TSCHIO Aachen 2026: Richard Vogel setzt erste Duftmarke im Allianz Park

Reiter in schwarzer Jacke und Helm jubelt auf einem braunen Pferd mit grüner Siegerschabracke und klatscht am Rand des Springplatzes die Hände der Zuschauer ab; im Hintergrund dicht gedrängte, fröhliche Fans und Bandenwerbung „ROLEX GRAND SLAM OF SHOW JUMPING“ bei Sonnenschein.

49 Paare hatten sich für die 1. Qualifikation zum Rolex Grand Prix, dem traditionellen Höhepunkt des TSCHIO Aachen am Sonntag, in die Starterliste eintragen lassen – und das Tableau hätte erlesener kaum sein können: 28 Reiterinnen und Reiter aus den Top 30 der aktuellen Weltrangliste, ergänzend dazu Weltstars wie der fünffache Major-Sieger Martin Fuchs (SUI), Weltmeister Henrik von Eckermann (SWE) sowie die deutschen Aachen-Sieger Marcus Ehning, Janne-Friederike Meyer-Zimmermann, Gerrit Nieberg und André Thieme. Ein Starterfeld von solcher Dichte und Qualität unterstreicht eindrucksvoll, warum der Rolex Grand Prix in Aachen als das Nonplusultra des internationalen Springsports gilt.

Am Ende war es die irische Trikolore, die vor strahlend blauen Himmel über dem Aachener Hauptstadion sanft im Wind wehte. Daniel Coyle war es gelungen, im Sattel seines in den Niederlanden gezogenen Wallachs Farrel die internationale Weltelite in Schach zu halten. Am Ende seiner strafpunktfreien Runde prangten 70,99 Sekunden auf der Anzeigetafel. Eine Zeit, die keiner mehr unterbieten konnte. „Großartig, einfach großartig“, freute sich der 31-Jährige unmittelbar nach der Siegerehrung und fügte mit Blick auf die kommenden Tage mit einem Augenzwinkern an: „So kann es weitergehen.“ Am nächsten an seine Zeit heran kamen die für Brasilien startende Luciana Diniz mit Vertigo du Desert (0/71,47) und der Franzose Kevin Staut mit Feline de Hus HDC (0/71,57). Aber nicht nur die Top 3 hinterließ mit Blick auf das große Finale am Sonntag, den Rolex Grand Prix, einen vielversprechenden Eindruck. Christian Kukuks Olympiasieger Checker 47 verließ den Parcours ebenso ohne Fehl und Tadel wie das Siegerpferd des Rolex Grand Prix von Aachen 2024, DSP Chakaria unter André Thieme und die frischgebackene Weltcup-Siegerin Greya mit ihrem Reiter Kent Farrington (USA). Fazit: Die Form der Top-Stars stimmt!

TSCHIO-Aachen-Luft schnupperte am frühen Morgen im Preis der Soers, den der Franzose Julien Epaillard im Sattel von Easy Up de Grandry für sich entscheiden konnte, noch ein weiterer Superstar: United Touch S. Der imposante, in Westfalen gezogene 14-jährige Hengst absolvierte mit seinem Reiter Richard Vogel, der als aktueller Anwärter auf den Rolex Grand Slam of Show Jumping in die Soers gereist ist, einen ersten bewusst dosierten Formtest für das große Wochenende – und hinterließ dabei einen überzeugenden Eindruck. Hochkonzentriert und souverän ließ der kraftvoll springende Braune erahnen, dass im weiteren Turnierverlauf noch einiges zu erwarten sein dürfte.

Doch nicht nur United Touch S zeigte sich in absoluter Top-Verfassung: Auch Stars wie Hello Jefferson unter dem Briten Scott Brash sowie Leone Jei, mit dem Martin Fuchs (SUI) den Rolex Grand Prix von Aachen 2025 gewonnen hat, präsentierten sich konzentriert und bereit für die kommenden Aufgaben. Die Spannung für die nächsten Tage in der Aachener Soers ist damit gewiss – die Elite des internationalen Springsports steht in den Startlöchern. Und Richard Vogel weiß spätestens seit dem Nachmittag schon einmal, wie es sich anfühlt, beim TSCHIO Aachen 2026 eine Ehrenrunde anzuführen: In der 1. Wertungsprüfung der Youngster-Tour siegte der 29-Jährige im Sattel des United Touch S-Nachkommens United Call JPS und setzte damit ein erstes Ausrufezeichen – eines, dass auch Birgit Rosenberg glücklich stimmte. „Wir hatten heute tolle Prüfungen und tolle Sieger“, so das ALRV-Vorstandsmitglied. „Darüber hinaus trägt das schöne Wetter zu einer großartigen Atmosphäre auf dem Turniergelände bei. Alles in allem war es ein gelungener Start in das Turnier.“