihr Vorzelt vorsorglich schon einen Wassergraben gezogen.

Lars Volmer auf Siegkurs in Deutschlands U25 Springpokal der Stiftung Deutscher Spitzenpferdesport, Preis der Familie Müter

Mit rund fünf Sekunden Vorsprung flogen der 19…


Mit rund fünf Sekunden Vorsprung flogen der 19 Jahre junge Lars Volmer und seine Oldenburger Stute Maja zum Sieg in der Finalqualifikation für Deutschlands U25 Springpokal der Stiftung Deutscher Spitzenpferdesport, Preis der Familie Müter.

„Lars, du hättest Dich gar nicht so zu beeilen brauchen!“, rief die Mutter einer anderen Reiterin Lars Volmer, dem Sieger in der Finalqualifikation für Deutschlands U25 Springpokal der Stiftung Deutscher Spitzenpferdesport, Preis der Familie Müter, scherzhaft zu als es in die Siegerehrung ging. Dabei hat der 19-Jährige noch nicht einmal besonders Gas gegeben. Tatsächlich habe seine zehnjährige Oldenburger Contendro-Tochter Maja bei den ersten beiden Hindernissen sogar noch ein bisschen gezögert. Schließlich war sie noch nie auf einem Rasenplatz mit den Ausmaßen des Soerser Hauptstadions. „Aber eigentlich ist es egal, wie der Platz ist. Maja ist überall gut!“, so ihr Reiter. So, wie heute, als die Stute fehlerfrei nach 60,95 Sekunden über die Ziellinie fegte und damit der Konkurrenz fast fünf Sekunden abnahm.

Platz zwei ging an Vanessa Borgmann auf dem westfälischen Cornet Obolensky-Sohn Caspar IV mit 65,83 Sekunden. Dritte wurde die Deutsche Amazonen-Meisterin Laura Klaphake im Sattel der erst achtjährigen Holsteiner Stute Camalita v. Cracker Jack (0/67,28).

Laura Klaphake, die als Reservistin für den Mercedes-Benz Nationenpreis beim CHIO Aachen 2017 nominiert ist, ist ein gutes Beispiel für das Erfolgskonzept des U25 Springpokals. Und nicht nur sie. Der erste Finalsieger im Jahr 2014, Denis Nielsen, wurde im Jahr nach seinem Triumph Deutscher Meister bei den Senioren. Guido Klatte Jr., Sieger von 2015, war im Frühjahr Sechster beim Weltcup-Finale in Omaha (USA). Und Kendra Claricia Brinkop, die im vergangenen Jahr die goldene Schleife im Finale holte, gewann wenig später den Großen Preis von Oldenburg.

„Wir sind der Stiftung und der Familie Müter sehr dankbar, dass sie uns das hier ermöglichen!“, betonte Bundestrainer Heinrich-Hermann Engemann. „Es ermöglicht uns in Deutschland ein einzigartiges Förderkonzept für den Nachwuchs, das den Reitern den Sprung von der U21-Tour in den großen Sport erleichtert. Viele Nationen beneiden uns um dieses System!“

Lars Volmer bestätigt: „Für uns ist das eine Superchance, auch bei Turnieren dabei zu sein, auf denen zu starten uns sonst nicht erlaubt wäre. Da sieht man so viele gute Reiter, auch aus dem Ausland, von denen man sich noch das eine oder andere abschauen kann.“

Dazu hat er hier in Aachen jede Menge Gelegenheit. Aufgeregter als sonst ist er aber nicht. Mit seinen Nerven habe der Sieger im diesjährigen Preis der Besten noch nie Probleme gehabt, verrät Lars‘ Mutter. Schon im Ponyalter sei er bei wichtigen Mannschaftsentscheidungen meistens als vierter Mann eingesetzt worden. Das ist bekanntlich die Position, die unter Umständen über Sekt oder Selters entscheidet. Lars selbst freut sich auf das Finale des U25-Springpokals am Samstag. Dann wird um den Sieg gestochen. Und schnelle Stechen liegen seiner Maja, sagt Lars …

Tränenreicher Triumph im HAVENS Pferdefutter-Preis

Helen Langehanenberg kennt das Gefühl, wenn im Aachener…


Helen Langehanenberg kennt das Gefühl, wenn im Aachener Deutsche Bank-Stadion die deutsche Nationalhymne für sie gespielt wird. Mit Damon Hill durfte sie das häufiger erleben. Dass dies allerdings heute wieder passierte, machte sie schlichtweg sprachlos. Und rührte nicht nur sie zu Tränen.

Helen Langehanenberg ist zurück auf der Überholspur im Dressurviereck, zugegebenermaßen nicht erst seit heute. Aber wie sie selbst sagt: „Ein Sieg in Aachen ist etwas Besonderes!“ Ihr neues Pferd für ganz große Aufgaben ist der Hannoveraner Hengst Damsey FRH. Seit eineinhalb Jahren sitzt Langehanenberg im Sattel des Dressage Royal-Sohnes. Seitdem haben sie sich stetig gesteigert, „mit ein bisschen Auf und Ab“, wie die Reiterin sagt, aber die Tendenz zeigte immer nach oben. Das heute ist die vorläufige Krönung. Oder um es mit den – unter Freudentränen hervorgebrachten – Worten von Damseys US-amerikanischer Besitzerin Louise Leatherdale auszudrücken: „This was perfection!“ „Das war Perfektion!“

Tatsächlich lieferten die Mannschaftsweltmeisterin und der elegante Dunkelbraune einen wunderbar harmonischen Ritt, fehlerfrei und mit Esprit. 75,9 Prozent gab es von den Richtern. Olympiasiegerin Heike Kemmer rief Helen im Vorbeigehen zu: „Ich hätte Dir 78 Prozent gegeben!“ Die Reiterin selbst war derweil so gut wie sprachlos. Ihre Wangen glänzten feucht. „Ich bin hierher gefahren, um Attacke zu reiten. Und dann hat er so mitgemacht und so gekämpft … Ich bin so stolz auf ihn, wie wir zusammengefunden haben!“ Das nächste Ziel ist klar: Am Freitag im Grand Prix Special um den Lindt-Preis noch einmal ähnlich liefern.

Der Erfolg von Langehanenberg war heute umso größer, da sie die Dressurkönigin persönlich auf Rang zwei verwies: Isabell Werth mit dem Westfalen Emilio. Allerdings leistete die sechsfache Olympiasiegerin sich heute auch teure Fehler sowohl in den Zweier- als auch in den Einerwechseln. So musste das erfolgsverwöhnte Paar sich heute mit Rang zwei zufrieden geben. 75,040 Prozent vergaben die Unparteiischen am Richtertisch.

Über Rang drei mit 74,320 Prozent konnte sich die Dänin Anna Kasprzak freuen. Nicht nur wegen der Platzierung, sondern vor allem auch, weil ihr inzwischen 18-jähriger Donnerhall-Sohn hier in Aachen ein Comeback nach längerer Verletzungspause feiert. Ihm mussten mehrere Zähne gezogen werden. Nun ist er wieder da. Und wie! Donnperignon scheint ein bisschen wie ein guter Rotwein zu sein – je reifer desto besser!

Irischer Sieg mit „dem Alleskönner“ im Preis der StädteRegion Aachen

Ein äußerst erfolgreicher Tag für Irlands Cian O‘Connor…


Ein äußerst erfolgreicher Tag für Irlands Cian O‘Connor beim CHIO Aachen 2017! Nach Platz vier im Turkish Airlines-Preis von Europa sicherte er sich das abendliche Zwei-Phasen-Springen um den Preis der StädteRegion Aachen.

„Ich hatte Glück, dass niemand an meine Zeit heran kam“, lautete die trockene Bilanz von Cian O‘Connor zu seinem Sieg im Preis der StädteRegion Aachen mit fehlerfreien 35,39 Sekunden. Partner des Erfolgs war der zehnjährige KWPN-Wallach Callisto v. Quasimodo Z, ein Pferd, von dem der Ire sagt, dass es alles kann – schnell, hoch, weit, alles kein Thema. Vergangenes Wochenende waren die beiden noch Dritte mit dem Nationenpreisteam in Falsterbo. Und jetzt der Sieg in Aachen, dem Turnier, von dem O‘Connor sagt: „Das beste der Welt!“

Platz zwei ging nach Israel, an Daniel Bluman im Sattel des zwölfjährigen Corland-Sohnes Apardi (0/36,14), gefolgt von Laura Kraut (USA) mit der 14-jährigen Whitney v. Indoctro. Das Springen war auch ein Erfolg für die holländische Pferdezucht. Die Plätze eins bis fünf waren ausschließlich mit Vertretern des Königlichen Warmbluts der Niederlande (KWPN) besetzt.

Das beste deutsche Resultat erzielten Marco Kutscher und seine Westfalen Stute Chaccorina v. Chacco-Blue. Die elfjährige Braune, mit der Kutscher im vergangenen Jahr am Weltcup-Finale in Göteborg teilgenommen hatte, glänzte mit fehlerfreien 39,17 Sekunden auf dem sechsten Platz.

Daran schlossen sich die beiden Shooting Stars der Saison an, Laura Klaphake auf dem Schweden Silverstone G v. Diamant de Semilly (0/39,52) und Maurice Tebbel mit der hannoversch gezogenen Camilla PJ v. Calmé (0/39,95). Hinter den beiden Youngstern – Maurice Tebbel vertritt morgen die deutschen Farben im Nationenpreis und Laura Klaphake ist Reservistin – reihte sich Routinier Ludger Beerbaum auf dem Oldenburger Cool Down v. Catoki als Neunter ein (0/40,0).

Boyd Exell siegt im Preis der Fa. Horsch, Der Entsorger

Die Vierspänner-Fahrer haben den CHIO Aachen 2017 heute…


Die Vierspänner-Fahrer haben den CHIO Aachen 2017 heute mit dem Preis der Fa. Horsch, Der Entsorger, eröffnet, einer Dressurprüfung. Auch sie hatten unter dem plötzlich einsetzenden Unwetter zu leiden. Das allerdings konnte Australiens Dauersieger Boyd Exell nichts anhaben.

Der inzwischen im holländischen Valkenswaard ansässige Australier Boyd Exell war der Konkurrenz wie fast immer eine Gespannlänge voraus. Mit 36,99 Minuspunkten gewann er auch in diesem Jahr den Auftakt der Vierspänner-Prüfungen. Rang zwei ging in die USA, an Chester Weber, mit 41,28 Minuspunkten. Der Konkurrenz aus Übersee dicht auf den Fersen waren die Niederländer. Ijsbrand Chardon belegte Rang drei mit 41,86 Minuspunkten. Dahinter landete mit 46,02 Minuspunkten sein Landsmann Koos de Ronde.

Beste Deutsche war die einstige Mannschaftsweltmeisterin im Einspänner, Mareike Harm. Mit 47,94 Minuspunkten lieferte sie das sechstbeste Ergebnis des Tages. Georg von Stein wurde Zehnter (53,25 Minuspunkte). Der frisch gebackene Deutsche Meister Christoph Sandmann belegte Rang 14 (54,78). Rainer Duen landete auf dem 16. Platz (55,62 Minuspunkte) und Europameister Michael Brauchle beendete die Prüfung als 24. der 25 Gespanne (61,06).

Morgen werden die Karten wieder neu gemischt. Im Preis der Martello Immobilienmanagement GmbH & Co. KG geht er erneut aufs Dressurviereck, diesmal für die erste Teilprüfung der kombinierten Mannschafts- und Einzelwertung.

Hubert Herpers erhält den „Preis der Stadt Aachen“

Hubert Herpers hat sich in seiner Zeit als…


Hubert Herpers hat sich in seiner Zeit als Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Aachen kontinuierlich für den CHIO Aachen eingesetzt. Auf diese Weise konnte die bewährte und vertrauensvolle Partnerschaft, die seit 1954 zwischen der Sparkasse Aachen als Hauptsponsor und dem CHIO Aachen besteht, auch in dieser Zeitspanne fortgesetzt und gefestigt werden. Auch bei der Reit-EM im Jahr 2015 war die Sparkasse Aachen mit Herpers an der Spitze ein wichtiger Partner.

Für dieses Engagement wurde Herpers nun am späten Mittwochnachmittag im Rahmen des CHIO Aachen 2017 kurz vor dem Sparkassen-Youngsters-Cup im Hauptstadion mit dem „Preis der Stadt Aachen“ geehrt. Die Auszeichnung, die seit 1995 anlässlich des CHIO Aachen für besondere Verdienste um das Aachener Reitturnier verliehen wird, wurde ihm von Marcel Philipp, Oberbürgermeister der Stadt Aachen, und Carl Meulenbergh, Präsident des Aachen-Laurensberger Rennverein e. V. (ALRV), überreicht. Mit dieser Auszeichnung reiht sich Herpers in die Liste der bisherigen Preisträger ein, die von Hans-Heinrich Isenbart bis zum „treuen Publikum des Weltfest des Pferdesports, CHIO Aachen“ reicht.

„Nicht nur in sportlicher Hinsicht unterstützt die Sparkasse Aachen den CHIO Aachen Jahr für Jahr, sondern auch in gesellschaftlicher“, so Carl Meulenbergh. Dieser Tradition folgend werden auch beim diesjährigen Weltfest des Pferdesports viele Prüfungen dank des treuen Sponsors unterstützt: im Springen der „Sparkassen-Youngsters-Cup“ sowie der „Preis der Sparkasse“, im Voltigieren alle sechs Voltigierprüfungen. Ein Inbegriff ist vielen Besuchern des CHIO Aachen auch der Medienpreis „Die Silberne Kamera“, der jedes Jahr im Rahmen des Weltfests des Pferdesports gemeinsam vom Rheinischen Sparkassen- und Giroverband und dem ALRV vergeben wird. Weitere sichtbare Beispiele sind der „CHIO Schülertag“ und der Sparkassen Meeting Point im CHIO Aachen Village.

Hubert Herpers begann seine Karriere bei der Sparkasse Aachen vor rund 45 Jahren. Nach seiner Ausbildung zum Bankkaufmann wurde er 1988 in den Vorstand des Kreditinstituts berufen, dessen Vorsitz er ab 2009 bekleidete. Ende dieses Jahres möchte Herpers sich in den Ruhestand verabschieden. „Selbstverständlich werde ich auch danach dem CHIO Aachen als Besucher treu bleiben“, versprach er.

Anna Kasprzak und ihr Neuer siegen im Preis der VUV-Vereinigte Unternehmerverbände Aachen

Erst rund zwei Monate sitzt die dänische Dressurreiterin…


Erst rund zwei Monate sitzt die dänische Dressurreiterin Anna Kasprzak im Sattel von Quarton, dem Pferd, von dem sie hofft, dass er eines Tages ihr nächster Star wird. Eine völlig berechtigte Hoffnung, wie sich heute im Preis der VUV-Vereinigte Unternehmerverbände Aachen, Prix St. Georges, zeigte.

Einige der besten Nachwuchspferde Deutschlands mussten sich heute hinter Anna Kasprzak und Quarton einreihen. Der achtjährige Quaterback-Sohn kam mit 72,237 Prozent aus dem Viereck. Platz zwei ging nach Spanien, an Juan Matute Guimon und den zehn Jahre alten Don Crusador-Sohn Dhannie Ymas mit 71,947 Prozent.

Erst dahinter platzierten sich die für den Nürnberger Burg-Pokal – sozusagen die nationale Meisterschaft der Nachwuchspferde – qualifizierten deutschen Zukunftspferde. Und zwar gleichauf. Mannschaftsweltmeisterin Helen Langehanenberg auf der Belissimo M-Tochter Brisbane und Reitmeister Hubertus Schmidt im Sattel des Westfalen-Hengstes Escolar v. Estobar teilten sich Rang drei mit jeweils 70,816 Prozent.

Rang fünf und sechs sicherten sich die beiden Mannschafts-Olympiasieger von Rio, Kristina Bröring-Sprehe und Sönke Rothenberger. Bröring-Sprehe stellte einen potenziellen Nachfolger für ihr Olympiapferd Desperados vor, den achtjährigen Destiny, übrigens ein Sohn ihres Erfolgspartners (70,474 Prozent). Rothenberger ritt den erst siebenjährigen Sankt Anton, der hier in Aachen sein erstes internationales Turnier ging und mit  70,342 Prozent aus dem Viereck kam.

Die Freude bei Anna Kasprzak über den heutigen Sieg war riesig. Sie hat große Pläne mit Quarton. Anfang des Jahres fiel er ihr erstmals bei einer Veranstaltung auf. Seitdem ging er ihr nicht mehr aus dem Kopf. Und als dann ihr Trainer Andreas Helgstrand anrief und sagte, er habe festgestellt, dass Quarton sich nicht nur gut bewegen könne, sondern auch ein ausgesprochenes Talent für Piaffe und Passage besäße, war die Sache klar. „Ich wollte gerne einen Nachfolger für Pepe haben (ihr Championatspferd Donnperignon, Anm. d. Red.)“, erklärte Kasprzak. Sie erzählte, bei Quarton stimme nicht nur die Begabung, sondern vor allem auch das Interieur: „Es macht unheimlich Spaß ihn zu reiten. Er ist so unkompliziert, nicht nur unter dem Sattel, sondern auch im Umgang.“ Für das Pferd war es das erste Mal in Aachen. „Er hat schon ein bisschen gestutzt als wir ins Stadion kamen“, gibt seine Reiterin zu. „Aber er ging trotzdem weiter.“ Und genau das macht ja das gute Interieur eines Pferdes aus. Wie sagte gestern Springreiterkollege Sergio Alvarez Moya? „In Aachen erkennt man die Qualität der Pferde.“

It‘s (L)amazing! Eric Lamaze erneut Sieger im Turkish Airlines-Preis von Europa

Wenn Kanadas Eric Lamaze und die ebenso kleine…


Wenn Kanadas Eric Lamaze und die ebenso kleine wie flinke Hannoveraner Stute Fine Lady im Stechen sind, muss die Konkurrenz sich warm anziehen. So auch heute, als die beiden ihren Erfolg im Turkish Airlines-Preis von Europa vom Vorjahr wiederholten. Und das unter Ausnahmebedingungen beim CHIO Aachen.

Unwetterwarnungen, plötzlich einsetzender Sturm und Starkregen, begleitet von Blitz und Donner, sorgten dafür, dass alle Prüfungen unterbrochen werden mussten. So auch der Turkish Airlines-Preis von Europa. Trotzdem schafften es 20 Paare ins Stechen. Und damit 19 Paare, die versuchten, den Vorjahressiegern Eric Lamaze und Fine Lady keinen zweiten Sieg in diesem ersten Highlight des CHIO Aachen 2017 zu überlassen. Vergeblich. Auch 2017 läuteten die Bronzemedaillengewinner der Olympischen Spiele 2016 ihr Turnier mit einem Sieg ein. Lamaze und Fine Lady erreichten das Ziel nach 42,97 Sekunden – eine Zeit, die zu schlagen ist, wie Spaniens Sergio Alvarez Moya und Arrayan zeigten, die nach 42,27 Sekunden durch die Lichtschranke galoppierten. Allerdings nahmen sie unterwegs eine Stange mit. Das passierte Fine Lady nicht. Die kleine Stute wächst scheinbar in jedem Springen über sich selbst hinaus. Wo andere mit großem Galoppsprung Zeit gewinnen oder manchmal eben auch verlieren, macht sie mit ihrer Wendigkeit Sekunden gut. Im vergangenen Jahr hatte Eric Lamaze aus Rücksicht auf die anstehenden Olympischen Spiele auf einen Start im Rolex Grand Prix verzichtet. In diesem Jahr nimmt er Kurs auf das Sonntags-Highlight: „Der Plan war, dass ich sie, wenn sie heute gut geht, am Sonntag im Grand Prix reite.“ Und gut gegangen war sie ja!

Das allerdings war heute wirklich nicht einfach, wie der zweitplatzierte Ludger Beerbaum betonte. Er selbst hatte Glück. Bei seinen Starts auf der Holsteiner Stute Chiara blieb das Wetter zahm. Da hatten andere Kollegen größeres Pech: „Der Himmel war ja schon die ganze Zeit schwarz. Das macht den Pferden Angst! Und dann die Geräusche der Hufe nach dem Regen auf dem durchnässten Boden. Besonders für die jüngeren Pferde ist das schwierig. Wären die äußeren Bedingungen besser gewesen, hätten wir zwei, drei Nuller mehr gehabt.“ Allerdings betonte Beerbaum auch, dass das Bestmögliche getan wurde, um Pferde, Reiter und Zuschauer zu schützen.

Ludger Beerbaum und den Sieger trennte fast eine Sekunde. Hauchdünn war hingegen der Abstand zum drittplatzierten Iren Bertram Allen auf Molly Malone V. Lediglich eine hundertstel Sekunde trennte die beiden voneinander – nicht einmal ein Wimpernschlag, der in diesem Fall 5000 Euro wert war. Geärgert hatte sich Allen darüber aber nicht. Er habe das gar nicht realisiert, gab er zu. Sein Lob galt heute seinem Pferd, der 13-jährigen Kannan-Tochter, der er schon so manchen Sieg zu verdanken hat – auch bei Witterungsbedingungen wie den heutigen.

20 Paare im Stechen – auch das warf Fragen auf. Die Erklärung von Eric Lamaze leuchtete ein: „Es war das Eröffnungsspringen für die Major-Prüfungen, also war zu erwarten, dass es schwierig werden würde. Aber hier starten die besten Reiter der Welt, daher gibt es immer einige Null-Fehler-Ritte. Es ist schwierig für Frank (Rothenberger, Anm. d. Red.), einen Parcours zu bauen, mit dem er genau die richtige Anzahl fehlerfreier Ritte bekommt. Es war ein fairer Kurs.“

CHIO-Kindertag lockte 2300 kleine Besucher in die Soers

Mit Käppi und Rucksack ausgestattet besuchten heute rund…


Mit Käppi und Rucksack ausgestattet besuchten heute rund 2300 Kinder und Jugendliche bis 14 Jahre in Begleitung von rund 530 Betreuern das Turniergelände in der Soers. Im Rahmen des „CHIO-Kindertages“, zu dem der Aachen-Laurensberger Rennverein e. V. und das Bildungsbüro der StädteRegion Aachen einluden, konnten sich die kleinen Gäste  auf ein buntes Programm freuen, welches im Hauptstadion startete. Auf dem „Heiligen Rasen“ gab es nicht nur herrliche schwarze Friesen zu sehen, sondern auch Ritter und Falken, einen Feuerspeier und viele junge Reiter, welche die fünf CHIO-Disziplinen präsentierten. Volker Rosin, der „König der Kinderdisco“, brachte schließlich alle Kinder zum Singen und Tanzen.

Anschließend ging es im CHIO Aachen ROBY CLUB hinter der STAWAG-Tribüne weiter. Dieser verwandelte sich kurzerhand in das größte „Glitzer-Tattoo-Studio“ Aachens. Da durfte natürlich ein ganz besonderer Gast auch nicht fehlen: Karli, das niedliche CHIO-Maskottchen, der in diesem Jahr von seinem Freund ROBY vom Robinson Club begleitet wurde. Wie es sich für das Weltfest des Pferdesports gehört, schauten die Dressurreiter Belinda Weinbauer und Jan-Dirk Gießelmann zur Interview- und Autogrammstunde vorbei. Viele Kinder nutzten zudem die Gelegenheit, das Turniergelände zu erkunden.

Für das kostenlose Ferienangebot konnten sich Kindertagesstätten, Familienzentren, Grund-, Haupt- und Förderschulen sowie Jugendeinrichtungen aus der StädteRegion Aachen im Vorfeld anmelden.

Erster U25-Nationenpreis der Dressurreiter um den Preis der Liselott und Klaus Rheinberger Stiftung in die Niederlande

2017 ist ein historisches Jahr im Deutsche Bank-Stadion….


2017 ist ein historisches Jahr im Deutsche Bank-Stadion. Erstmals wurde ein Nationenpreis für die Dressurreiter unter 25 Jahren ausgetragen, der Preis der Liselott und Klaus Rheinberger Stiftung. Diese Premiere sollte den Niederländern heute dabei helfen, ein Trauma zu überwinden.

„Aachen hat immer etwas Spezielles für uns“, verriet Alex van Silfhout, der Equipechef des niederländischen Dressurnachwuchses. Damit meinte der Vater von Olympiareiter Diederik van Silfhout nicht nur die besondere Atmosphäre in der Soers, sondern auch den Sport selbst: „In Aachen sind wir nie gut!“ Den Grund dafür glaubt er auch zu kennen: „Die Deutschen sind zu stark.“ Heute gelang es dem Team NED jedoch ganz locker, die deutsche Mannschaft hinter sich zu lassen.

Mit 145,605 Punkten gehen Maxime van der Vlist auf Bailey (72,289 Prozent), Denise Nekeman mit Boston STH (68,395 Prozent) sowie Anne Meulendijks auf MDH Avanti (73,316 Prozent) als erste U25-Nationenpreissieger im Deutsche Bank-Stadion in die Geschichte des CHIO Aachen ein. Diese drei gehören zu dem Besten, was Holland in dieser Altersklasse vorzuweisen hat, betonte van Silfhout und schob lachend hinterher: „Dieses Jahr haben wir nichts zu jammern!“

Das Nachsehen hatte die Dauerkonkurrenz aus Deutschland, die es auf 140,868 Punkte brachte. Schon für die erste Reiterin, Lisa-Maria Klössinger auf FBW Daktari, eigentlich eines der stärksten deutschen Paare, lief es heute nicht optimal: „Das Viereck ist anders als sonst“, stellte Klössinger fest, „allein von der Größe her. Da wurde Daktari etwas schüchtern.“ Sicherlich auch ein Grund, weshalb die beiden „Höhen, aber auch Tiefen“ hatten, wie U25-Bundestrainer Sebastian Heinze resümierte. Am Ende gab es aber immerhin noch 69,789 Prozent.

Für Bianca Nowag und Fair Play BB lief es hingegen richtig rund. Die 22-Jährige berichtete: „Ich hatte ein sehr gutes Reitgefühl. Bei Fair Play ist es so, je beeindruckender die Umgebung, desto besser geht sie.“ Und auch bei ihr selbst mache sich vor so einer Kulisse eher „positive Nervosität“ breit, erzählte Bianca Nowag. Kein Wunder: „Man ist schon stolz hier reiten zu können“, so die Europameisterin der jungen Reiter von 2015. Sie erhielt 71,079 Prozent und ein dickes Lob vom Bundestrainer oben drauf: „Sie hat genau das aufs Viereck gebracht, was wir uns erhofft haben!“

Die dritte im Team war Juliette Piotrowski auf Sir Diamond. Als einziges Paar der Mannschaft kannten die beiden die Soers bereits aus dem Vorjahr. Damals starteten sie zwar in der U25-Tour, aber eben ohne Nationenpreis. Mit 69,789 Prozent blieben auch sie etwas unter ihren Möglichkeiten.

Rang drei ging an die stark reitenden Schwedinnen Lina Jönsson auf Quentin (69,316 Prozent). Mathilde Hannell mit Deela Mae (66,605 Prozent ) und Josefin Gyllenswärd mit Don Angelo (71,158 Prozent) mit insgesamt 140,474 Punkten.

Das Fazit von U25-Bundestrainer Sebastian Heinze zum ersten U25-Nationenpreis im Deutsche Bank-Stadion war trotz der sportlichen Niederlage gegen die Dauerrivalen aus dem Nachbarland durchweg positiv: „Für die Reiter ist das die ideale  Möglichkeit zu lernen, mit dem Druck umzugehen. Für die Mannschaft zu reiten, ist immer noch etwas anderes als wenn man nur für sich selbst kämpft. Zwar sind alle drei bereits championatserfahren. Aber in Aachen mit den Großen zu reiten, ist doch immer noch etwas anderes …“

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