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Deutschland II mit Jedi-Kräften, Katzencharme und Alice im Wunderland zum Nationenpreissieg

Team Deutschland II hat den Nationenpreis der Voltigierer…


Team Deutschland II hat den Nationenpreis der Voltigierer um den Preis der Sparkasse gewonnen, das erste „Länderspiel“ beim CHIO Aachen 2017. Ein Sieg nach Kampfansage!

Die Bundestrainer der Voltigierer, Ulla Ramge und ihr Kollege Kai Vorberg, konnten sich heute entspannt zurücklehnen. Die größte Konkurrenz im Nationenpreis um den Preis der Sparkasse machten sich die deutschen Mannschaften untereinander. Am Ende setzte Deutschland II sich gegen Deutschland I durch. Kristina Boe, die als Einzelvoltigiererin für das Siegerteam angetreten war, brachte es auf den Punkt: „In diesem Jahr waren die Mannschaften sehr ausgeglichen. Darum haben wir schon gestern gesagt, wir werden kämpfen.“

Eine Ansage, die Boe und ihre Kollegen im Team Deutschland II, Janika Derks und den RSV Neuss-Grimlinghausen, noch einmal beflügelt zu haben scheint. Alle konnten ihre Leistungen der Vortage noch einmal steigern. Janika Derks turnte ihr Programm so geschmeidig und präzise durch, wie das Motto „Das Leben einer Katze“ es verlangt. Und Kristina Boe alias Rey aus Star Wars? Ja, die Macht war mit ihr, als sie ihr extra schwieriges Programm ohne Patzer und perfekt auf die Musik abgestimmt durchzog.

Und dann kam der RSV Neuss-Grimlighausen mit „Alice im Wunderland“. Gestern hatte sich das junge  Neusser Team, das erst seit einem Jahr zusammenarbeitet, der Lokalkonkurrenz aus dem Rheinland, dem Team NORKA vom VV Köln-Dünnwald, noch geschlagen geben müssen. Heute turnte das Team wie entfesselt, riskierte alles und gewann alles. 9,035 die Bewertung der Richter. Weltklasse. Mit 26,608 Punkten insgesamt ließ Deutschland II die Konkurrenz aus dem eigenen Land hinter sich. Die Richter hatten heute wirklich die Qual der Wahl zwischen exzellenten Darbietungen auf allerhöchstem sportlichen Niveau. Wie schwierig der Job der Jury ist, zeigte auch das Publikumsrichten sponsored by SAP. Mal fanden die mehrheitlich sehr sachkundigen Zuschauer die Darbietungen besser, mal die Richter.

Auch Deutschland I lieferte eine absolut überzeugende Leistung. Sarah Kay und Erik Oese, die Deutschland I als Einzelvoltigierer vertraten, konnten auf ihre gestrige Leistung noch einen drauf setzen. Das Team NORKA turnte spektakulär und athletisch wie eh und je, kam aber nicht ganz an die gestrige Bewertung heran.  Am Ende zeigte die Anzeigentafel 26,212 Punkte für Deutschland I, Platz zwei. „Ja, etwas enttäuscht sind wir schon“, gab Justin van Gerven zu, einer der vier Männer im Team NORKA. „Aber am Ende haben wir trotzdem eine super Leistung abgeliefert und es waren Kleinigkeiten, die uns trennten.“

Trösten mögen ihn vielleicht die Worte der Bundestrainerin Ulla Ramge: „Alle haben gezeigt, dass sie super Nerven haben. Auf keinem Turnier der Welt herrscht eine solche Atmosphäre wie hier beim CHIO Aachen. Wer hier gut ist, ist überall gut.“ Und gut waren heute alle!

Das gilt auch für die drittplatzierten Italiener. Die waren mit den Einzelvoltigierern Francesco Bortoletto und Anna Cavallaro sowie dem Team C.I.M. Italy an den Start gegangen. Hier gab es 25,531 Punkte.

Das erste CHIO Aachen-Wochenende ist vorbei und Turnierleiter Frank Kempermann kann mehr als zufrieden sein mit dem Ergebnis – großer Sport, ausverkauftes Haus sowohl am Samstag als auch am Sonntag, 30.000 Besucher des Tags der offenen Tür am „Soerser Sonntag“ und zwei ebenfalls ausverkaufte Pferd und Sinfonie-Abende. Das macht Lust auf mehr in den kommenden Tagen!

„Fratelli d‘Italia“ im Pas de Deux

Zum ersten Mal erklang nicht „Einigkeit und Recht…


Zum ersten Mal erklang nicht „Einigkeit und Recht und Freiheit“ beim CHIO Aachen 2017. Der Sieg im Pas de Deux ging an die Favoriten aus Italien, die Weltcup-Sieger Silvia Stopazzini und Lorenzo Lupacchini.

Da war Stimmung in der Albert-Vahle-Halle als Italiens Silvia Stopazzini und Lorenzo Lupachhini zu Latinorhythmen auf dem Rücken von Rosenstolz zu tanzen begannen! „Es war zu erwarten, dass die beiden sehr stark sein würden“, verriet Bundestrainerin Ulla Ramge, die kein bisschen enttäuscht war, dass nicht ihre Schützlinge ganz vorne standen im Preis der Sparkasse der Paare. „Für den Sport ist das gut!“

Stark waren Silvia Stopazzini und Lorenzo Lupacchini zusammen mit ihrer Longenführerin Laura Carnabuci in der Tat: zweimal die 9,590 für die Technik, eine 9,290 für das Künstlerische und zusammen mit der Pferdenote 7,260 die Gesamtnote 8,933. Das bedeutete den Sieg dieser Prüfung und damit auch der Gesamtwertung um den Preis der Sparkasse (8,757 Punkte). Dabei waren die beiden Akrobaten noch nicht mal einhundertprozentig zufrieden mit ihrem Auftritt: „Es gibt noch ein paar Dinge, die wir verbessern müssen“, gaben sie zu, beispielsweise die Abstimmung auf die sehr temporeiche Musik. Glücklich waren sie aber natürlich trotzdem. Erst recht angesichts der Tatsache, dass sie erst seit einem Jahr ein (Sport-)Paar sind und dies somit ihr erster gemeinsamer Erfolg beim CVIO Aachen war.

Die Plätze zwei und drei gingen nach Deutschland. Dabei wechselten Torben Jacobs und Theresa-Sophie Bresch sich mit Jolina Ossenberg-Engels und Timo Gerdes ab. Jacobs und Bresch waren mit Holiday on Ice (Longe: Alexandra Knauf) Zweite in Runde eins und dritte in der zweiten Kür. Ossenberg-Engels und Gerdes machten es auf Caram (Longe: Claudia Döller-Ossenberg-Engels) andersherum. Am Ende hatten Torben Jacobs und Theresa-Sophie Bresch mit ihrer „Bonnie und Clyde“-Kür knapp die Nase vorn. Sie sammelten 8,473 Punkte, Ossenberg-Engels und Timo Gerdes kamen auf 8,448 Zähler. „Torben und Theresa waren auf einem Reservepferd am Start“, berichtete Ulla Ramge. „Timo und Jolina haben ein ganz neues Pferd und steigern sich derzeit von Prüfung zu Prüfung. Wir haben also allen Grund, zufrieden zu sein!“

Auf Platz vier landete das österreichische Duo Theresa Thiel und Stefan Csandl auf Crossino (Longe: Karin Böhmer). 2016 hatten die beiden noch alle mit ihrer Sissi-Kür verzaubert und den Sieg davongetragen. In diesem Jahr setzten sie auf animalische Dschungelklänge, konnten aber nicht ganz an die Leistungen aus dem Vorjahr anknüpfen. 8,252 Punkte gab es insgesamt für das Paar aus dem Alpenland.

Kraft, Athletik, Brüsewitz

Die Entscheidung bei den Herren im Preis der…


Die Entscheidung bei den Herren im Preis der Sparkasse beim CHIO Aachen 2017 geriet zu einer rein deutschen Angelegenheit. Am Ende wiederholte Thomas Brüsewitz seinen Sieg aus dem Vorjahr – trotz einem Patzer in der Kür.

Mit einem Sieg in der abschließenden Kür war Thomas Brüsewitz der Preis der Sparkasse 2017 nicht mehr zu nehmen. 8,071 Punkte hatte er nach allen drei Wertungen auf dem Konto. Seine Kür zum Sieg turnte er heute als gäbe es so etwas wie Schwerkraft überhaupt nicht. Einen wackeligen Moment gab es jedoch, als Brüsewitz nach einem gewagt hohen Sprung nicht ganz sicher auf dem Rücken seines Bigstar landete. Aber wie Bundestrainerin Ursula Ramge sagt: „Inzwischen ist Thomas mental so stark, dass er sich auf jede Situation einstellen kann.“ So turnte der 23-Jährige sein Programm fehlerfrei zu Ende.

„Thomas ist ein toller Athlet“, lobte die Bundestrainerin ihren Schützling. „Bei ihm kommen Kraft und Beweglichkeit zusammen, das ist gerade bei den Männern nicht selbstverständlich.“ Außerdem seien Voltigierer, Pferd und Longenführerin Irina Lenkeit noch stärker zusammengewachsen und zu einer wirklich harmonischen Einheit geworden, sprach Ramge ein Thema an, das beim Voltigieren oft vergessen wird. Das Motto von Brüsewitz‘ Kür war übrigens recht ausgefallen. Er ist ein großer Michael Jackson-Fan und hat sich eine Musik ausgesucht, die erst nach dem Tod des King of Pop veröffentlicht wurde und eher unbekannt ist: „Blue Gangsta“.

Platz zwei in der Kür und in der Gesamtwertung ging an Erik Oese auf Calvador, longiert von Andreas Bäßler. Nach Rang fünf in der Pflicht trumpfte der hochgewachsene Oese, der im September seinen 30. Geburtstag feiert, in der Technik auf. Und seine Kür zu dem Thema „Geist“ war eine Augenweide. So elegant, geschmeidig und ausdrucksstark wie der Gymnasiallehrer aus Radebeul bewegen sich nur ganz wenige. Als er passend zu Knackgeräuschen in der Musik seinen „Geisterkopf“ zurechtrückte, rutschte so manchem Zuschauer kurzfristig das Herz in die Hose. Ist ja glücklicherweise nur Show! 8,501 Punkte erhielt Oese für seine Kür. Zusammen mit den anderen Ergebnissen kam er in Summe auf 7,999 Zähler.

Das genügte, um Viktor Brüsewitz auf Don Filippo B mit Longenführerin Lisa Borgmann auf Abstand zu halten. Heute in der Kür wurde es „nur“ Rang fünf für das Kraftpaket im deutschen Aufgebot. Aber mit zwei dritten Plätzen aus Pflicht und Kür im Rücken konnte Viktor Brüsewitz – übrigens der ältere Bruder des Siegers – seine Position verteidigen. Wenn auch knapp. Der Schweizer Lukas Heppler kam auf Cairo (Longe: Petra Cinerova) nach drei vierten Plätzen bis auf zwei hundertstel Punkte an Brüsewitz heran und wurde Vierter. Heppler kam auf 7,798 Zähler, Brüsewitz auf 7,800.

Der vierte deutsche Herr der Prüfung, Jannik Heiland, Trainingspartner der Brüsewitz-Brüder, musste sich auf Highlander (Longe: Winnie Schlüter) mit Rang fünf zufrieden geben. Was bitter ist, denn ein Sturz am Ende eines eigentlich tollen gestrigen Technikprogramms war vor allem dies: Pech. Nach der Pflicht war Heiland noch Zweiter gewesen. Doch nach dem Sturz fiel er auch in der Gesamtwertung nach hinten und konnte heute den Rückstand trotz der drittbesten Kür nicht mehr aufholen.

Alles in allem hatten nicht nur Sportler, sondern auch Trainer allen Grund, mit dem bisherigen Wettkampf äußerst zufrieden zu sein: „Unsere Leute haben die Messlatte über alle Prüfungen sehr hoch gelegt“, fasste Ursula Ramge ihre Eindrücke aus Bundestrainersicht zusammen. Morgen geht es  noch einmal um den Nationenpreis. Fest steht bereits jetzt, dass das Team NORKA vom VV Köln-Dünnwald Team Deutschland I werden wird und Neuss-Grimlinghausen ist Deutschland II. Welche Einzelvoltigierer in welchem Team starten, wird morgen bekannt gegeben.

Janika Derks ohne Ziel aber mit Plan zum Sieg im Preis der Sparkasse

2016 turnte sie erstmals bei den Damen, 2017…


2016 turnte sie erstmals bei den Damen, 2017 ist sie Siegerin im Preis der Sparkasse beim CVIO Aachen: Janika Derks. Dabei hatte die 27-Jährige sich eigentlich gar kein Ziel gesetzt.

Nach den ersten beiden Teilprüfungen im Preis der Sparkasse 2017 hatte Janika Derks noch bescheiden gesagt: „Ich nehme mir keine Platzierungen vor. Mein Ziel ist es, mit mir selbst zufrieden zu sein und ich kann mich freuen, wenn die Noten und mein Turnen übereinstimmen.“ Einen Tag später ist ein Traum in Erfüllung gegangen: ein Sieg in Aachen, dem Turnier auf das sie und ihre Kollegen sich das ganze Jahr über freuen. „Publikum, Organisation, Atmosphäre – hier passt alles!“, so Derks. Umso schöner, wenn das Sportliche dann auch noch läuft: „Ja, mein Gefühl und die Bewertung der Richter passten, ich bin happy.“ Auf Auxerre, longiert von Elisabeth Simon, präsentierte Derks heute „Das Leben einer Katze“, so ihr Kür-Motto. Dem wurde sie in jedem Sinne gerecht – rekelte sich auf dem Pferderücken als läge sie nie woanders und sprang mit katzengleichem Geschick, um dann so sanft und punktgenau zu landen, als wäre es nichts. Die Kür war eine Augenweide (8,227 Punkte), aber nicht der Sieg.

Denn eine war mit 8,671 Punkten noch besser: Sarah Kay auf Sir Valentin an der Longe von Dina Menke. Die gebürtige Schleswig-Holsteinerin hatte sich für heute einiges vorgenommen: „Die ersten beiden Prüfungen liefen nicht optimal. Da wollte ich heute noch einmal alles geben!“ Kay ist bekannt für ihre Nervenstärke. Wo andere aufgeben, kann sie noch einmal eine Schippe drauflegen. Und so turnte sie eine super Kür, perfekt abgestimmt auf das Thema „Smaug“, der Drache aus dem Kinofilm „Der Hobbit“. Der Sieg in der Kür reichte jedoch nicht, um sich in der Gesamtwertung weiter nach vorne zu schieben, Rang fünf für Sarah Kay.

Platz zwei im Preis der Sparkasse ging an Derks‘ Dauerrivalin an diesem Wochenende: die Italienerin Anna Cavallaro Monaco Franze an der Longe von Nelson Vidoni. Die Weltcupsiegerin mimte einen Wolf, wurde dem Paar an der Spitze dann aber doch nicht wirklich gefährlich nach einem Wackler beim Landen im Anschluss nach einem Sprung. Platz fünf in der Kür, die drittbeste Pflicht und der Sieg in der Technik fügten sich zu einem Endergebnis von 8,047 Punkten zusammen.

Hinter der Italienerin reihten sich die weiteren Deutschen ein. Das waren neben der fünftplatzierten Sarah Kay Vorjahressiegerin Kristina Boe und die EM-Zweite von 2015, Corinna Knauf. Kristina Boes Kür auf Don de la Mar (Longe: Winnie Schlüter) war gespickt mit Schwierigkeiten, wie beispielsweise einer ganzen Drehung um die eigene Achse im Sprung. Ein Richter sah Boe technisch vorne, der andere auf Rang vier. Zusammen mit der künstlerischen und der Pferdenote bedeutete das Rang drei in der Kür mit 8,629 Punkten und ebenfalls Rang drei in der Gesamtwertung.

Corinna Knauf und ihre Schwester und Trainerin Alexandra Knauf klatschten sich zufrieden ab nach dem letzten Abgang von der bewährten Fabiola. Gut gemacht! Aber bei der starken Konkurrenz in Aachen musste sie sich in der Kür mit 8,348 Punkten und dem sechsten Platz zufrieden geben. In der Einzelwertung wurde sie Vierte.

Neuss? Köln? Neuss. Haarscharfe Entscheidung im Preis der Sparkasse

Neuss Grimlinghausen versus Team NORKA vom VV Köln-Dünnwald…


Neuss Grimlinghausen versus Team NORKA vom VV Köln-Dünnwald – der Preis der Sparkasse im Gruppenvoltigieren geriet zu einem Zweikampf, wie er spannender nicht hätte sein können.

Am Ende setzten die Neusser sich mit 8,298 Punkten gegen das Kölner Team durch (8,216). Neuss siegte in der Pflicht, Köln in der Kür. Aber der Abstand in der zweiten Runde war gering mit 8,653 bzw. 8,675 Punkten. Platz drei ging wie im Vorjahr an die Gruppe C.I.M. Italy mit Hot Date Tek, longiert von Laura Carnabuci und 7,713 Punkten insgesamt. Für Deutschlands Bundestrainerin Ursula Ramge war heute schon Mittags ein Festtag mit zwei solchen Gruppen: „Das waren ganz tolle Küren von beiden Teams!“, freute sie sich.

Die Neusser zelebrierten ihre Kür zum Thema „Alice im Wunderland“. Das Team NORKA setzte auf futuristisches Design. Beide turnten mit viel Risiko. Da stockte einem bei der einen oder anderen Hebefigur schon mal der Atem! Während Neuss-Grimlinghausen mit Madita Schramm, Sophie Hofmann, Lara Schmitt, Mona Pavetic, Leon Huesgen sowie Pauline Riedl mehrheitlich Championatsneulinge an den Start gebracht hatte, turnten für Köln fast ausschließlich Athleten, die auch schon im Einzel oder Pas de deux Medaillen gewonnen haben: Thomas Brüsewitz, Torben Jacobs, Corinna Knauf, Jana Zelesny, Miro Rengel und Justin van Gerven. Das Team Neuss hat dieses Jahr eine komplett neue Besetzung in der Gruppe, aber mit Delia FRH an der Longe von Elisabeth Simon ein erfahrenes Pferd. Beim Team NORKA ist es umgekehrt – bewährtes Team, aber mit Picardo ein neues Pferd.

Angesichts dessen waren beide Mannschaftsführer äußerst zufrieden. Elisabeth Simon vom Team Neuss erklärte mit Blick auf ihr frisch zusammengestelltes Team: „Die Pflicht war super, besser können wir es im Moment noch nicht. Und wenn man den CHIO Aachen gewinnt, dann kann man ja nur happy sein!“ Patric Looser, einst selbst Weltmeister bei den Herren, betonte: „Wir sind sehr glücklich! Mit Picardo haben wir vorher nur ein einziges Mal trainiert. Angesichts dieser Minimalvorbereitung können wir auf unsere Leistung sehr stolz sein!“

Picardo war nicht das einzige Pferd, das heute ganz schön „an“ war. Kein Wunder! Bis auf den letzten Platz waren die Tribünen besetzt und die Stimmung war großartig. Viele der Zuschauer sind quasi Stammgäste am CHIO-Voltigierwochenende. Fragt man sie, was sie zum Teil seit sechs, sieben Jahren jedes Jahr wieder nach Aachen zieht, kommt die Antwort prompt: „Der CHIO ist ein Muss, wenn man Pferdefreund ist!“ Und wenn man dann noch so großartigen Sport geboten bekommt, wie heute in der ersten Entscheidung im Preis der Sparkasse.

Starker Auftakt für die deutschen Voltigierer im Preis der Sparkasse

Der Auftakt zum CHIO Aachen 2017 hätte aus…


Der Auftakt zum CHIO Aachen 2017 hätte aus deutscher Sicht nicht besser laufen können. Seit 2007 eröffnen die Voltigierer das Weltfest des Pferdesports am ersten Wochenende in der Albert-Vahle-Halle.

Heute waren mit Pflicht und Technik zwei von drei Teilprüfungen im Preis der Sparkasse dran. Bei Damen, Herren und Gruppen leuchtet Schwarz-Rot-Gold auf Rang eins. Für Bundestrainerin Ursula Ramge keine Überraschung: “Wir sind zum CHIO gefahren in dem Wissen, dass wir gut aufgestellt sind“, erklärte sie. Für die Voltigierer werden in Aachen auch die letzten Tickets für die anstehenden Europameisterschaften Anfang August in Österreich verteilt. Kein Wunder also, dass Janika Derks, die bei den Damen nach Pflicht und Technik in Führung liegt, sagt: „Auf Aachen bereiten wir uns noch fokussierter vor als sonst. Ziel ist es, noch einmal alles herauszuholen.“

Derks, die erst ihre zweite Saison in der Damenwertung turnt, ist das auf jeden Fall gelungen. Nach einem überlegenen Sieg in der Pflicht und Rang drei in der Technik auf Auxerre, longiert von Elisabeth Simon, hat sie in der Gesamtwertung mit 8,014 Punkten die Nase vorn. Die aktuelle Weltcup-Siegerin, die Italienerin Anna Cavallaro mit Monaco Franze an der Longe von Nelson Vidoni, machte es genau umgekehrt und liegt nun mit 7,851 Zählern an zweiter Stelle. Sie lieferte die drittbeste Pflicht und trumpfte dann in der Technik auf. Die Punkte reichten zwar nicht, um an Derks vorbeizuziehen. Jedoch immerhin, um die weiteren drei deutschen Damen auf Abstand zu halten. Cavallaro dicht auf den Fersen ist Corinna Knauf auf Fabiola (Longe: Alexandra Knauf). Die 24-Jährige, die vor zwei Jahren hier in Aachen mit EM-Silber den größten Erfolg ihrer Karriere feierte, kam auf 7,834 Punkte. Vorjahressiegerin Kristina Boe leistete sich mit dem bewährten Don de la Mar (Longe: Winnie Schlüter) einen ärgerlichen, weil teuren Schnitzer als sie die Zeit ihrer Technikvorstellung überzog und liegt nun an vierter Stelle (7,736). Sarah Kay und Sir Valentin (Longe: Dina Menke) rangieren auf Platz fünf (7,497).

Bei den Herren hat Vorjahressieger Thomas Brüsewitz auf Bigstar an der Longe von Irina Lenkeit mit 7,837 Punkten die Führung übernommen. Er gewann die Pflicht mit Abstand und animierte die Zuschauer auch in der Technik zu begeistertem Applaus.
Dahinter rangiert Erik Oese mit 7,748 Punkten. Nachdem er in der Pflicht mit Calvador und Andreas Bäßler an der Longe „nur“ Fünfter war, setzte er in der Technik zur Aufholjagd an und gewann diesen Teil. Dritter ist momentan der Bruder des Führenden, Viktor Brüsewitz mit 7,618 Punkten nach zwei dritten Plätzen auf Don Filippo (Longe: Lisa Borgmann). Pech hatte Jannik Heiland auf Highlander (Longe: Winnie Schlüter), der nach Rang zwei in der Pflicht auch in der Technik ganz stark begann, dann aber am Ende stürzte. Damit fiel er mit nun 7,375 Punkten auf Rang fünf zurück hinter dem Schweizer Lukas Heppler mit Cairo (Longe: Petra Cinerova, 7,507).

Auch bei den Teams geben die Deutschen den Ton an – mit Abstand! Herausragend präsentierte sich die Gruppe vom RSV Neuss-Grimlinghausen auf Delia mit Elisabeth Simon an der Longe. Mit 7,929 Punkten setzten die Neusser sich gegen die Dauerkonkurrenz vom Voltigierverein Köln-Dünnwald auf Picardo, longiert von Patric Looser, durch (7,756 Punkte). Die Kölner sind übrigens bereits gesetzt für die EM 2017. Auf Rang drei liegen derzeit die Italiener mit dem Team C.I.M. Italy auf Hot Date Tek (Longe: Laura Carnabuci,7,084 Punkte).

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