Ingrid Klimke mit Bluetooth zum Sieg im WOTAX-Preis

In einem für das Deutsche Bank Stadion etwas ungewöhnlichen Aufzug nahm Reitmeisterin Ingrid Klimke heute die goldene Schleife entgegen für den Sieg in der Intermédiaire I um den WOTAX-Preis 2018.

Vielseitigkeitsreiter und -pferde kennt man im Deutsche Bank Stadion. Aber das dürfte definitiv das erste Mal gewesen sein, dass die Siegerehrung einer Dressurprüfung von einer Reiterin mit Sicherheitsweste, kurzen Bügeln und im leichten Sitz angeführt wurde. Aber da Vielseitigkeitsolympiasiegerin Klimke wenige Minuten nach der Siegerehrung mit ihrem Trakehner Parmenides im Lavazza-Preis auf Sekundenjagd gehen sollte, musste der die Gratulationen von Richtern und Sponsoren stellvertretend für den Stallkollegen Bluetooth entgegennehmen. Und ganz nebenbei konnte er sich bei der Ehrenrunde schon mal auf die Stimmung einstellen, die ihn wenige Minuten später im Hauptstadion erwarten würde.

 

Dabei hatte Ingrid Klimke heute gar nicht vorgehabt, auf Sieg zu reiten in der Intermédiaire I. „Bluetooth war am Mittwoch im Prix St. Georges doch noch sehr beeindruckt und hatte einen dicken Patzer. Darum wollte ich ihn da heute einfach nur locker durchsteuern.“ Den Richtern hat es jedenfalls gefallen. 72,676 Prozent gaben sie dem Oldenburger, von dem seine Reiterin sagt, er sei ein bisschen wie ein Riesenbaby, noch sehr schüchtern und brauche einfach noch ein wenig Zeit, bis er mit seinen großen Bewegungen umgehen könne. Sie reitet ihn erst seit wenigen Monate, kann aber jetzt schon sagen: „Er ist total liebenswert und unglaublich bemüht. Nur an seinem Selbstbewusstsein müssen wir noch ein wenig arbeiten.“

 

Als Aachen-Sieger kann er von nun an jedenfalls mit stolz geschwellter Brust in jedes Viereck der Welt galoppieren. Heute ließ er den US-Amerikaner Steffen Petes auf Donavan hinter sich (72,176). Dritte wurde mit 71,441 Prozent Stefanie Wolf im Sattel der einstigen Dressurpferde-WM-Finalistin Saphira Royal.