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Lars Volmer auf Siegkurs in Deutschlands U25 Springpokal der Stiftung Deutscher Spitzenpferdesport, Preis der Familie Müter

Mit rund fünf Sekunden Vorsprung flogen der 19…


Mit rund fünf Sekunden Vorsprung flogen der 19 Jahre junge Lars Volmer und seine Oldenburger Stute Maja zum Sieg in der Finalqualifikation für Deutschlands U25 Springpokal der Stiftung Deutscher Spitzenpferdesport, Preis der Familie Müter.

„Lars, du hättest Dich gar nicht so zu beeilen brauchen!“, rief die Mutter einer anderen Reiterin Lars Volmer, dem Sieger in der Finalqualifikation für Deutschlands U25 Springpokal der Stiftung Deutscher Spitzenpferdesport, Preis der Familie Müter, scherzhaft zu als es in die Siegerehrung ging. Dabei hat der 19-Jährige noch nicht einmal besonders Gas gegeben. Tatsächlich habe seine zehnjährige Oldenburger Contendro-Tochter Maja bei den ersten beiden Hindernissen sogar noch ein bisschen gezögert. Schließlich war sie noch nie auf einem Rasenplatz mit den Ausmaßen des Soerser Hauptstadions. „Aber eigentlich ist es egal, wie der Platz ist. Maja ist überall gut!“, so ihr Reiter. So, wie heute, als die Stute fehlerfrei nach 60,95 Sekunden über die Ziellinie fegte und damit der Konkurrenz fast fünf Sekunden abnahm.

Platz zwei ging an Vanessa Borgmann auf dem westfälischen Cornet Obolensky-Sohn Caspar IV mit 65,83 Sekunden. Dritte wurde die Deutsche Amazonen-Meisterin Laura Klaphake im Sattel der erst achtjährigen Holsteiner Stute Camalita v. Cracker Jack (0/67,28).

Laura Klaphake, die als Reservistin für den Mercedes-Benz Nationenpreis beim CHIO Aachen 2017 nominiert ist, ist ein gutes Beispiel für das Erfolgskonzept des U25 Springpokals. Und nicht nur sie. Der erste Finalsieger im Jahr 2014, Denis Nielsen, wurde im Jahr nach seinem Triumph Deutscher Meister bei den Senioren. Guido Klatte Jr., Sieger von 2015, war im Frühjahr Sechster beim Weltcup-Finale in Omaha (USA). Und Kendra Claricia Brinkop, die im vergangenen Jahr die goldene Schleife im Finale holte, gewann wenig später den Großen Preis von Oldenburg.

„Wir sind der Stiftung und der Familie Müter sehr dankbar, dass sie uns das hier ermöglichen!“, betonte Bundestrainer Heinrich-Hermann Engemann. „Es ermöglicht uns in Deutschland ein einzigartiges Förderkonzept für den Nachwuchs, das den Reitern den Sprung von der U21-Tour in den großen Sport erleichtert. Viele Nationen beneiden uns um dieses System!“

Lars Volmer bestätigt: „Für uns ist das eine Superchance, auch bei Turnieren dabei zu sein, auf denen zu starten uns sonst nicht erlaubt wäre. Da sieht man so viele gute Reiter, auch aus dem Ausland, von denen man sich noch das eine oder andere abschauen kann.“

Dazu hat er hier in Aachen jede Menge Gelegenheit. Aufgeregter als sonst ist er aber nicht. Mit seinen Nerven habe der Sieger im diesjährigen Preis der Besten noch nie Probleme gehabt, verrät Lars‘ Mutter. Schon im Ponyalter sei er bei wichtigen Mannschaftsentscheidungen meistens als vierter Mann eingesetzt worden. Das ist bekanntlich die Position, die unter Umständen über Sekt oder Selters entscheidet. Lars selbst freut sich auf das Finale des U25-Springpokals am Samstag. Dann wird um den Sieg gestochen. Und schnelle Stechen liegen seiner Maja, sagt Lars …

Irischer Sieg mit „dem Alleskönner“ im Preis der StädteRegion Aachen

Ein äußerst erfolgreicher Tag für Irlands Cian O‘Connor…


Ein äußerst erfolgreicher Tag für Irlands Cian O‘Connor beim CHIO Aachen 2017! Nach Platz vier im Turkish Airlines-Preis von Europa sicherte er sich das abendliche Zwei-Phasen-Springen um den Preis der StädteRegion Aachen.

„Ich hatte Glück, dass niemand an meine Zeit heran kam“, lautete die trockene Bilanz von Cian O‘Connor zu seinem Sieg im Preis der StädteRegion Aachen mit fehlerfreien 35,39 Sekunden. Partner des Erfolgs war der zehnjährige KWPN-Wallach Callisto v. Quasimodo Z, ein Pferd, von dem der Ire sagt, dass es alles kann – schnell, hoch, weit, alles kein Thema. Vergangenes Wochenende waren die beiden noch Dritte mit dem Nationenpreisteam in Falsterbo. Und jetzt der Sieg in Aachen, dem Turnier, von dem O‘Connor sagt: „Das beste der Welt!“

Platz zwei ging nach Israel, an Daniel Bluman im Sattel des zwölfjährigen Corland-Sohnes Apardi (0/36,14), gefolgt von Laura Kraut (USA) mit der 14-jährigen Whitney v. Indoctro. Das Springen war auch ein Erfolg für die holländische Pferdezucht. Die Plätze eins bis fünf waren ausschließlich mit Vertretern des Königlichen Warmbluts der Niederlande (KWPN) besetzt.

Das beste deutsche Resultat erzielten Marco Kutscher und seine Westfalen Stute Chaccorina v. Chacco-Blue. Die elfjährige Braune, mit der Kutscher im vergangenen Jahr am Weltcup-Finale in Göteborg teilgenommen hatte, glänzte mit fehlerfreien 39,17 Sekunden auf dem sechsten Platz.

Daran schlossen sich die beiden Shooting Stars der Saison an, Laura Klaphake auf dem Schweden Silverstone G v. Diamant de Semilly (0/39,52) und Maurice Tebbel mit der hannoversch gezogenen Camilla PJ v. Calmé (0/39,95). Hinter den beiden Youngstern – Maurice Tebbel vertritt morgen die deutschen Farben im Nationenpreis und Laura Klaphake ist Reservistin – reihte sich Routinier Ludger Beerbaum auf dem Oldenburger Cool Down v. Catoki als Neunter ein (0/40,0).

It‘s (L)amazing! Eric Lamaze erneut Sieger im Turkish Airlines-Preis von Europa

Wenn Kanadas Eric Lamaze und die ebenso kleine…


Wenn Kanadas Eric Lamaze und die ebenso kleine wie flinke Hannoveraner Stute Fine Lady im Stechen sind, muss die Konkurrenz sich warm anziehen. So auch heute, als die beiden ihren Erfolg im Turkish Airlines-Preis von Europa vom Vorjahr wiederholten. Und das unter Ausnahmebedingungen beim CHIO Aachen.

Unwetterwarnungen, plötzlich einsetzender Sturm und Starkregen, begleitet von Blitz und Donner, sorgten dafür, dass alle Prüfungen unterbrochen werden mussten. So auch der Turkish Airlines-Preis von Europa. Trotzdem schafften es 20 Paare ins Stechen. Und damit 19 Paare, die versuchten, den Vorjahressiegern Eric Lamaze und Fine Lady keinen zweiten Sieg in diesem ersten Highlight des CHIO Aachen 2017 zu überlassen. Vergeblich. Auch 2017 läuteten die Bronzemedaillengewinner der Olympischen Spiele 2016 ihr Turnier mit einem Sieg ein. Lamaze und Fine Lady erreichten das Ziel nach 42,97 Sekunden – eine Zeit, die zu schlagen ist, wie Spaniens Sergio Alvarez Moya und Arrayan zeigten, die nach 42,27 Sekunden durch die Lichtschranke galoppierten. Allerdings nahmen sie unterwegs eine Stange mit. Das passierte Fine Lady nicht. Die kleine Stute wächst scheinbar in jedem Springen über sich selbst hinaus. Wo andere mit großem Galoppsprung Zeit gewinnen oder manchmal eben auch verlieren, macht sie mit ihrer Wendigkeit Sekunden gut. Im vergangenen Jahr hatte Eric Lamaze aus Rücksicht auf die anstehenden Olympischen Spiele auf einen Start im Rolex Grand Prix verzichtet. In diesem Jahr nimmt er Kurs auf das Sonntags-Highlight: „Der Plan war, dass ich sie, wenn sie heute gut geht, am Sonntag im Grand Prix reite.“ Und gut gegangen war sie ja!

Das allerdings war heute wirklich nicht einfach, wie der zweitplatzierte Ludger Beerbaum betonte. Er selbst hatte Glück. Bei seinen Starts auf der Holsteiner Stute Chiara blieb das Wetter zahm. Da hatten andere Kollegen größeres Pech: „Der Himmel war ja schon die ganze Zeit schwarz. Das macht den Pferden Angst! Und dann die Geräusche der Hufe nach dem Regen auf dem durchnässten Boden. Besonders für die jüngeren Pferde ist das schwierig. Wären die äußeren Bedingungen besser gewesen, hätten wir zwei, drei Nuller mehr gehabt.“ Allerdings betonte Beerbaum auch, dass das Bestmögliche getan wurde, um Pferde, Reiter und Zuschauer zu schützen.

Ludger Beerbaum und den Sieger trennte fast eine Sekunde. Hauchdünn war hingegen der Abstand zum drittplatzierten Iren Bertram Allen auf Molly Malone V. Lediglich eine hundertstel Sekunde trennte die beiden voneinander – nicht einmal ein Wimpernschlag, der in diesem Fall 5000 Euro wert war. Geärgert hatte sich Allen darüber aber nicht. Er habe das gar nicht realisiert, gab er zu. Sein Lob galt heute seinem Pferd, der 13-jährigen Kannan-Tochter, der er schon so manchen Sieg zu verdanken hat – auch bei Witterungsbedingungen wie den heutigen.

20 Paare im Stechen – auch das warf Fragen auf. Die Erklärung von Eric Lamaze leuchtete ein: „Es war das Eröffnungsspringen für die Major-Prüfungen, also war zu erwarten, dass es schwierig werden würde. Aber hier starten die besten Reiter der Welt, daher gibt es immer einige Null-Fehler-Ritte. Es ist schwierig für Frank (Rothenberger, Anm. d. Red.), einen Parcours zu bauen, mit dem er genau die richtige Anzahl fehlerfreier Ritte bekommt. Es war ein fairer Kurs.“

Philip Rüping nicht zu schlagen im Preis des Handwerks

Philip Rüping, Bereiter im Stall von Paul Schockemöhle,…


Philip Rüping, Bereiter im Stall von Paul Schockemöhle, ist der erste deutsche Springreiter, der ein Springen beim CHIO 2017 gewinnen konnte. Der Preis des Handwerks war seiner.

Mehr als eine ganze Sekunde nahmen Philip Rüping und seine zehnjährige Mecklenburger Stute Chalypsa v. Chacco-Blue der Konkurrenz ab. Damit krönten die beiden eine ganze Serie guter Platzierungen in den vergangenen Wochen. In den letzten fünf Springen waren sie jedes Mal unter den Top Ten platziert. Und heute dann das Highlight, der Sieg im Preis des Handwerks beim CHIO Aachen.

Für den 33-jährigen Rüping ist dieses Jahr sein erstes CHIO-Jahr – zumindest als Teilnehmer: „Ich war in den vergangenen Jahren immer schon zum Zuschauen hier. Aber hier mitzureiten, das ist schon eine tolle Sache!“ Und dann auch noch gleich zu siegen. Das allerdings überraschte Rüping weniger, denn über sein Pferd sagt er: „Chalypsa hat sich in den vergangenen Monaten sehr gut gemacht. Sie ist sehr beständig geworden.“ Zeitspringen sind gewissermaßen genau ihr Ding: „Sie hat viel Blut und ist eine richtige Kämpferin. Sie will immer alles richtig machen!“

Platz zwei ging an den Niederländer, dem derzeit alles zu gelingen scheint, Harrie Smolders. Wobei – fast alles, wie man heute gesehen hat. Sein Zenius, ein 13-jähriger KWPN-Wallach v. Nabab de Reve, kam nach 61,56 Sekunden ins Ziel. Dritter wurde Mario Stevens im Sattel der elfjährigen Hannoveraner Stute El Bandiata B v. El Bundy. Nach 61,69 Sekunden überquerten die beiden die Ziellinie.

Deutsches Team für den Mercedes-Benz Nationenpreis steht

Noch einmal schlafen, dann ist es so weit…


Noch einmal schlafen, dann ist es so weit – am Donnerstag Abend geht es beim CHIO Aachen um den traditionellen Mercedes-Benz Nationenpreis. Bundestrainer Otto Becker hat nun bekannt gegeben, wer die deutschen Farben vertreten darf.

Drei Routiniers und ein Youngster werden für Deutschland antreten: Marcus Ehning, Marco Kutscher, Philipp Weishaupt sowie Maurice Tebbel. Für den 23-Jährigen wird es der erste Start bei „den Großen“ sein. Ein weiteres Nachwuchstalent ist Reservistin: die frisch gebackene Deutsche Amazonen-Meisterin Laura Klaphake, ebenfalls 23 Jahre jung.

Enttäuscht ist die Studentin mit Einser-Abitur aber kein bisschen: „Ich bin stolz, unter die top fünf gekommen zu sein und werde die anderen mental unterstützen!“, so eine gut gelaunte Laura Klaphake.

Und Maurice Tebbel? „Ja, ein bisschen nervös ist man schon“, gibt er zu. „Aber eigentlich habe ich das ganz gut im Griff. Und wenn man hier in Aachen starten kann, dann überwiegt die Freude!“ Aachen wird sein dritter Nationenpreis bei den Senioren. Im Nachwuchsalter hat er schon an „sechs oder sieben“ Europameisterschaften teilgenommen. So genau weiß er das selbst nicht mehr. Ob der Start morgen im Mercedes-Benz Nationenpreis der Höhepunkt seiner bisherigen Laufbahn ist? „Die Nominierung schon. Alles andere müssen wir abwarten. Das hängt davon ab, wie es läuft …“, so der Jungprofi. Auf sein Pferd kann er jedenfalls zählen. Den zehnjährigen westfälischen Hengst Chacco‘s Son kennt er seit der als Fohlen zur Familie Tebbel kam. Zwei Jahre später hat er ihn selbst zur Körung vorgestellt und ist mit ihm den ganzen Weg von den ersten Springpferdeprüfungen bis in den ganz großen Sport gemeinsam gegangen. Die Nationenpreisteilnahme ist für den 23-Jährigen also auch ein echter Ausbildungserfolg.

Der Mercedes-Benz Nationenpreis wird in zwei Umläufen unter Flutlicht ausgetragen. Los geht‘s um 19:30 Uhr. Acht Mannschaften mit je vier Reitern, von denen die drei besten Ergebnisse gewertet werden, treten an. Sieger ist das Team mit der geringsten Fehlerzahl nach den zwei Umläufen. Bei Gleichstand entscheidet ein Stechen. Die Teams selbst können bestimmen, welcher ihrer Reiter sie dabei vertreten soll.

Alvarez Moya und der Null-Fehler-Garant gewinnen den Sparkassen-Youngsters-Cup

Spaniens Sergio Alvarez Moya siegte im Sparkassen-Youngsters-Cup mit…


Spaniens Sergio Alvarez Moya siegte im Sparkassen-Youngsters-Cup mit seiner Nachwuchshoffnung G & C Wolf und erklärte, warum er in Aachen die Qualität seiner Pferde erkennen kann.

 

Ein äußerst gut gelaunter Sergio Alvarez Moya ließ sich vom Aachener Publikum feiern, nachdem er auf dem erst siebenjährigen KWPN-Wallach G & C Wolf v. Harley VDL in fehlerfreien 65,37 Sekunden recht überlegen den Sparkassen-Youngsters-Cup gewinnen konnte. So richtig erwartet hatte der Spanier diesen Erfolg nicht. Obwohl G & C Wolf im vergangenen Jahr nicht einen einzigen Springfehler gemacht hat, wie Alvarez Moya berichtete. Aber nach der Saison hatte er dem Wallach eine längere Pause gegönnt. „Man neigt dazu, zu früh zu viel mit den guten Pferden zu machen“, erklärte er, „darum habe ich erst einmal keine Turniere mit ihm geritten.“ Aachen ist erst der zweite öffentliche Auftritt in dieser Saison für die zwei. „Ich bin mit ihm vergangene Woche zwei kleine Prüfungen geritten. Das fühlte sich noch nicht so gut an. Er war ein bisschen schreckhaft. Man merkte, dass die Turnierroutine fehlte.“ Heute hingegen sei das ganz anders gewesen: „Er mag dieses Stadion! Daran erkennt man die Qualität eines Pferdes. Die Guten wachsen in so einer Atmosphäre über sich hinaus. Die anderen werden schüchtern und machen sich klein.“ Wolf zählt ganz offensichtlich zu der ersten Kategorie.

 

Dasselbe gilt auch für die Pferde auf den weiteren Plätzen. Zweiter wurde der achtjährige Holsteiner Sandero v. Sandro Boy unter Belgiens Gregory Wathelet. Der Fuchs sprang wunderbar, mit herausragender Technik und dabei immer flüssig nach vorne. Die Uhr stoppte nach 66,99 Sekunden. Ebenso gut anzusehen war die Runde des Drittplatzierten, des achtjährigen Iren HHS Hercules. Die Abstammung des Wallachs ist unbekannt, die Reiterin hingegen gehört zu den VIPs, die seit Jahren in Aachen Erfolge feiern: Beezie Madden aus den USA. Die beiden sind noch nicht lange ein Paar. Das erste gemeinsame Turnier war Mitte Juni in Spruce Meadows, einem weiteren Austragungsort eines der vier Major-Turniere. Dort waren die beiden an drei Wochenenden am Start und auch mehrfach platziert – ein gutes Training für die Soers, denn auch dort gibt es einen großen Rasenplatz. Flotte 67,51 Sekunden im Sparkassen-Youngsters-Cup sprechen dafür, dass das mit der Vorbereitung auf den CHIO Aachen gut geklappt hat.

 

Bester Deutscher war Marco Kutscher im Sattel des ebenfalls achtjährigen Westfalen Hengstes Charco v. Chin Quin. Der Hengst aus russischem Besitz beeindruckte mit großer Vorsicht und lieferte mit 69,70 Sekunden die fünftschnellste Zeit.

Aachen-Neuling gewinnt STAWAG Eröffnungsspringen

Volltreffer für Brasiliens Eduardo Menezes bei seinem CHIO…


Volltreffer für Brasiliens Eduardo Menezes bei seinem CHIO Aachen-Debüt – zum ersten Mal in der Soers, erste Prüfung und gleich ein Sieg!

„Wahnsinn, was hier schon am Dienstag los ist“, staunte der in den USA beheimatete Brasilianer Eduardo Menezes, nachdem er am liebsten noch zehn weitere Ehrenrunden unter dem Applaus der Zuschauer im Hauptstadion der Soers gedreht hätte. Gerade hatte er im Sattel der 13-jährigen Oldenburger Stute Caruschka v. Caspar das Eröffnungsspringen des CHIO Aachen um den STAWAG Preis gewonnen. Und wie! Fast zwei Sekunden lagen zwischen ihm und dem Rest des Feldes. Das war kein Zufall: „Wenn ich reite, will ich gewinnen! Und wenn es nicht klappt, dann liegt es nicht daran, dass ich es nicht versucht hätte“, verriet der 37-Jährige mit einem Augenzwinkern. Caruschka ist sein „Speedpferd“. Sie ist also für die schnellen Springen zuständig. Morgen, im Turkish Airlines-Preis von Europa, setzt Menezes auf Olympiapferd Quintol, mit dem er in Rio 2016 am Start war. Da kann die Konkurrenz sich schon mal warm anziehen!

Lange Zeit hatte es so ausgesehen als würden die Niederländerin Aniek Poels und die elfjährige Cornet Obolensky-Tochter Cosma Go das Rennen machen, nachdem sie fehlerfrei in 61,01 Sekunden über den Parcours gekommen waren. Aber dann kam Eduardo Menezes mit seiner Schimmelstute und fegte nach 59,36 Sekunden durch die Lichtschranke im Ziel. So musste Aniek Poels mit Rang zwei Vorlieb nehmen.

Dritter wurde Stilist Marcus Ehning auf dem Pferd, mit dem er im vergangenen Jahr noch die Finalprüfung im Sparkasse Youngsters-Cup gewonnen hatte, der nun neunjährigen Hannoveraner Tochter Calanda v. Calido. Schon damals sagte Ehning, Calanda könnte sein nächster Superstar sein. Obwohl eigentlich kein Mann großer Worte, schwärmte er damals: „Calanda ist ein fantastisches Pferd!“ Das hat sie heute wieder gezeigt, als sie in 62,16 Sekunden die drittschnellste und dazu noch fehlerfreie Runde lieferte.

Aus deutscher Sicht konnten sich auch Christian Kukuk mit Colestus (Platz fünf), die frisch gebackene Deutsche Meisterin Simone Blum auf Flying Boy (Rang sieben), Holger Hetzel auf Legioner (Zehnter) sowie Markus Beerbaum mit Comanche (Rang 13) platzieren.

Diverse weitere Paare, wie z.B. auch die Donnerstag für den Nationenpreis genannte Laura Klaphake (23), die ihr Aachen-Debüt bei den Senioren gibt, kamen ohne Hindernisfehler ins Ziel, ließen es aber ruhig angehen und nutzten das Eröffnungsspringen für einen guten Auftakt beim Weltfest des Pferdesports.

US-Springreiter mit breiter Brust, Deutsche Springreiter im Umbruch

Es sind die ganz großen Namen des Springsports,…


Es sind die ganz großen Namen des Springsports, die beim CHIO Aachen vom 14. bis zum 23. Juli an den Start gehen. Aus den Top 20 sind 17 Reiter dabei.

„Bärenstark“, kommentiert Turnierleiter Frank Kemperman kurz und knapp das Teilnehmerfeld. Er freut sich insbesondere auf das US-amerikanische Team. Angeführt vom Weltranglistenersten Kent Farrington gehen sie in Top-Besetzung in den Aachener Parcours. Zudem werden Farrington, Lauren Hough, McLain Ward (Nr. 3 Weltrangliste), Beezzie Madden und Laura Kraut auch ihre Top-Pferde satteln. In dieser Besetzung sind sie ein Favorit im Mercedes-Benz Nationenpreis am Donnerstagabend (20. Juli).

Für Team Deutschland wird die Titelverteidigung im Mercedes-Benz Nationenpreis ein schwieriges Unterfangen. Die besten Reiter der Welt wollen ihnen diesen begehrten Titel entreißen. Neben den Arrivierten Daniel Deußer (Nr. 2 Weltrangliste), Christian Ahlmann (Nr. 6), Marcus Ehning, Ludger Beerbaum und Marco Kutscher dürfte der Umbruch im deutschen Springsport im Mittelpunkt stehen. Für Nachwuchsstars wie Laura Klaphake und Maurice Tebbel ist der CHIO Aachen 2017 eine große Chance. Die Spannung ist groß, welches Team die Bundestrainer Otto Becker und Heinrich-Hermann Engemann nominieren werden. Übrigens: 2017 wird gleich dreimal Beerbaum in der Soers einreiten, neben Ludger kommen auch Meredith Michaels-Beerbaum und Markus Beerbaum.

Aus den Top 10 der Weltrangliste kommen auch Eric Lamaze (CAN), Steve Guerdat (CH), Kevin Staut (FRA) und Scott Brash (GB) nach Aachen. Brash gelang bisher als einzigem Reiter der Welt ein Sieg im „Rolex Grand Slam of Show Jumping“. Diesen legendären Erfolg könnte als Nächster Pedro Veniss schaffen. Der Brasilianer gewann das letzte Major-Turnier in Genf und befindet sich rechtzeitig in Top-Form. So gewann er gerade eine 5*-Prüfung im kanadischen Spruce Meadows, wo er sich gezielt auf den CHIO Aachen vorbereitet. Denn Spruce Meadows verfügt wie Aachen über einen großen Rasenplatz. Die Hoffnungen des aktuellen CHIO Aachen-Partnerlands Niederlande ruhen auf dem amtierenden Welt- und Europameister Jeroen Dubbeldam. Er weiß übrigens, wie sich siegen anfühlt: Bereits 2001 gewann er den Rolex Grand Prix beim CHIO Aachen, den wohl begehrtesten Großen Preis der Welt.

Eine starke Equipe schickt auch Belgiens Nationalcoach Peter Weinberg. Mit Pieter Devos ist ein Reiter dabei, der auch bereits einen Major-Sieg verbuchen konnte (2013 beim Spruce Meadows `Masters´). Darüberhinaus werden die Philippaerts-Brüder und Gregory Whatelet für Aachen satteln.

Alle Superstars sind bereits am Mittwoch, 19. Juli, beim Turkish Airlines-Preis von Europa zu erleben. Karten dafür und für alle anderen Tage gibt es online unter www.chioaachen.de/tickets und an der Hotline: (0241) 917-1111.

Beim CHIO Aachen tritt Laura Klaphake aus dem Schatten von Beerbaum und Co.

Wie keine Zweite verkörpert Laura Klaphake derzeit die…


Wie keine Zweite verkörpert Laura Klaphake derzeit die Zukunft des deutschen Springreitens. Hocherfolgreich ist die 23-Jährige unterwegs, jüngst wurde sie in Balve Deutsche Meisterin, und trotz ihrer Jugend hat sie bereits eine lange Aachen-Geschichte. Zugegeben: Ihre CHIO-Geschichte reicht erst zwei Jahre zurück, doch sie kann bereits auf viele Starts beim „Aachen Jumping Youngsters – Salut Festival“ zurückblicken. So kennt sie die Soers aus dem Effeff, beim CHIO Aachen 2017 (14. bis 23. Juli) wird die Aufmerksamkeit höher sein als in früheren Jahren.

Frage: Ihre Entwicklung war rasant, auch die Medienaufmerksamkeit hat rasant zugenommen. Ist das manchmal auch schwierig?

Laura Klaphake: Stören tut es auf keinen Fall, eher im Gegenteil. Ich freue mich sehr über das Interesse, das macht schon Spaß und bedeutet ja auch Anerkennung. Wichtig ist natürlich, dass immer der Sport im Vordergrund bleibt.

Frage: Jetzt geht es zum CHIO Aachen. Was überwiegt, Nervosität oder Vorfreude?

Klaphake: Ich freue mich sehr auf Aachen, das ist wirklich der Traum eines jeden Reiters. Klar bin ich auch nervös und setze mich selbst ein bisschen unter Druck, aber die Vorfreude überwiegt bei mir doch deutlich.

Frage: Sie kennen den Turnierplatz schon aus den Vorjahren, haben hier auch bereits fehlerfreie Runden gedreht. Wie fühlt es sich an, in dieser Arena zu reiten?

Klaphake:  Das ist einfach etwas ganz Besonderes, den ersten Applaus gibt es ja schon beim einreiten. Letztes Jahr hatte ich das Glück, in fast allen Runden fehlerfrei und platziert zu sein. Wenn es gut klappt, dann feuert einen das Publikum auch noch mehr an. Da bekommt man wirklich Gänsehaut, ein unglaubliches Gefühl.

Frage: Mit welchen Ambitionen reisen Sie in diesem Jahr in die Soers?

Klaphake: Meine Pferde sind super in Form, ich würde mich natürlich darüber freuen, ein paar Mal auf den vorderen Plätzen zu landen. Konkrete Ziele habe ich nicht, es wäre einfach schön, die Form der letzten Zeit zu halten.

Frage: Wenn Sie am Richterturm die lange Liste der Sieger im Rolex Grand Prix sehen – Überlegt man da auch schon mal insgeheim, wann der eigene Name dort auftauchen könnte?

Klaphake: Das ist natürlich ein Traum, für den ich kämpfe. Ob es klappt, weiß ich natürlich nicht, aber versuchen werde ich es.

Frage: Ist ein Sieg bei einem der Majors – Aachen, Spruce Meadows, Genf, `s-Hertogenbosch – im Rolex Grand Slam of Show Jumping ein Traum?

Klaphake: Auf jeden Fall!  Schon alleine live miterlebt zu haben, wie Scott Brash den Rolex Grand Prix in Aachen und später den Rolex Grand Slam gewonnen hat, war Gänsehaut pur. Ich glaube, das ist für jeden Reiter das Größte und Beste, was man erleben und erreichen kann.

Frage: Im Moment scheint alles möglich, die deutschen Springreiter sind in einer Phase des Umbruchs. Sind Sie genau zum richtigen Zeitpunkt in Topform?

Klaphake: Da habe ich noch gar nicht so viel drüber nachgedacht, ich lege den Fokus auf meinen Trainings- und Turnierplan, den ich mit meinen Eltern und meinen Trainern abstimme. Ich schaue auf mich und meine Pläne und nicht auf Andere. Alles Weitere ergibt sich dann. Aber natürlich wäre es das Sahnehäubchen, bei den deutschen Springreitern vorne mit dabei zu sein.

Frage: Haben Sie denn in Aachen auch Zeit, ein bisschen im CHIO-Village zu shoppen und bei den anderen Disziplinen zuzuschauen?

Klaphake: Ja, was ich besonders spannend finde, ist die Vielseitigkeit. Dressur schaue ich auch schon mal, aber eher Vielseitigkeit und Springen. Shoppen im CHIO-Village mache ich auch total gerne, am liebsten allerdings zu Beginn, bevor es am Wochenende dann immer so richtig voll wird.

Frage: Sie waren Mitglied der Young Riders Academy, wie wichtig war diese Initiative für Ihre Karriere?

Klaphake: Das ist wirklich ein tolles Programm, das das Training mit Lehrgängen verbindet. So habe meinen Startplatz für den CHIO Aachen über die Young Riders Academy bekommen. Ich kann jetzt auch mit Franke Sloothaak trainieren und war auch schon bei Jos Lansink. Aus dem Programm kann man wirklich einen starken positiven Nutzen ziehen – und zwar nachhaltig. Denn auch wenn das Programm eigentlich nur für ein Jahr – bei mir aufgrund eines Auslandssemesters in Argentinien zwei  Jahre – läuft, helfen sie auch danach immer noch gerne weiter. In Balve waren wir zum Beispiel auch noch zusammen essen, das ist fast wie eine kleine Familie. Besonders ist auch, dass es neben der sportlichen Unterstützung auch Angebote gibt, die darüber hinausgehen. Es gibt Lehrgänge zum richtigen Management rund um einen Stall oder „Balance-Seminare“, in denen viel anhand von Videos analysiert und verbessert wird.

Frage: Sie sind mit Pferden aufgewachsen, gab es jemals eine andere Karriere-Idee?

Klaphake: Ein „Nein“ zum Reitsport gab es nie, damit bin ich aufgewachsen. Durch die Unterstützung meiner Eltern, besonders meiner Mutter, die immer meine Pferde mitgeritten hat, war es mir möglich, lange noch parallel erfolgreich Handball in der Landesliga zu spielen. Als das irgendwann zeitlich nicht mehr möglich war, und ich mich für das Reiten entschieden habe, war ich schon etwas traurig, den Mannschaftssport aufgeben zu müssen. Aber der Reitsport hatte dann Priorität, gerade natürlich auch, weil es so super lief.

Frage: Also ist nun Ihr Traumberuf Springreiter?

Klaphake: Eher nicht. Ich habe einen Bachelor in internationalem Management/ Marketing  und mache gerade meinen Master im Immobilienmanagement. Das gefällt mir sehr gut. Mein Traum wäre es, dass ich halbtags einen „normalen“ Job mache und das dann mit dem Reiten kombinieren kann. Inwieweit das letztlich mit dem Turnierreiten vereinbar ist, weiß ich noch nicht. Aber ich denke nicht, dass ich den Rest meines Lebens nur reiten möchte. Pferde sind meine Leidenschaft, aber mein Studium macht mir eben auch viel Spaß. Im Moment ist es noch leicht, beides zu kombinieren, in der Zukunft wird man es sehen. Ich möchte auch nicht, dass die Leidenschaft verloren geht, weil ich irgendwann zehn Pferde habe, die ich hauptberuflich reite. Im Moment sind es neben dem Studium fünf Pferde. Das ist perfekt für mich.

Frage: Haben Sie Vorbilder?

Klaphake: Auf jeden Fall! Marco Kutscher und Marcus Ehning. Natürlich gibt es aber auch noch andere tolle Sportler, aber die beiden sind unglaubliche Reiter mit tollem Management, die schon mit unterschiedlichen Pferden viel erreicht haben. Mit ihnen zusammen in Rotterdam den Nationenpreis reiten zu dürfen, war schon etwas ganz Besonderes.

Frage: Was war es für ein Gefühl, in Rotterdam erstmals mit dem Adler auf der Brust zu reiten?

Klaphake: Es war ein tolles Gefühl, ich habe mich riesig gefreut! Das ist noch mal was anderes, als nur für sich alleine zu reiten.

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